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Fröhlich feiern im Festzelt: Ein oder zwei Mass „Holzkirchner Gold“ – im Zelt kein Problem. Um die Unsitte des „Vorglühens“ einzudämmen, galt heuer aber erstmals während der Festtag e ein Alkoholverbot in Holzkirchen.

Frühlingsfest-Bilanz

Neues Alkoholverbot zeigt Wirkung

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Weniger leere Flaschen, kaum Scherben, dafür vergnügte, zuweilen ausgelassene Stimmung: Das Alkoholverbot im öffentlichen Raum, das die Marktgemeinde heuer erstmals für das sechstägige Frühlingsfest verhängte, zeigte Wirkung.

Holzkirchen – Wie Polizeisprecher Helmut Lex erklärt, hatte sich der „Vorglüh“-Bann im Vorfeld wohl herumgesprochen. „Viele Gäste, der Musikzug als Veranstalter und die Schausteller haben uns gesagt, dass sich die Situation verbessert hat“, sagt Lex, „für sie hat es sich heuer wieder mehr als Volksfest angefühlt.“

Während das Verbot am Mittwoch und Donnerstag gut wirkte, staunten die Beamten, als am Freitag doch wieder viele Gruppen mit Bierflaschen in der Hand auftauchten. „Das Publikum war jünger und kam in der Mehrzahl von außerhalb“, hat Lex beobachtet, „die wussten das wohl noch nicht.“ Konsequent habe die Polizei alle Flaschenträger angesprochen.

Offene Flaschen mussten verschüttet werden, verkorktes Bier konfiszierten die Polizisten. Ein voller Träger lagert in der Inspektion. „Die Besitzer haben einen Monat Zeit, um ihr Bier abzuholen.“ Schnapsflaschen entdeckten die Ordnungshüter nicht.

Mit den meisten Alkoholsündern habe man gut reden können, sagt Lex. Nur einige ließen sich zu Beschimpfungen hinreißen. „Oft hörten wir, dass dieses Alkoholverbot übertrieben ist.“ Der Erfolg gebe der Maßnahme aber recht, findet Lex. „Mit wenig Arbeit konnten wir als Polizei große Wirkung erzielen.“

Trotz einiger etwas heftiger Wortgefechte habe man niemanden angezeigt, betont der Polizeisprecher. „Uns war wichtig, dass sich das Verbot weiter herumspricht“, sagt Lex, „die Leute sollen spüren, dass wir das kontrollieren.“

Den Polizisten entging nicht, dass sich einige Gruppen nicht mehr wie bisher am Bahnhof oder am Marktplatz zum Vorglühen verabredeten, sondern andere Treffpunkte wie Schulen oder Tiefgaragen nutzten. „Diesbezüglich werden wir nächstes Jahr unsere Taktik anpassen“, kündigt Lex an. Dann rechnet er auch wieder mit der Bereitschaftspolizei, die heuer kurzfristig absagte, weil sie bei Demos gegen das neue Polizeiaufgabengesetz eingesetzt war.

Ging es beim Anstich noch sehr turbulent zu, sogar mit Körperverletzungen, blieb der Vatertag ruhig – abgesehen von Taschendieben, die aber prompt geschnappt wurden (wir berichteten). Als der Ordnungsdienst am Freitag und Samstag einige Gäste aufgrund des Andrangs nicht sofort ins Zelt ließ, sparten einige Betroffene nicht mit wüsten Beschimpfungen.

„Rundum zufrieden“ zeigte sich Andreas Forstner, Vorsitzender des Musikzugs. Das Zelt sei fast immer voll gewesen. Gut angenommen wurde der Mittagstisch am Sonntag sowie der Firmentag am Freitag. Bewährt habe sich die zweifarbige Bandl-Vergabe, die nicht nur „alkoholfreie“ Gäste unter 16 Jahren markierte, sondern auch einen Wiederzutritt nach einer Raucherpause garantierte. Zu einem Renner entwickelte sich die Steckerlfischbude, die es nach zweijähriger Pause wieder gab. „Viele haben sich den Fisch mit nach Hause genommen“, berichtet Forstner.

Nach dem Frühlingsfest ist vor dem Frühlingsfest: 2019 gilt es, das Doppeljubiläum „50 Jahre Musikzug, 45 Jahre Frühlingsfest“ würdig zu begehen. Man werde die Gäste mit Besonderheiten überraschen, verspricht der Musikzug-Chef, beim Programm ebenso wie in der Küche und bei den Schaustellern. 

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