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Die Traglufthalle in Holzkirchen: Werden Asylbewerber anerkannt, müssen sie die Einrichtung verlassen. Dann ist guter Rat oft teuer. 

Wohnraum für anerkannte Asylbewerber

Flüchtlings-Hilfe auf dem kurzen Dienstweg

Fischbachau/Holzkirchen - So kann Integration funktionieren. Der eine braucht Wohnraum für anerkannte Asylbewerber. Der andere hat ihn und nimmt die Flüchtlinge bei sich auf. 

Josef Lechner hatte etwas anzubieten, was andere Gemeinden verzweifelt suchen: sozialen Wohnraum. Drei Häuser am Hundhamer Wiesenweg, die Fischbachau mit dem Kauf der Caritas-Familienferienstätte erworben hatte, wollte der Bürgermeister Asylbewerbern zur Verfügung stellen. Doch daraus wurde nichts. Wie berichtet, hatte die Regierung von Oberbayern angeordnet, Flüchtlinge nur noch zentral unterzubringen. Mittlerweile sind nun doch zwei Familien eingezogen. Es handelt sich um anerkannte Asylbewerber aus Holzkirchen.

Sein Amtskollege Olaf von Löwis habe für die beiden Iraker und ihre fünf- beziehungsweise sechsköpfige Familie verzweifelt eine Bleibe gesucht, gab Lechner nun im Gemeinderat bekannt. Weil anerkannte Flüchtlinge ohne Wohnung bekanntlich als obdachlos gelten, sind allein die Gemeinden für ihre Unterbringung zuständig. Lechner bot Löwis daher an, die 13 Iraker in Hundham einzuquartieren – unter der Bedingung, dass sie Fischbachau auf die Asyl-Quote angerechnet werden. Das Landratsamt spielte mit, und so hat die Gemeinde mit 51 von 55 Asylbewerbern ihr Soll fast erfüllt. 

"Das ist ein Musterbeispiel für die Zusammenarbeit zwischen Bürgermeistern“, sagte Lechner. „Ein echtes Gentlemen’s Agreement.“ In seinen Augen die einzige Lösung, um die Wohnungsnot in den Ballungszentren zu bekämpfen. Und dafür müsse man nicht mal das Landratsamt oder die Regierung beschäftigen. Dass letztere bis Jahresende nach wie vor mit 91 Flüchtlingen in Fischbachau rechnet, wundert Lechner. Vor allem, weil sie im Umkehrschluss dem von der Kirche angebotenen Container-Dorf in Elbach bislang keine Freigabe erteilt hat und sogar plant, die Traglufthallen in Rottach-Egern und Holzkirchen im Februar beziehungsweise April 2017 wieder abzubauen (wir berichteten). „Das ist Irrsinn“, sagte Lechner. 

Trotzdem geht er davon aus, dass eine langfristige Strategie dahinter steckt. Er vermutet, dass der Freistaat selbst sozialen Wohnraum schaffen möchte, um auch selbst daran zu verdienen. „Wenn das funktioniert, ist es wunderbar“, bekräftigte der Fischbachauer Rathaus-Chef. Umso erleichterter zeigte er sich, dass seine Gemeinde von Anfang an auf eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge gesetzt habe. So hätten sich die Iraker in Hundham bereits gut eingelebt. Lechner: „So funktioniert Integration

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