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Hat Kaufabsichten: Pfarrvikar Hannes Schißler vor dem Föchinger Pfarrhaus.

Auch in Grundstücks-Bebauung kommt Bewegung 

Föching: Kirche will Pfarrhaus kaufen

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Föching - Die Kirche möchte das  Pfarrhaus vom Freistaat kaufen. Bewegung soll auch in die Bebauung des Kirchengrundstücks nebenan kommen - für  sozial Schwache und Flüchtlinge.  

Im Zuge der Säkularisation von 1803 wurde das Föchinger Pfarrhaus zum staatlichen Eigentum. Momentan gehört es dem Freistaat Bayern. Doch das soll nicht so bleiben. „Die Kirchenstiftung Föching möchte, dass das Pfarrhaus wieder in kirchliches Eigentum übergeht“, sagt Pfarrvikar Hannes Schißler, der Ansprechpartner für die Pfarrei Föching ist. Am liebsten pünktlich zur 1200-Jahr-Feier des Ortes heuer im September, wenn auch die Kirche St. Johann Baptist ihr Jubiläum feiert. Diese Rückkauf-Versuche gebe es bereits seit gut 15 Jahren, sagt Schißler. Jetzt aber wird es konkreter.

Das hat Schißler jetzt auch den Gläubigen bei der Pfarrversammlung im Föchinger Hof erklärt. Außerdem ging es um die Bebauung des Kirchengrundstücks nebenan.

Der Plan sehe so aus: „Das Ordinariat in München würde das Pfarrhaus kaufen“, meint Schißler gegenüber unserer Zeitung. Damit würde es an die Kirchstiftung Föching übergehen. Die Kosten seien offen, die Verhandlungen am Laufen. Die Kirchenverwaltung habe beschlossen, so vorzugehen, der Pfarrgemeinderat zugestimmt. „Der Freistaat will das Pfarrhaus auch verkaufen.“ Momentan müsse man sich mit den verschiedenen Stellen – namentlich Kultusministerium und Regierung von Oberbayern – über die Konditionen verständigen. „Wir hoffen, dass es in diesem Jahr zurückgekauft werden kann.“

Dann würde die Kirche das Pfarrhaus für ihre Zwecke umbauen und sanieren. Die Fenster seien undicht, sagt Schißler, der sein Büro dort hat. Vor einigen Wochen trat ein Wasserschaden im Keller auf. Wegen der extremen Kälte platzte eine eingefrorene Leitung. „Das Wasser stand gut 30 Zentimeter am Boden.“ Weil die Pfarrwohnung nicht bewohnt sei, sei die Anlage eben kaum in Betrieb. Neben der Wohnung und Schißlers Büro gibt es einen 30 Quadratmeter großen Pfarrsaal im Gebäude. Theoretisch könnten später in der Pfarrwohnung Flüchtlinge einziehen. Aber momentan dürften nur Geistliche dort wohnen, erklärt Schißler.

Platz für anerkannte Asylbewerber könnte ebenso auf einem Kirchengrundstück neben dem Pfarrhaus entstehen. Die Pläne, dort ein Wohnhaus zu errichten, haben offenbar wieder Schwung aufgenommen. Wie berichtet, hatte die Kirchenverwaltung ihr Vorhaben eingebremst, nachdem im Sommer 2015 die Nachricht einer versuchten Vergewaltigung dazwischen platzte. Als Täter im Verdacht standen Asylbewerber, die in der Föchinger Turnhalle wohnten. Am Ende aber kam heraus, dass das vermeintliche Opfer – eine 19-Jährige – die Tat nur erfunden hatte. Der Vorfall hatte für Wirbel in Föching gesorgt.

Inzwischen aber haben sich laut Schißler die Wogen geglättet, und die Pläne für die Bebauung der Wiese nehmen Gestalt an. „Ein Teil des Grundstücks soll per Erbbaurecht für 75 Jahre an die Gemeinde Holzkirchen gehen“, erklärt der Pfarrvikar. „Ein Vertragspartner der Gemeinde baut dann ein Wohnhaus mit acht Wohneinheiten.“ Auf der Wiese könnten zum einen Flüchtlinge einziehen, zum anderen sozial benachteiligte Einheimische. Ein Holzgebäude sei wünschenswert. Eventuell könnte später ein zweites Gebäude entstehen. So sehen zumindest die groben Überlegungen der Kirchenverwaltung aus, erklärt Schißler. Ein formeller Beschluss liege nicht vor.

Auch für Bürgermeister Olaf von Löwis ist die Angelegenheit noch nicht so konkret. „Ich freue mich aber, wenn Bewegung in die Sache kommt“, sagt er. Immerhin sei bezahlbarer Wohnraum stets ein Thema, gleichermaßen die Unterbringung anerkannter Asylbewerber. Es habe mehrere Gespräche und Ortstermine gegeben. „Für mich war der Ball jetzt bei der Kirche.“ Eine offizielle Aussage sei bis dato nicht bei ihm gelandet, der Gemeinderat habe sich also noch nicht damit befasst. Welche Lösung konkret zum Tragen komme, sei offen – eine Regelung über eine Erbpacht durchaus vorstellbar, „wenn die Bedingungen passen“. Die Gemeinde sei nach wie vor interessiert. „Wir warten ab.“

Etwas mehr pressiert es offenbar Schißler: „Ich hoffe, dass es noch in diesem Jahr zum Vertragsabschluss kommt“, sagt er. Bebaubar sei übrigens nur ein Teil der Fläche. „Der Rest ist hochwassergefährdet.“

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