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Freizeitsportler müssen draußen bleiben: Sportanlagen an Probst-Sigl-Straße bleiben Schulsport vorbehalten

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Von: Marlene Kadach

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Die Anlage an der Probst-Sigl-Straße bleibt dem Schulsport vorbehalten. Der Bürgermeister sieht keine Eile, das zu ändern.
Die Anlage an der Probst-Sigl-Straße bleibt dem Schulsport vorbehalten. Der Bürgermeister sieht keine Eile, das zu ändern. © Thomas Plettenberg

Die Schulsportanlagen an der Probst-Sigl-Straße in Holzkirchen für den Freizeitbereich zu öffnen, brennt dem Bürgermeister nicht auf den Nägeln. Sebastian Franz (CSU) will es aber im Blick behalten.

Holzkirchen – Auch wenn im Moment coronabedingt Schulen und Sportstätten geschlossen sind: Sebastian Franz will ein Thema, das er immer wieder angestoßen hat, nicht aus den Augen verlieren. „Der Bedarf ist da“, sagt der CSU-Fraktionsvorsitzende. „Dass es eine weitere Sportanlage bei so vielen Kindern und Schulen braucht, ist unbestritten.“ Die neue Jugendfreizeitmeile am Ladehof und die Flächen an der Baumgartenstraße reichten nicht aus. Vor allem an letztgenannten – die zeitweise auch nach Schulschluss nutzbar sind – „ballt es sich“.

Gemeinderat fordert Öffnung der Anlagen für Freizeit

Daher ist es Franz ein Anliegen, dass die Schulsportanlagen an der Probst-Sigl-Straße auch für den Freizeitsport geöffnet werden. Am Rande tauchte das Thema nun im Kreishaushalt auf. Dort sind an der Oberland-Realschule für das laufende Jahr rund 625 000 Euro für die Errichtung einer Schallschutzwand am Sportgelände und den Einbau einer Lüftungsanlage in der Turnhalle eingestellt. Letztere muss kommen, weil die Turnhalle momentan nicht nutzbar ist, nachdem die Belüftung wegen Corona nicht ausreicht. Bei erstgenannter Maßnahme handelt es sich um ein Dauerthema.

Geforderte Lärmschutzwand und Sicherheitsdienst stoppten Projekt

In der Gemeinde gibt es seit vielen Jahren den Wunsch, dass sich Kinder in ihrer Freizeit an Hartplatz, Beachvolleyballfeld und Rasenfläche an der Probst-Sigl-Straße austoben dürfen. Nach einer Lockerung der Lärmschutzverordnung gemäß dem Immissionsschutz-Gesetz kam Schwung in die Sache. Ein Gutachten sollte daraufhin klären, was überhaupt möglich ist. Anschließend fokussierte sich die Gemeinde auf die Öffnung eines Teilbereichs, des Rasenplatzes, Ende 2017 gab es einen Gemeinderatsbeschluss dazu. Außerdem erwies es sich als einfacher, die Fläche nur für die Freizeit, nicht für den Vereinssport zu öffnen. Dennoch bremsten vor allem zwei Punkte das Vorhaben aus: Zum einen forderte das Landratsamt eine Lärmschutzwand. Zum anderen sollte ein Sicherheitsdienst überwachen, ob Nutzungszeiten eingehalten werden.

Eigentlich hätte die Wand bereits beim Bau von Real- und Grundschule hochgezogen werden müssen, erinnert Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Landratsamtssprecherin Sophie Stadler bestätigt das: „Es stimmt, dass es Teil der Baugenehmigung war, einen Schallschutz zu errichten“, sagt sie. „Jedoch wurde mit den Anwohnern vereinbart, dass es diesen nicht braucht, weil auf dem Gelände nur Schulsport betrieben werden darf.“ Wenn die Anlage jedoch für Freizeitsportler zur Verfügung stehen soll, sei es nötig, eine Lärmschutzwand zu bauen.

Gemeinde muss Kosten tragen

Laut Stadler liegen die Gesamtkosten bei 250 000 bis 300 000 Euro. Landkreis und Gemeinde würden diese zu jeweils 50 Prozent tragen. Vonseiten des Landkreises gebe es keine aktuellen Pläne dazu. Der Ball liege bei der Gemeinde. Das Landratsamt sei nur Sachaufwandsträger für Schulen und den Schulsport. Alles, was mit der Öffnung für Freizeitsport zusammenhängt, sei Aufgabe der Gemeinde, so Stadler. Dazu gehören die Kontrolle der Nutzungszeiten, das Auf- und Abschließen des Geländes sowie die Schaffung sanitärer Anlagen.

Bürgermeister hält Aufwand für zu groß

Genau das sorgt bei Bürgermeister Schmid für Stirnrunzeln: „Der Aufwand wäre hier also sehr groß“, meint er. Man müsse daher sorgsam abwägen, ob sich das wirklich lohne, zumal die Nutzungszeiten knapp ausfielen. Der Wunsch, generell Schulsportanlagen zu öffnen, tauchte ferner im Sportentwicklungsplan auf. Und im Zusammenhang mit dem Neubau der Mittelschule. „Aber das ist momentan kein Thema, das uns auf den Nägeln brennt“, sagt Schmid. „Die Planungen ruhen.“ Es gebe viele andere Baustellen.

Franz will trotzdem nicht locker lassen an der Probst-Sigl-Straße. Die Fläche sei optimal. „Mitten im Ort, durch Ballfangzäune abgesichert.“ Er hofft, dass unter dem neuen Landrat Olaf von Löwis (CSU) – der sich als Holzkirchner Bürgermeister einst selbst für das Thema starkmachte – Bewegung in die Sache kommt. Franz schlägt also vor: „Gemeinde und Landratsamt sollten sich noch mal an einen Tisch setzen.“ mar

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