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Durch den Garten toben können die Hort-Kinder an der Frühlingsstraße derzeit noch. Ab Anfang 2019 rollen die Baufahrzeuge an. Der modulare Erweiterungsbau wird an den Flachen Bau im Hintergrund angeschlossen. Im Mai kommenden Jahres soll die Kita den Betrieb aufnehmen. Sie bietet Platz für zwölf Krippen und 50 Kindergartenkinder.

Anbau aus Holz in Modulbauweise

Flexibler Erweiterungsbau an Caritas-Hort: Planen in der Zwangsjacke

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Nach zähen Planungen nimmt der modulare Erweiterungsbau am Caritas-Hort Form an. Weil der Bedarf an Kita-Plätzen steigt, wird der Bau aufgestockt – und folglich natürlich eines: teurer.

Holzkirchen – Der Bedarf ist da. Daran ließ Johann Löffler keinen Zweifel aufkommen. Er ist im Holzkirchner Rathaus zuständig für Schulen und Kindertagesstätten. Bei Letzteren drückt bald schon der Schuh. Wie Löffler in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats berichtete, fehlen zum Start ins neue Betreuungsjahr im September 17 Krippen-Plätze. Im Laufe des Jahres kommen neun weitere Kinder hinzu, die gerne eine Krippe besuchen würden, aber nicht können, weil keine Plätze mehr frei sind.

Wenn alles nach Plan läuft, ist der akute Betreuungsengpass ab Mai 2019 jedoch gelindert. Dann nämlich soll im Anbau am Caritas-Hort an der Frühlingsstraße der Betrieb aufgenommen werden. In zwei Kindergarten- und einer Krippengruppe, die darin unterkommen sollen, wäre Platz für 62 Kinder. „Mit der Erweiterung decken wir den aktuellen Bedarf“, sagt Löffler.

Wie die Kita aussehen soll, präsentierten die Planer vom Münchner Architekturbüro Hirner & Riehl nun dem Marktgemeinderat. Das Gremium hatte sich voriges Jahr wie berichtet mehrheitlich auf eine temporäre Erweiterung in Modulbauweise verständigt. Eine „pragmatische, schnelle und kostengünstige Lösung“, urteilte Architekt Matthias Marschner. Noch dazu eine Lösung, die sich – wie von der Gemeinde gewünscht – „schnell an eine andere Stelle versetzen und ergänzen lässt“.

Dann nämlich, wenn irgendwo anders im Ort eine neue Kita entstehen soll – beziehungsweise mit Blick auf die stetig steigende Nachfrage an Betreuungsplätzen: entstehen muss. „Das ist bei uns ein Dauerthema, bei dem wir immer hinterher sind, immer in der reaktiven Phase sind“, verdeutlichte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Mit dem Anbau auf Zeit will man nun zumindest kurzfristig Entlastung schaffen.

Die Planungen haben sich allerdings zuletzt verkompliziert, mussten zwischenzeitlich grundlegend überarbeitet werden. „Deswegen hinken wir etwas hinterher“, erklärte Bauamtsmitarbeiter Florens Hintler. Grundsätzlichen haben die Planer am Standort baulich „eine Zwangsjacke an“, wie Marschner es ausdrückte. Sprich: Die räumlichen Gegebenheiten lassen nicht viel planerischen Spielraum. Erschwerend hinzukam, dass die Kita mehr Platz für mehr Kinder braucht. „In den Planungen haben wir festgestellt, dass wir einen Mehr-Bedarf an Fläche haben“, erläuterte Hintler. Die Geschossflächenzahl wuchs von rund 500 auf über 700 Quadratmeter.

Weil die Caritas als Betreiber an ihrem „offenen Konzept“ festhalten wolle und noch dazu so wenig Freifläche wie möglich bebaut werden soll, wird der Erweiterungsbau außerdem zwei- statt einstöckig. „Die Nutzer haben uns gebeten, den schönen Garten nicht zu zu bauen“, sagte Planer Martin Riehl. „Für uns ist das kein wesentlicher Bauaufwand und betrieblich ist es offenbar auch kein Thema.“

Kinderbetreuung auf zwei Etagen also: Im Erdgeschoss kommt die Krippengruppe sowie ein Speisesaal unter. Im Süden des Modul-Hauses führt eine Terrasse in den Garten. Die Kindergarten-Gruppen ziehen im ersten Stock ein. Ein Verbindungsgang schließt den Alt- an den Neubau an, der mit einer Fassade aus Profilblech und Holzleisten verkleidet wird.

Mehr Fläche für mehr Kinder bedeutet natürlich auch eines: Der Bau wird teurer. Statt der angesetzten 2 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für den Bau inklusive Möblierung nach neuesten Schätzungen auf 2,5 Millionen Euro. „Wir bekommen mehr, also kostet es auch mehr“, stellte Löwis lakonisch fest. Wie viel Abbau, Umzug, Wieder-Aufbau der flexiblen Module, kosten wird, konnte Hintler derweil noch nicht einschätzen. Aus Mangel an belastbaren Zahlen, wie er sagt. Eines stehe aber fest: „Es wird definitiv günstiger als ein Neubau.“

Dass in der Marktgemeinde in den kommenden Jahren weitere Kitas gebaut werden müssen, betonte Löwis an dieser Stelle nochmals. „Da müssen wir schnell sein.“ Eine Forderung, der Kita-Beauftragter Löffler Nachdruck verlieh: Bislang, räumte er ein, habe man es zwar immer irgendwie geschafft, die Kinder unterzubringen, aber immer „auf Kosten des Personals“. Von dieser Art der „Notstandsverwaltung“, betonte Löffler, „würde ich gerne wegkommen.“ Denn: Dass der Bedarf auch weiterhin steigt, sei absehbar.

fp

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