Schnappschuss aus unbeschwerten Zeiten: Barbara Schömig und Chefkoch Stefano Chiari leiten die Frischeküche. Das Bild entstand im Dezember 2019. Foto: Archiv tp

Kommunalunternehmen 

Frischeküche kocht auf Sparflamme

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Eingeschränkter Betrieb in Schulen und Kitas: Auch die Frischeküche in Holzkirchen kocht derzeit coronabedingt auf Sparflamme.

Holzkirchen – Zwischenzeitlich blieb die Küche kalt. Im Zuge des allgemeinen Corona-Lockdowns, als auch Schulen und Kitas schließen mussten, schickte die Frischeküche alle ihre Mitarbeiter erst mal zu 100 Prozent in Kurzarbeit, berichtet Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). „Wir haben sehr schnell reagiert.“

Betrieben wird die Großküche am Ladehof vom gemeindlichen Kommunalunternehmen (gKU) Frischeküche. Sie ist ein gemeinsames Projekt des Marktes Holzkirchen und des Landkreises Miesbach. Vorsitzender des gKU-Verwaltungsrats ist der Holzkirchner Rathauschef. Und Schmid berichtet nun, wie die Frischeküche durch die Corona-Krise kommt.

So langsam kocht sie sich wieder ein wenig hoch. Zwischendrin griff die Frischeküche der von der Corona-Krise in Pause gezwungenen Holzkirchner Tafel unter die Arme (wir berichteten). Nach und nach konnte sie ihren Betrieb wieder aufnehmen. Allerdings kocht sie aktuell auf Sparflamme. Vor den Pfingstferien waren es „nur rund 100 Essen am Tag“, berichtet Schmid. Zum Vergleich: Normalerweise werden in Spitzenzeiten täglich bis zu 2000 Portionen an Schulen und Kitas ausgeliefert. Die Gerichte für die Schulen fielen laut Schmid wegen Homeschooling und Co. fast komplett aus. Auch der Bedarf für die Kitas war gering. Viele hätten sich in den schwierigen Zeiten selbst versorgt, weil sich der Aufwand angesichts der Notbetreuung sonst gar nicht gelohnt hätte.

Nach den Pfingstferien, wenn in Bayern – vorbehaltlich einer positiven Entwicklung des Infektionsgeschehens – der Präsenzunterricht für alle Jahrgangsstufen an allen Schulen beginnt, wird auch in der Frischeküche wieder mehr gearbeitet. Aber der wochenweise gestaffelte Unterrichtsbetrieb werde sicher keine volle Auslastung herbeiführen.

Schmid und die anderen Verantwortlichen der Frischeküche halten es für unwahrscheinlich, dass der Schulbetrieb ab September wieder „ganz normal“ läuft. Vielmehr rechnen sie damit, dass die Frischeküche bis Jahresende weit weniger Essen als sonst produzieren werde. „Alles andere ist Glaskugellesen“, findet Schmid.

Einen finanziellen Verlust für die Frischeküche erwartet er dennoch nicht. „Zumindest nicht so gravierend, dass wir uns Gedanken machen müssten.“ Im Moment fielen kaum Material- und Personalkosten an. Geleitet wird die Einrichtung seit 2017 von einem Vorstandsduo: Ökotrophologin Barbara Schömig und Chefkoch Stefano Chiari. Ohnehin sei die 2013 gegründete Großküche jedes Jahr ein Zuschussgeschäft, erklärt Schmid. Zuletzt war damit gerechnet worden, dass Marktgemeinde und Landkreis für 2019 und 2020 je 300 000 Euro in das Kommunalunternehmen stecken müssen.

Das liege zum einen an der hohen Qualität. Die Produkte sollen gesund, möglichst bio, hochwertig, regional und saisonal sein, und das für einen niedrigen Preis für die Kunden. Zum anderen laufe der Betrieb maximal rund 230 Tage im Jahr. Obendrein sei das Gebäude noch nicht abbezahlt, erklärt Schmid.

Der Bürgermeister sieht kein Problem darin, dass das coronabedingte Hygieneprogramm samt Mindestabständen eingehalten wird. Immerhin werden durch Schule in Schichten viel weniger Portionen hergestellt.

Einen deutlichen Trend hat Schmid, zumindest unter normalen Umständen, festgestellt: Der Pausenverkauf an Schulen gehe sehr gut. 2016 wurde dafür das Tochterunternehmen „Frischekiosk GmbH“ gegründet. Den ersten Kiosk dieser Art übernahm die Tochtergesellschaft am Staatlichen Gymnasium Holzkirchen, jüngst kam die Realschule Holzkirchen dazu (wir berichteten). „Die größeren Schüler holen sich lieber Essen to go“, weiß Schmid. Wraps und solche Sachen. Dabei können sie selber und spontan entscheiden, was sie essen wollen. „Das gekochte Essen ist eher für die Kleineren.“ 

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