Polizei räumt kompletten ICE - Hintergründe noch unklar

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Prüfer unterwegs: Das Forum Inklusion schickte Testgruppen durch Holzkirchen, um Schwachstellen in Sachen Barrierefreiheit aufzudecken.

Forum Inklusion überprüft barrierefreies Holzkirchen

Rampe am Marktplatz ist zu steil

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Holzkirchen - Kleine Hürden können hier schon zum Problem werden: Wie barrierefrei Holzkirchen tatsächlich ist, testete das Forum Inklusion bei einer Aktion aus. Jetzt haben die Mitglieder Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen präsentiert.

Mitten im Ortszentrum hakt es. Die Rampe vor der Marktplatzapotheke gehe gar nicht, findet Elisabeth Dasch. Und das, obwohl sie eigentlich auch Menschen mit Behinderung dienen soll. „Die ist viel zu steil“, meint die Zweite Bürgermeisterin von Holzkirchen. Rollstuhlfahrer laufen Gefahr, beim Runterfahren die Kontrolle zu verlieren – und anschließend auf die Straße zu sausen. Auch nebenan bekommen sie Probleme. Der Zugang zur Hypobank ist nur über Stufen möglich, und der behindertengereichte Eingang zur Sparkasse sei nur zu den Öffnungszeiten nutzbar. „Es ist schwierig, am Wochenende an die Geldautomaten zu kommen.“ 

Auch dieses Jahr hat das Forum Inklusion anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung Anfang Mai eine Veranstaltung organisiert, die abtasten sollte, wie barrierefrei Holzkirchen tatsächlich ist. Verbesserungsvorschläge hat Dasch nun im Namen des Forums, dessen Sprecherin sie ist, Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) überreicht. „In der Hoffnung, dass auch in diesem Jahr einige davon umgesetzt werden und wir einem barrierefreien Holzkirchen immer näher kommen“, so Dasch. 

An dem Testtag durchquerten Bürger mit Brillen, die eine Sehbehinderung vortäuschen, Rollstühlen und Rollatoren den Ort. „Wir haben die Leute begleitet, damit nichts passiert“, erzählt Dasch. „Erfreulich dabei war, dass auch Mitbürger mit Beeinträchtigungen aus ihren Erfahrungen mit Barrieren berichteten und noch einige Verbesserungen vorschlugen“, sagt Dasch.

Erstmals hatte das Forum Inklusion – das laut Dasch aus acht festen Mitgliedern besteht und sich einst aus Tom’s Café herausbildete – 2015 eine solche Veranstaltung in Holzkirchen organisiert (wir berichteten). Seitdem ist einiges passiert. „Als erstes möchten wir uns für die Beseitigung der im letzten Jahr festgestellten Barrieren bedanken“, schreibt das Forum an den Bürgermeister. So ließ die Gemeinde etwa die Stufen des Rathauses markieren, damit auch Sehbehinderte und Blinde sicher ein- und ausgehen können. Vor der Gemeindebücherei hängt inzwischen ein Schild mit der Aufschrift „bitte klingeln“. So können Mitarbeiter schnell an die Tür kommen und Rollstuhlfahrern helfen. 

„Dieses Mal haben wir noch mehr Hinweise bekommen“, erzählt Dasch. Dennoch seien die Leute insgesamt zufrieden mit der Barrierefreiheit in Holzkirchen gewesen. Der Smiley-Skala, auf dem sie ihrer Meinung Ausdruck verleihen konnten, zeigte einen mittleren Wert.

Trotzdem drückt der Schuh an vielen Stellen. Am Gehweg an der Tölzer Straße gebe es zu vielen Engstellen, monierten die Teilnehmer zum Beispiel. In der Tiefgarage für das Kulturzentrum seien die Stufen nicht markiert. Generell könnten die Markierungen für Blinde und Sehbehinderte in öffentlichen Gebäuden mittels Leitlinien und Kontrastierungen besser werden. Genauso wie die Erreichbarkeit von Naherholungsgebieten wie an der Flinspachstraße mit dem Rollstuhl.

Doch die Liste ist noch länger: Rund um den Marktplatz seien die Bordsteine zu hoch, und die Kreuzung Roggersdorfer Straße Ecke Baumgartenstraße sei zu steil. Gleiches gelte für den Bereich vom Atrium bis zum Bahnhof. Zu guter Letzt sei auch die Schrift im Gemeindeblatt teilweise für Menschen, die nicht mehr so gut sehen, zu klein. Schön wäre auch ein Ortsplan, in den ein Rollstuhlweg eingezeichnet wird, der aufzeigt, welche Strecken man in Holzkirchen am besten mit dem Rollstuhl passieren kann. Bürgermeister Löwis reagiert positiv: Über Details könne er momentan zwar noch nichts sagen. „Grundsätzlich aber ist eine große Bereitschaft da, unbürokratisch zu helfen“, sagt er. Man müsse die Stellen und mögliche Maßnahmen mit den Behindertenbeauftragten Johann Numberger und Mona Hackl sowie dem Bauamt und Bauhof besprechen. Kleinere Beträge seien auf jeden Fall im aktuellen Haushalt drin.

„Es wäre schön, wenn das in Angriff genommen werden könnte“, betont Dasch. Vielleicht bis zum nächsten Tag der Menschen mit Behinderung.  (mar)

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