Festnahme im Mordfall Peggy

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Die BOB-Zukunft im Hintergrund: Mit der Absichtserklärung posieren nach der Unterzeichnung (v.l.) Tobias Heinemann, Sprecher der Transdev-Geschäftsführung, Landrat Wolfgang Rzehak, Verkehrsministerin Ilse Aigner, Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis, BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch, Josef Niedermaier, Landrat im Kreis Bad-Tölz Wolfratshausen, BEG-Chef Thomas Prechtl, Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber und Fabian Amini, der Technische Geschäftsführer der BOB. 

Ergänzungsvereinbarung unterschrieben

Flotten-Wechsel bei der Bob: Der Quantensprung ist besiegelt

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In einem der neuen Lint-Züge hat Verkehrsministerin Ilse Aigner gestern einen Vertrag unterzeichnet, der den Austausch der Flotte der BOB ermöglicht. Ein Zwischenschritt hin zur Elektrifizierung der Strecke.

Holzkirchen – Um 14.14 Uhr war der „Quantensprung“ besiegelt. Nichts weniger verspricht sich die Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) schließlich vom Austausch ihrer Flotte. Bis Juli 2020 werden die alten Fahrzeuge vom Typ Integral und Talent ausrangiert und durch neue vom Typ Lint ersetzt. An Bord eines der Lint-Fahrzeuge – eine Leihgabe der Bayerischen Regiobahn – setzte Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) gestern Nachmittag am Holzkirchner Bahnhof ihre Unterschrift unter die notwendige Ergänzungsvereinbarung. Damit können die neuen Züge in den bestehenden Verkehrsdurchführungsvertrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und der BOB integriert werden.

„In 20 Monaten werden wir das Oberland auf der Schiene völlig neu erleben“, versprach BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. Ab dann sollen die Lint-Züge mit bis zu 140 km/h durchs Oberland rauschen. Für Rosenbusch, der im Oktober zum MVV wechselt, kam das „Abschiedsgeschenk“ (Aigner) noch rechtzeitig. Schließlich haben er und Fabian Amini, der Technische Geschäftsführer, in den vergangenen drei Jahren daran gearbeitet, die BOB „von der Steinzeit in die Neuzeit zu holen“, wie Rosenbusch sagte. Die Stoßrichtung des Führungsduos war klar. „Wenn man einen Quantensprung an Qualität will, brauchen wir neue Fahrzeuge“, sagte Rosenbusch.

Mit den neuen Zügen aus dem Hause Alstom soll genau das erreicht werden. Der Lint 54 gilt als zuverlässiger, leiser und emissionsärmer. „Ein deutlicher Qualitätsschritt“, betonte Thomas Prechtl, Geschäftsführer der BEG. Ein Schritt, den sich der BOB-Mutterkonzern Transdev einiges kosten lässt. 25 nagelneue Dieselfahrzeuge least der Konzern und investiert dafür bis 2032 etwa 100 Millionen Euro, wie Transdev-Geschäftsführer Tobias Heinemann verriet. Zwar läuft der Verkehrsvertrag mit der BEG 2024 aus, „wir werden aber alles dafür tun, dass wir darüber hinaus als BOB im Oberland aktiv sind“, versicherte Heinemann. Unabhängig davon, wer bei der Neuausschreibung den Zuschlag bekommt, fügte BEG-Chef Prechtl an, sei vertraglich geregelt, dass die Lints bis zur Elektrifizierung der Strecke im Oberland bleiben.

Was die Fahrgäste ab 2020 erwartet, davon machten sich Aigner und Co. bei einer Führung durch den Lint ein Bild. Landrat Wolfgang Rzehak befand die Neuanschaffung anschließend als „gut“, weil weniger Lärm und Emission und mehr Zuverlässigkeit. Auf das Lob folgte jedoch sogleich ein großes Aber: „Es muss jedem klar sein, dass das nicht dazu dienen darf, die Elektrifizierung auf die lange Bank zu schieben.“ Eine Forderung, die so ziemlich jeder formulierte, mit dem man sich an diesem Nachmittag auf dem Bahnsteig unterhielt. Eine Forderung, die man im Verkehrsministerium offenbar auch verinnerlicht hat.

Staatsministerin Aigner bekräftigte erneut, dass die neuen Dieselfahrzeuge lediglich eine Übergangslösung seien – allen Unkenrufen zum Trotz (siehe Kasten). „Das ist nicht unsere Zukunftsvision“, sagte sie. „Unsere Vision ist die Elektrifizierung der Oberlandstrecke – wie auch immer die dann ausschaut.“ Und um diese Aussage zu unterstreichen, hatte Aigner eine Neuigkeit parat: Der Freistaat werde eine Voruntersuchung der Strecke vorfinanzieren. „Dann“, sagte Aigner, „hängt es am Bund.“

Zunächst steht aber die Wachsablösung auf den Schienen an. Der alten Flotte wird Rosenbusch – wenn überhaupt – nur eine kleine Träne nachweinen. „Wenn man ehrlich ist“, sagte er, „hatten weder die Fahrgäste noch wir mit den Integralen in den letzten 20 Jahren viel Spaß.“ Der baldige Ruhestand, er ist dennoch wohlverdient.

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