Maskottchen sucht Trost: Kommandant Ludwig Würmseer schlüpfte seit Dezember 2019 ins Kostüm der Holzkirchner Feuerwehr-Fee, die in launigen Clips die Vorfreude befeuerte für das große Jubiläumsfest 2020.
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Maskottchen sucht Trost: Kommandant Ludwig Würmseer schlüpfte seit Dezember 2019 ins Kostüm der Holzkirchner Feuerwehr-Fee, hier weint sich die Fee an der Schulter des Feuerwehr-Vorsitzenden Karl Eßl aus. Die „Trauerrunde“ komplettieren Zweiter Kommandant Richard Obermayer (l.) und Zweiter Vorsitzender Hermann Hieber.

Zum zweiten Mal werden die Festtage abgesagt, diesmal endgültig

150 Jahre Feuerwehr: Das Jubiläum, das nie stattfand

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Aus und vorbei, jetzt endgültig: Die Holzkirchner Feuerwehr sagte ihr großes Fest zum 150-jährigen Bestehen ab. Nach der coronabedingten Absage im Vorjahr war das Jubiläum auf das zweite Juli-Wochenende 2021 verschoben worden. Auch daraus wird aber nichts.

Holzkirchen – Die 15. Sitzung des Festausschusses machte den Deckel drauf. Aus und vorbei, jetzt endgültig. Das 150-jährige Bestehen der Holzkirchner Feuerwehr wird nicht gefeiert. Verpufft ist die letzte Hoffnung, dass die Pandemie rechtzeitig abklingt und das 2020 verschobene Jubiläum am zweiten Juli-Wochenende 2021 nachgefeiert werden kann. Zu Beginn der Woche setzte sich der Festausschuss ein letztes Mal zusammen und besiegelte das Ende. „Wir mussten jetzt Nägel mit Köpfen machen“, sagt Karl Eßl, Vorsitzender der Feuerwehr und des Festausschusses, „ein Fest in dieser Größe wird auch im Juli nicht durchführbar sein.“

Ein nochmaliges Verschieben, dann auf 2022, sei kein Thema gewesen, sagt Kommandant Ludwig Würmseer: „Das 150-Jährige mit zweijähriger Verspätung zu feiern, das macht keinen Sinn.“ Die Enttäuschung sei bei der ersten Absage und Verschiebung größer gewesen, sagt Eßl, „zuletzt war es eher ein Auf und Ab und die kleine Hoffnung, dass vielleicht doch noch was geht.“ Die Vertragspartner der Festivitäten, Musikanbieter, Zeltverleiher und Gastronomen, hätten ihre Zusagen bis zuletzt gehalten. „Aber jetzt ist es an der Zeit, dass wir sie freigeben, vielleicht für andere Engagements“, sagt Würmseer.

Das nächste Fest muss ein neuer Vorstand planen

Selbst wenn die Feuerwehr wacker weitergeplant hätte, sei doch abzusehen, „dass wir die behördliche Genehmigung für eine Jubiläumsveranstaltung mit einem 1500-Personen-Zelt nie bekommen hätten“, so Würmseer. Viele hundert Feuerwehrler aus einer Region in einem Zelt – dieses Risiko wäre auch vor dem Hintergrund eines funktionierenden Rettungssystems im Landkreis zu bewerten gewesen.

Ob und wann das nächste Feuerwehrfest in Holzkirchen gefeiert wird, „das muss dann eine neue Vorstandschaft entscheiden“, sagt Eßl, der sein Amt bei den turnusgemäß fälligen Wahlen 2023 abgeben will. Vielleicht zum nächsten halbwegs „runden“ Geburtstag im Jahr 2025? „Alles offen“, sagt Würmseer.

Festzeichen müssen ins Alteisen

Jetzt gilt es, ein Jubiläum abzuwickeln, das nie stattgefunden hat, aber viel Arbeit verschlang. „Das erste Treffen des Festausschusses fand im Mai 2016 statt“, erinnert sich Eßl. Vier Jahre Planung, viele hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit – und alles für die Katz? „Vielleicht nicht ganz“, hofft der Vorsitzende. Viel organisatorische Vorarbeit habe man sauber eingetütet und archiviert, um so für ein künftiges Fest eine Vorlage liefern zu können, dann eventuell sogar in Abstimmung mit anderen Ortsvereinen.

Nicht wiederverwertbar sind die meisten dinglichen Anschaffungen, die im Vorfeld längst bestellt und geliefert waren. Transparente etwa oder die üblichen Festzeichen, die sich Festbesucher anstecken können. Einige tausend Anstecker mit dem Emblem „150 Jahre Feuerwehr Holzkirchen“ müssen eingestampft werden. Oder macht sie die coronabedingten Doppel-Absage sogar zu wertvollen Sammlerstücken? Eßl glaubt daran weniger. „Die werden wir wohl ins Alteisen werfen.“

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