Trachtenverein Holzkirchen 

Fernwärmeleitung auf Vereinsgrund: Die Basis hat das Wort

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Die Gemeindewerke wollen eine Fernwärmeleitung über das Grundstück der Holzkirchner Trachtler verlegen. Das sorgte für Bedenken. Jetzt hat die Basis das Wort. 

Holzkirchen– Zunächst war der Vorstand skeptisch. „Wir hatten Bedenken wegen einer Wertminderung“, erklärt Vorsitzender Emmeram Taubenberger. Weil ein Eintrag im Grundbuch dazu führe, „dass da nichts mehr drauf gebaut werden darf“. Dann aber ließ sich das Führungsteam des Heimat- und Volkstrachtenvereins D’Taubenberger Holzkirchen von den Gemeindewerken, die auf ihrem Vereinsgrundstück eine Fernwärmeleitung verlegen wollen, überzeugen. Die Satzung schreibe vor, dass die Mitglieder bei Grundstücksangelegenheiten abstimmen müssen, erklärt Taubenberger. Jetzt hat die Basis das Wort.

Um über den Antrag der Gemeindewerke zu entscheiden, hält der Verein am Samstag, 30. September, eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab. Beginn ist um 19 Uhr in der Trachtenhütte an der Kohlstattstraße.

Die Gemeindewerke hätten den Trachtlern auch angeboten, ans Fernwärmenetz anzudocken. „Aber das brauchen wir nicht“, meint der Vorsitzende. Seine Hütte beheizt der Verein mit Holz. Das reiche völlig aus. Das Klo wird mit dem strombetriebenen Nachtspeicherofen frostsicher gemacht. Laut Taubenberger gehört den Trachtlern das Grundstück bereits seit gut 100 Jahren. 1936 entstand darauf die Trachtenhütte, die 2016 ihr 80-jähriges Bestehen feierte.

Wie berichtet, bauen die Gemeindewerke Schritt für Schritt das Fernwärmenetz in Holzkirchen aus, damit später immer mehr Bürger von der Geothermie profitieren. Laut Geschäftsführer Albert Götz soll mit der Leitung, die über das Grundstück der Trachtler verlaufen könnte, der Bereich in Kohlstattstraße, Schwarzrinnstraße bis hin ins Neubaugebiet Inselkam-Maitz versorgt werden. Es handelt sich um eine Verbindung zur Heizzentrale am ehemaligen Krankenhaus. Verlegt werden soll ein Rohr mit 300 Millimetern Durchmesser, in einer Tiefe von gut 1,30 Meter. „Wir nehmen Rücksicht auf die Bebaubarkeit der Grundstücke“, betont Götz. So würde die Trasse an der Grundstücksgrenze verlaufen, wo ohnehin keine größeren Gebäude entstehen könnten. Die angrenzenden Flächen seien in öffentlicher Hand. Mit diesem Argument haben die Gemeindewerke offenbar den Trachtler-Vorstand überzeugt.

Auch andernorts haben die Gemeindewerke schon Hand angelegt. So verlegten sie in jüngerer Vergangenheit Fernwärmetrassen unter anderem in der Münchner Straße Richtung Erlkamer Straße, in der Dekan-Imminger-Straße bei St. Josef sowie in der Haidstraße. Heuer im Herbst steht laut Götz noch ein größeres Projekt an: Eine Zubringerleitung, die von der Firma Kubus IT am Rudolf-Diesel-Ring, über den Kreisverkehr an der Kleingartenanlage bis hin zum Geothermie-Bohrplatz in der Alten Au führt. Autofahrer müssten während der Bauzeit mit einer kurzen Sperrung, vor allem aber mit einigen Baufahrzeugen auf der Straße rechnen. Weitere Leitungen würden ab Frühjahr 2018 verlegt.

Auf dem Geothermie- Platz geht es ebenfalls voran, auch wenn die Bohrlöcher, die Götz einmal pro Woche persönlich kontrolliert, derzeit ruhen. Ihm zufolge hat der Bau der Wärmezentrale begonnen. „Im Moment sind wir mit den Fundamenten beschäftigt.“ Noch heuer kommt das Dach drauf. „Dann können wir über den Winter den Innenausbau machen.“ Fertig wird das Gebäude wohl im nächsten Frühjahr oder Sommer. In Betrieb gehen kann die Anlage aber erst, wenn die Geothermiepumpe, für die im Moment noch die Ausschreibung laufe, da ist – wahrscheinlich im Herbst 2018. Mit dem Bau des Stromkraftwerks, das um die 12,5 Millionen Euro koste, starte man im Frühjahr 2018. Die italienische Firma Turboden habe hierfür den Zuschlag bekommen.

Für den Vereinsausflug

der Trachtler am Sonntag, 8. Oktober, sind noch einige Plätze frei. Es geht ins Trachtenkulturzentrum Holzhausen und nach Landshut. Wer noch mitfahren möchte (15 Euro Eigenanteil) meldet sich bei Schriftführerin Wally Holzheu.

Rubriklistenbild: © msc

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