Kleine Forscher schauten sich kürzlich Modelle an, die der 3D-Drucker in Schliersee ausgespuckt hatte. Dort war die mobile Forschungswerkstatt präsent. 
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Kleine Forscher schauten sich kürzlich Modelle an, die der 3D-Drucker in Schliersee ausgespuckt hatte. Dort war die mobile Forschungswerkstatt präsent. 

FabLab: Forschungs-Mobil Hubertus wieder im Landkreis unterwegs

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Hier können Kinder und Jugendliche basteln und analysieren: Der Verein FabLab Oberland tourt mit seiner mobilen Forschungswerkstatt Hubertus durch den Landkreis. Hier können die Teilnehmer etwa ein Verbrechen aufklären oder ein Brotzeitbrettl per Laser gravieren.

Holzkirchen – Ein Tatort, eine Haarprobe, vier Verdächtige. „Wir haben Geräte, mit denen wir einen genetischen Fingerabdruck erstellen können“, erklärt Alexander Kutschera. Um damit dem Täter auf die Schliche zu kommen.

Diesen spannenden Fall lösen können jetzt Teilnehmer bei einem Workshop, den der Verein FabLab Oberland anbietet – als nächstes in Holzkirchen. Mit seiner mobilen Forschungswerkstatt, dem „Hubertus“-Transporter, macht das Team am Herdergarten Halt. Von Mittwoch, 26., bis Samstag, 29. August, gibt es dort verschiedene Kurse, zu denen sich Interessierte am besten vorab anmelden. Zum Beispiel „Löten ist einfach“, „Vergolden von Kupfermünzen“ oder „Brotzeitbrettl mit dem Lasercutter gravieren“. „Aber es dürften auch Leute so vorbeikommen und sich unsere Geräte anschauen“, betont Kutschera. Das Angebot richtet sich überwiegend an Kinder und Jugendliche, Erwachsene können ebenso reinschnuppern.

Das Hubertus-Mobil des Vereins FabLab Oberland macht nächste Woche auch am Herdergarten in Holzkirchen Halt. 

FabLab: Forschungs-Mobil Hubertus wieder im Landkreis unterwegs 

Kutschera ist der landkreisweite Mint-Manager – das Kunstwort steht für die Themenbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – und bei der Standortmarketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach (SMG) angestellt. Das FabLab gehört zu den wissenschaftlichen Projekten, die der 31-Jährige betreut. Der Verein wurde 2018 gegründet, zählt 56 Mitglieder und wird hauptsächlich durch Spenden und Stiftungen finanziell getragen. „Wir wollen aufklären und informieren.“ Das Hubertus-Mobil wurde im Oktober 2019 eingeweiht und schwärmte zwei Monate später zu seinem ersten Einsatz an der Förderschule Hausham aus. Die sei bis heute ein enger Kooperationspartner. Auch zur Realschule Tegernseer Tal und zur Grund- und Mittelschule Schliersee ist das mobile Labor schon gefahren. Das Team geht mit den Geräten aus dem Bus direkt in die Klassenzimmer. Zur Verfügung stehen zum Beispiel 3D-Drucker, Siebdruckanlage und PCR-Maschine. Mit dieser könne man sogar Gene klonen. „Aber bei uns wird nicht im klassischen Sinne geklont“, scherzt Kutschera. Also kein Schaf Dolly produziert. „Wir übernehmen auch Sachen, die im Lehrplan stehen.“ So durften die Grundschüler zum Thema „Luft und Wind“ ein kleines Windrad – die Blätter wurden mit dem Schneideplotter ausgeschnitten – und eine Wetterstation bauen.

„Dann ist uns die Corona-Pandemie dazwischen gekommen“, erzählt de molekularer Biotechnologe Kutschera. Da er zugleich Reservist ist, wurde er im Frühjahr eingezogen, musste am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München arbeiten. Es ging dabei um Testverfahren zu Covid-19. Das FabLab schwenkte derweil auf ein Online-Programm um. „Am Anfang war das der große Renner.“ Bald flachte das Interesse ab. „Die Schüler waren gesättigt.“ Zu viele Videokonferenzen im Homeschooling. Daraufhin stoppte der Verein das Angebot.

Aktuell bietet er ein Ferienprogramm an. „Das wollen wir trotz Corona, und das sind wir dem Landkreis schuldig“, findet Kutschera. Auf seiner FabLab-Tour stoppte Hubertus schon in Schliersee. Zweite und letzte Station ist nun Holzkirchen. Parallel dazu gibt es Ferienkurse in dem neuen Raum in Gmund.

In diese Räumlichkeiten – die die Gemeinde kostenlos stellt – zog der Verein heuer ein (wir berichteten). Und verlegte seinen Hauptsitz von Holzkirchen nach Gmund. Der Hauptraum sei fast fertig. „Die Holzwerkstatt braucht noch viel Liebe.“ Im Oktober findet eine kleine interne Einweihungsfeier statt. Ab November sind offene Abende geplant und ein betreutes Programm für Kinder – sofern die Corona-Lage es zulässt. Auch die Schulbesuche will der Verein im Herbst fortsetzen. Er sucht weitere Kooperationsschulen. Und einen Raum für eine Nebenstelle, am liebsten wieder in Holzkirchen. „Weil wir dort eine große Community haben“, betont Alexander Kutschera.

Das Hubertus-Mobil

steht von Mittwoch, 26. August, bis Samstag, 29. August, am Herdergarten in Holzkirchen. Anmeldungen für Kurse sind noch möglich unter: www.oberlab.de. Dort gibt es Infos zu den Workshops.

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