Kleine Zeremonie mit genug Abstand: Die feierliche Indienststellung der drei LF 20 und des „Klaf“ (r.) vor der Holzkirchner Rettungswache.
+
Kleine Zeremonie mit genug Abstand: Über die feierliche Indienststellung der drei LF 20 und des „Klaf“ (r.) freuten sich (v l.) die drei Feldollinger Anton Schwindt (Vorstand Feuerwehr), Georg Glas (Fähnrich), Kommandant Robert Weber, Föchings Zweiter Kommandant Josef Reichtalhammer, Feldkirchens Bürgermeister Hans Schaberl, dessen Holzkirchner Kollege Christoph Schmid sowie die Kommandanten Martin Fischhaber (Föching) und Ludwig Würmseer (Holzkirchen).

Gemeinsame Bestellung zahlt sich aus

Drei Tanker auf einen Streich: Freistaat belohnt Feuerwehren

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
    schließen

Eine ungewöhnliche Sammelbestellung glückte den Feuerwehren Föching, Holzkirchen und Feldolling. Alle drei bekamen ein nagelneues Löschgruppenfahrzeug LF 20 geliefert. Der Clou dabei: Der Freistaat honoriert diese interkommunale Zusammenarbeit mit einem schönen Zuschuss-Bonus.

Föching/Holzkirchen – Das LF 20 gilt als Arbeitstier der Feuerwehren. Nicht zu groß, nicht zu klein, kein Spezialist, ein Alleskönner. Die Feuerwehr Föching hatte so eine Verstärkung dringend nötig. Denn das vor wenigen Jahren eröffnete Gewerbegebiet-Nord mit seinen großen Gebäuden liegt im Zuständigkeitsbereich der 50-köpfigen Truppe von Kommandant Martin Fischhaber – und bereitete dem Kommandant Sorgen. Das alte LF 8 der Föchinger konnte nur 600 Liter Löschwasser tragen – zu wenig, um im „Erstangriff“ mit Atemschutzträgern einen Brand schnell in den Griff zu bekommen. „Das reichte nicht mehr“, sagt Fischhaber. Das LF 20 bringt jetzt die Schlagkraft, die es für ein Gewerbegebiet braucht; 3000 Liter Löschwasser, zudem 125 Liter Schaum und eine Tragkraftspritze.

Als die Holzkirchner Kameraden davon hörten, entstand die Idee, eine Doppelbestellung auf den Weg zu bringen. Ihr 26 Jahre alter Tanklöscher rostete vor sich hin und wartete auf Ablösung – auch hier passte ein LF 20. „Die Föchinger waren federführend“, sagt Holzkirchens Kommandant Ludwig Würmseer, „wir haben uns drangehängt.“ Das war vor drei Jahren.

Der dritte im Bunde fand sich in einem Nachbarlandkreis

Die Marktgemeinde Holzkirchen sagte zu, die zwei Fahrzeuge zu bezahlen. Die Doppelbestellung versprach Rabatt beim Hersteller. Und es kam noch besser. Der in Holzkirchen tätige, hauptamtliche Feuerwehr-Gerätewart Christoph Stefaner stammt aus Feldkirchen-Westerham und ist dort aktives Mitglied der Feuerwehr. „Er wusste, dass auch die Ortsteilfeuerwehr Feldolling dringend ein neues LF braucht“, berichtet Würmseer, „das war dann der Dritte im Bunde.“

Schaffen es zwei Kommunen, zusammen zwei absolute baugleiche Feuerwehr-Fahrzeuge zu ordern, belohnt der Freistaat diese Absprache mit einem zehnprozentigen Zuschussbonus. „Und klar ist ja, dass der Hersteller einen anderen Preis macht, wenn man drei gleiche Autos bestellt“, sagt Fischhaber. So ergab sich ein Stückpreis von rund 400 000 Euro, der Freistaat steuerte jeweils 140 000 Euro bei – statt regulär nur 100 000 Euro.

Drei Jahre koordinierten die Föchinger diesen Dreier-Clou in Absprache mit den beiden Rathäusern, ehe die Auslieferung erfolgte. „Das lief absolut reibungslos“, sagt Würmseer, „hätte man nur ein Fahrzeug bestellt, wär’s auch nicht schneller gegangen.“

Kleine Einweihungszeremonie statt großer Feier

Anfang Februar wurden die drei LF 20 (MAN-Fahrgestell) bei der Firma Rosenbauer abgeholt. Die Föchinger absolvierten bereits einen ersten Einsatz (Verkehrsunfall). Die Holzkirchner stellten den Neuzugang am 15. März in Dienst. „Wir hätten das gerne bei einer großen Einweihung mit allen drei Wehren gefeiert“, sagt Würmseer. Coronabedingt gab es aber nur eine kleine Segnungs-Zeremonie in Holzkirchen mit den Pfarrern Gottfried Doll (katholisch) und Matthias Lorentz (evangelisch). Neben ihrem LF 20 begrüßten die Holzkirchner einen weiteren Neuzugang: Das „Klaf“ (Kleinalarmfahrzeug), ein Mercedes Vito, soll unter anderem den Gerätewarten die Arbeit erleichtern. Anschaffungspreis rund 30 000 Euro. „Damit sind unsere Garagen jetzt voll besetzt“, sagt Würmseer.

Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid begrüßte bei der Einweihung auch seinen Feldkirchner Amtskollegen Hans Schaberl. Beide lobten die gute, landkreisübergreifende Zusammenarbeit ihrer Wehren.

Weitere Neuigkeiten über die Holzkirchner Feuerwehr lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare