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Gefährlich: Steile Treppen sind für Senioren oft schwer zu überwinden. Doch im Landkreis gibt es viel zu wenig barrierefreie Wohnungen.

Landratsamt klagt an: Situation ist prekär

Es fehlen Senioren-Wohnungen: Gemeinden müssen reagieren

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Landkreis – Plätze in Seniorenheimen gibt es im Landkreis genug. Aber es fehlen Wohnungen, die auf die Bedürfnisse betagter Menschen zugeschnitten sind. Die Gemeinden sind gefragt!

Das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises ist 133 Seiten stark. Ein fundamentales Werk, dessen Entstehung viel Zeit gebraucht hat. Etliche Daten resultieren aus einer Bürgerbefragung aus dem Jahr 2010. Aktuell ist es dennoch. Denn am Trend ändert sich nichts: Die Menschen werden immer älter. Und viele Betagte brauchen Unterstützung.

Als zuständige Fachfrau am Landratsamt stellte Christine Dietl das Konzept vor. Es ist in erster Linie eine Darstellung des Ist-Zustands, listet all die einzelnen Einrichtungen und Initiativen im Landkreis akribisch auf, von Nachbarschaftshilfen bis Palliativteam. Klar definiert ist das Ziel: Der Landkreis will seinen älteren Bürgern den Verbleib im vertrauten Wohnumfeld ermöglichen, so lange es nur geht.

Das eigene Haus allerdings wird meist irgendwann zu groß. Zu schwierig zu pflegen, mit steilen Treppen, die zum kraftzehrenden Hindernis werden. Der Umzug in eine kleinere Wohnung am Ort scheitert aber oft an den Gegebenheiten. „Eine Umfrage bei den Gemeinden des Landkreises hat eine verschwindend geringe Zahl von gemeindeeigenen barrierefreien Wohnungen ergeben“, legt Dietl dar. Bei den Mietwohnungen sehe es nicht besser aus. Dabei, merkte sie an, werde seniorengerechter Wohnungsbau mit staatlichen Mitteln gut gefördert.

Sehr viel besser sieht es bei der Versorgung mit Altenheimplätzen aus. Im Landkreis Miesbach gibt es derzeit neun Einrichtungen der vollstationären Altenpflege mit insgesamt 974 Bewohnerplätzen. Das ist mehr als genug, um die im Landkreis ansässige Bevölkerung zu versorgen. Eine Vorausberechnung bis ins Jahr 2032 prognostiziert einen Bedarf von 698 Plätzen in stationären Altenhilfeeinrichtungen. Selbst wenn die Zahl der Hochbetagten stärker steigen würde als angenommen, wäre der Bedarf mehr als gedeckt. Als Fazit heißt es im Seniorenkonzept: „Es gilt, die Pflegeplätze zu erhalten, jedoch besteht kein Bedarf an einer Erweiterung des Platzangebots.“

Was die Gestaltung eines seniorenfreundlichen Umfelds angeht, sind hingegen noch viele Wünsche offen. Zum Beispiel beim ÖPNV-Angebot. Nicht nur, weil da und dort Busverbindungen fehlen. Für viele Senioren ist der Fahrplan zu klein gedruckt – und der Fahrkartenautomat ein großes Rätsel. „Hier ist Handlungsbedarf“, heißt es im Seniorenkonzept. Der RVO sei aber grundsätzlich bereit, Nutzerkurse für Senioren anzubieten.

Für Betty Mehrer (SPD), Seniorenbeauftragte in Weyarn, ist das die falsche Herangehensweise. Nicht die Senioren müssten fit für den Fahrkartenautomaten gemacht werden, sondern der Automat für jeden leicht bedienbar. Zudem müssten in allen Gemeinden flächendeckend Fahrdienste für Senioren eingerichtet werden. 

Sie sei froh, dass es endlich ein Konzept für den gesamten Landkreis gebe, meinte Mehrer. Es zeige deutlich, was auch ihre Erfahrung sei: dass Kommunen den Bau seniorengerechter Wohnungen kräftig anschieben müssen. Derzeit, so Mehrer, seien Senioren eine „schweigende Gemeinschaft“, die vieles klaglos hinnehme. „Viele baden halt einfach nicht mehr, wenn sie in ihre Badewanne nicht mehr reinkommen.“

Thomas Mandl (SPD) fehlt ein Aspekt im Konzept. Dieses widme sich ganz den Defiziten, führte er an. Stattdessen gelte es zu überlegen, wie der Kreis auch die Potenziale von Senioren nutzen könne.

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