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Gratulation: Bei einer der beiden Abschlussfeiern in der Aula der FOS/BOS Holzkirchen überreichte Schulleiter Josef Schlemmer (l.) den (F)Oscar an den besten Fachabiturienten der Schule, Michael Schneider.

Zum Abschied fließen Tränen

FOS/BOS: So viele Absolventen wie noch nie

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Rekordjahr an der Fachoberschule Holzkirchen: In 16 Abschlussklassen wurden rund 320 Absolventen mit Fachabitur und rund 70 mit Abitur verabschiedet – so viele wie nie zuvor.

Holzkirchen - In der Schule ist es wie im „richtigen“ Leben. Es gibt Personen, zu denen findet man einen Draht und bei anderen will es nicht so recht klappen. Dies wurde auch bei den Abschluss-Reden deutlich. Da war beispielsweise die Lehrerin, die sich von den Schülern fragen lassen musste, warum sie mit ihrem Führungsstil keine Karriere beim Militär anstrebt. Ihr Umgangston brachte ihr den Kosenamen „Feldwebel“ ein.

Und dann war da Lehrerin Johanna Schweiger, der der Abschied von ihrer Klasse 12 DW unübersehbar und unüberhörbar schwer fiel. Ihre Rede dauerte doppelt so lange wie geplant, weil sie immer wieder mit den Tränen kämpfen und tief durchschnaufen musste. „Die Schnelllebigkeit der FOS ist in diesem Fall ganz, ganz traurig – es war toll mit euch zu arbeiten“, schluchzte sie. Noch nie seien ihr in Mathematik so viele interessante Fragen gestellt worden. Nach dem Unterricht wäre sie am liebsten gar nicht mehr aus dem Klassenzimmer rausgegangen. Weiterhin mit den Tränen kämpfend fügte sie hinzu: „Wenn ich eine Wunschliste schreiben dürfte, würde ganz oben stehen, dass ich euch weiter unterrichten darf. Danke für die letzten neun Monate.“

Bürgermeister Olaf von Löwis gab zu, dass er zur Schule ein höchst ambivalentes Verhältnis habe. Auf der einen Seite sei er mit einer Lehrerin verheiratet, zu der er „kein ambivalentes Verhältnis“ habe, wie er schmunzelnd hinzufügte: „Die meisten wissen gar nicht, wie Lehrer mitzittern und mitfiebern. Und wie sie sie sich freuen, wenn alles geklappt hat.“

Weniger positiv sind dagegen die Erinnerungen an die eigene Schulzeit. Es heiße zwar, dass man für das Leben lerne und nicht für die Schule. „Ich hatte aber immer den Eindruck, dass ich für die Schule lerne – und nicht fürs Leben.“ In den vergangenen Jahrzehnten habe sich jedoch viel geändert. Heute werde viel mehr Wert auf Praxisbezug gelegt. Gerade auf das „Erfolgsmodell FOS“ treffe dies zu. Den Absolventen empfahl er, an sich und ihre Talente zu glauben und jetzt erst mal richtig zu feiern. „Denn solch ein Abschluss ist eine große Leistung.“

Schulleiter Josef Schlemmer hob in seiner Rede hervor, wie viel Arbeit hinter einer solchen Prüfung steckt: „400 Prüflinge mal Erst- und Zweitkorrektur mal vier Fächer – das bedeutet 3200 Prüfungen, die in kürzester Zeit zu korrigieren sind.“ Auch dafür dankte Schlemmer dem Lehrer-Kollegium. An die Schüler gerichtet sagte er, Studien hätten gezeigt, dass einige Eigenschaften bei der Mitarbeiter-Führung besonders wichtig seien. Unter anderem Vertrauen, Respekt, Mitgefühl und Fürsorge. Schlemmers Empfehlung: „Wenn sie davon etwas weitergeben, werden sie viel zurückbekommen.“

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