Gefällte Bäume am Kappellenberg Föching nach Eschentriebsterben.
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Bäume am Kappellenberg in Föching mussten gefällt werden.

Bauhof musste aktiv werden

Eschentriebsterben: Bäume am Kappellenberg in Föching gefällt

  • vonKatrin Hager
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Das Eschentriebsterben fordert Tribut am Kapellenberg in Föching. Der Bauhof musste zahlreiche Bäume fällen.

Föching – Der Kapellenberg in Föching mit seinem Wäldchen um dem kleinen Gotteshaus ist ein Idyll, das Spaziergänger lockt. Für die Föchinger ist es zudem die letzte natürliche Barriere zwischen ihrem bäuerlichen Dorf und dem Gewerbegebiet mit seinen mächtigen Bauten. Doch nun wirkt der „Vorhang“ löchrig: In den vergangenen Wochen wurden vom gemeindlichen Bauhof zahlreiche große Bäume am Kapellenberg gefällt.

„Ja, das schaut erst einmal brutal aus“, räumt Robert Wiechmann ein. Der Grünen-Gemeinderat ist der zuständige Förster für den Gemeindewald am Kapellenberg und hat die Fällungen angeordnet. Er hatte keine Wahl: Am Kapellenberg hat das Eschentriebsterben gewütet. Gerade weil das Gebiet von Spaziergängern genutzt wird und der Radweg und die Bahntrasse vorbeiführen, müsse die Verkehrssicherung gewährleistet sein, betont Wiechmann. „Ich bin dafür als Förster persönlich haftbar.“

Die Pilzkrankheit ist seit Jahren unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Wiechmann befürchtet, dass er der Esche als Art über kurz oder lang den Garaus machen wird. „Das ist dramatisch, unser Baumspektrum in Europa ist nicht so groß.“ Auch in Föching – wie auch schon im Kogel südlich von Holzkirchen – hatte der Pilz bereits ganze Arbeit geleistet. Viele der Bäume waren Wiechmann zufolge so kaputt, dass sie nicht auf konventionelle Weise gefällt werden konnten. „Das war lebensgefährlich.“ Das Problem: Durch das Eschentriebsterben wird auch die Baumkrone morsch, und das Wurzelwerk stirbt ab. Die morschen Kronen werden beim Fällen zur Gefahr. „Wenn da ein zehn Zentimeter dicker Ast runterkracht, hilft auch ein Helm nichts mehr.“ Und wenn die Wurzeln nicht mehr halten, droht der ganze Baum unkalkulierbar umzukippen. Deshalb muss mit seilwindengestützter Technik gefällt werden. Zum Glück seien die Bauhofmitarbeiter darin top geschult und erfahren. „Ich bin heilfroh, dass nichts passiert ist.“ Profit könne die Gemeinde daraus nicht schlagen. „Das ist eine reine Sicherungsmaßnahme.“ Und angesichts des Aufwands ein Draufzahlgeschäft.

Solch dramatische Ausmaße nahm die Fällaktion an, weil der Hang überwiegend mit Eschen bestellt war. Nun bleibt noch ein Mix aus anderen Laubbäumen wie Linde, Eiche und Kirsche. Einiges Astmaterial lasse man liegen – aus Naturschutzgründen. „Das schaut anfangs schlampig aus, hilft aber, damit junge Bäume aufwachsen können.“ Denn die Äste dienen den Keimlingen als Schutz. Eine Aufforstung mit zugekauften Setzlingen ist am Hang nicht geplant, Wiechmann setzt auf Naturverjüngung mit der Saat der Bäume, die sich schon seit Jahrzehnten an den Ort angepasst haben. Auch wenn das etwas länger dauere, komme so ein widerstandsfähiger junger Wald nach. Im oberen Bereich sei im Anschluss eine Aufforstung geplant, eine ökologische Ausgleichsmaßnahme. Er könne verstehen, dass der Einschlag grob wirke. „Fürs Auge ist das erst mal dramatisch, aber für die Natur ist es kein Schaden.“

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