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Beliebt, aber altersschwach: Das bisherige Hubertusstadion (Bild oben) in Holzkirchen ist anfällig, die Pistenverrohrung marode. Und es liegt mitten in einem Wohngebiet.

Spender und Sponsoren gesucht

Förderverein kämpft für Eis- und Mehrzweckhalle

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Ein neuer Förderverein kämpft für eine neue Eis- und Mehrzweckhalle. Bei einer Versammlung stellte Vorsitzender Josef Wochinger Ziele und Möglichkeiten vor. Sponsoren sind gesucht. 

Der frisch gegründete Förderverein um Vorsitzenden Josef Wochinger (linkes Bild, l.) setzt sich für eine neue Eis- und Mehrzweckhalle ein. In der Alten Post in Holzkirchen stellten die Mitglieder nun ihre Pläne vor.

Holzkirchen – Gerötete Gesichter, fieberhafte Stimmung. Der Saal ist voll und heiß, als es um ein eiskaltes Thema geht: Josef Wochinger greift zum Mikro. Das 60 Jahre alte Eisstadion sei „rundum veraltet“. Verursache Lärm- und Verkehrsbelastungen. Bei vier Monaten Betrieb im Jahr liege viel Kapital brach. 2015 musste die Knabenmannschaft des ESC auf den Aufstieg verzichten, weil es zu wenig Eiszeiten gab. Zudem fehle eine große Halle für Veranstaltungen, in den Oberbräusaal, passten nur 500 Leute rein. „Der Mehrzweck steht im Vordergrund“, sagt Wochinger, der die Vertrauensfrage stellt: „Steht Ihr alle zu uns?“ Die Menge jubelt. Er weiß, wie man Menschen begeistert.

Mit diesen Worten stellte Wochinger nun in der Alten Post den neuen Förderverein Eis- und Mehrzweckzentrum Holzkirchen vor, der heuer am 11. September gegründet wurde und dessen Vorsitzender er ist. Das Hauptziel des Vereins: Den Bau einer neuen Eis- und Mehrzweckhalle in Holzkirchen anzuschubsen.

Bislang zähle der Verein 50 Mitglieder, berichtete Wochinger. Auch einige Vereine unterstützen ihn: Darunter ESC, Eiskunstlaufverein, Eisschützen, Hartpenninger Stockschützen, Eishockey Hobby-Mannschaften sowie der Eintanzclub. Der Förderverein sammle Spenden, wolle später einen sechsstelligen Betrag beisteuern. Er suche Sponsoren sowie das Gespräch mit der Gemeinde. Wie berichtet, denkt diese seit Jahren über die Auslagerung des Hubertusstadions nach. Auch angesichts der geplanten Postbräubebauung. Zudem macht den Verantwortlichen die marode Pistenverrohrung zu schaffen. Bislang scheiterte das Projekt auch am Geld.

Die Angst, dass die Verrohrung eines Tages kollabiert, und „das Stadion wegfällt“, macht Leuten wie Wochinger Angst. Auf Vereine kämen teure Auswärts-Eiszeiten zu. Holzkirchen wäre um ein Breitensportangebot ärmer, Schulen müssten auf Schlittschuhlaufen verzichten. „Viele Leute haben hier Schlittschuhfahren gelernt und Mädchen kennengelernt“, meinte Wochinger. „Holzkirchen würde ein Stück Lebensqualität verlieren.“

Die Halle soll nicht nur dem Eissport dienen, es soll eine ganzjährig nutzbare Mehrzweckhalle werden. Für Ausstellungen, Messen, Märkte, größere Konzerte und Bälle. Ideen für einen Standort gibt es schon: An der Alten Au, neben der Geothermie. Das gefiele nicht nur dem Verein, sondern auch Bürgermeister Olaf von Löwis, der zur Versammlung nicht kam, weil er zum Wirtschaftsempfang der SMG musste. Die Geothermie könne Energie liefern. Ob die gemeindlichen Flächen mit 30 000 Quadratmetern ausreichen und ob eine Halle dort im Wald genehmigungsfähig sei, sei offen. Gemeinderat Albert Kraml gab zu Bedenken, dass dort eine öffentliche Anbindung fehlt.

Der Verein hat mit Guido Pfaffhausen einen Architekten zu Rate gezogen, der aber noch kein konkretes Konzept vorlegte. „Ich war erstaunt, dass eine 17 000 Einwohner-Gemeinde keine Stadthalle hat“, sagte er. Er schlug eine zweite Eisfläche für den Neubau vor. Gesamtkosten: 13 bis 15 Millionen Euro, für bis zu 3000 Zuschauer. Parkplätze müssten her. Bauzeit: 15 Monate, plus zwei Jahre Planungszeit.

Vize-Bürgermeisterin Elisabeth Dasch lobte, dass ein Verein die Initiative ergreift, und Betroffene nicht nur zur Gemeinde sagen: „Ihr müsst was machen.“ Eine Halle sei erforderlich, jedoch gebe es vordringlichere Projekte wie die Sanierung der Mittelschule oder den kommunalen Wohnungsbau, die sich nicht im Freizeitbereich bewegen. Das erklärte sie einer Zuhörerin, die fragte, wie man auf die Prioritätenliste komme. Wochinger verteidigte die Gemeinde. „Die haben immer alles bezahlt, wenn was kaputt war.“ Ein Zuhörer vermisste ein virtuelles Konzept und Zahlen. „Wir sind frisch gegründet, so weit sind wir noch nicht“, entschuldigte sich Wochinger. Eisstüberl-Betreiber Rudi Üblacker erinnerte daran, dass die Gemeinde mit dem jetzigen Stadion einen Gegenwert habe. „Wie geht es jetzt weiter?“, fragte ein Zuschauer. Man werde Spenden sammeln und Sponsoren finden. Und einen Antrag im Gemeinderat stellen, damit dieser sich ernsthaft mit dem Thema befasse. Ein Förderverein könne die Halle alleine nicht bauen, aber: „Wir kämpfen dafür“, so Wochinger.

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