Handschlag in Coronazeiten: Elisabeth Proisl wird Nachfolgerin von Markus Probst an der Spitze der Holzkirchner BRK-Bereitschaft.
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Handschlag in Coronazeiten: Elisabeth Proisl wird Nachfolgerin von Markus Probst an der Spitze der Holzkirchner BRK-Bereitschaft.

BRK-Bereitschaft

Führungswechsel: Zwei Frauen im neuen Leitungs-Trio

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Etwas jünger und deutlicher weiblicher – so präsentiert sich das neue Führungstrio der Holzkirchner BRK-Bereitschaft. In der Generalversammlung verabschiedete sich Markus Probst (47) nach acht Jahren von der Spitze der Bereitschaft. Zu seiner Nachfolgerin bestimmten die Mitglieder Elisabeth Proisl (38), die ihrerseits zwei Stellvertreter berief – den bewährten Bernhard Krämer und die 34-jährige Verena Blum.

Holzkirchen - „Für mich war’s ein sehr emotionaler Abend“, bekennt Probst. Die Generalversammlung der Holzkirchner BRK-Bereitschaft fand erstmals als Online-Konferenz statt, an der sich 74 der 153 Mitglieder beteiligten. Nach seinem letzten Jahresbericht, der ein Doppelbericht war, nachdem die Versammlung 2020 coronabedingt ausgefallen war, standen viele Mitglieder zuhause am Laptop auf und applaudierten. „Ich trete zurück ins Glied und werde mich dort weiter einbringen“, versprach Probst, „Ehrenamt ist eine Lebenseinstellung.“

In seiner Ägide stieg die Mitgliederzahl von 100 auf 153. „Entscheidend dafür war, die Bereitschaftsjugend zu fördern und auf attraktive Dienste wie den First Responder zu setzen“, sagt Probst. Der aus Eigenmitteln finanzierte Ausbau des Kellers in der Rettungswache zu einem Multifunktionsraum habe dem Nachwuchs einen Anlaufpunkt gegeben und einen Treffpunkt geschaffen. Der Fokus auf die Jugendarbeit habe Energie gekostet, trage jetzt aber Früchte. „Das bringt uns Zulauf.“ In vielen Schulen in und um Holzkirchen werden Schülersanitäter ausgebildet. Aktuelles Vorzeige-Projekt sind die Blutspenden. Die Anmeldungen in Holzkirchen steigen.

Die Belastung im Coronajahr ging an die Grenzen

Bei zwei einschneidenden Ereignissen musste Probst seine Manager-Qualitäten zeigen. „Beim Schnee-Katastrophenfall Anfang 2019 habe ich 14 Tage auf einem Feldbett in der BRK-Wache geschlafen“, erinnert sich Probst. In jenen Tagen zeigte unter anderem das Betreuungsteam von Martin Herbig, wie wertvoll es ist. Noch größere Anforderungen stellte die Corona-Pandemie. Allein der Fachbereich Technik & Sicherheit unter Leitung von Bernhard Plöckl unterstützte die Test-Kampagne mit 360 Einsatzstunden. „Eine Belastung, die teils grenzwertig war“, weiß Probst.

Corona schlug auch auf die Sanitätsdienste durch, sorgte dort aber für Entlastung. Betreute das Holzkirchner BRK 2019 noch 85 Feste und Veranstaltungen, waren es im Coronajahr nur 17 Termine. Das Zurückfahren des öffentlichen Lebens ist ebenso in der First-Responder-Bilanz abzulesen. 2020 sprangen 15 BRK-Mitglieder 51 Mal als  „Helfer vor Ort“ (HvO) in ihr Einsatzauto, wenn reguläre Rettungsdienste gerade anderswo gebunden waren. 2019 waren es über 20 Einsätze mehr gewesen. Die Erklärung; „Von 20. März bis 15. August waren wir coronabedingt außer Dienst“, berichtete HvO-Leiter Rupert Gnigler in der Online-Versammlung. Gnigler trat die Führung der Abteilung mittlerweile an Sören Pelkner ab.

TUK: Ein Rettungswagen als Notfall-Reserve

Ebenfalls in jungen Händen ist die 2019 gebildete „Transport-Unterstützung-Komponente“ (TUK). Florian Schippan (28) leitet das Team, das einen Rettungswagen für Großschadenslagen und als Notfall-Reserve abrufbar hält. 27 Einsätze stehen im Vorjahr zu Buche.

„Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam geschaffen haben“, bilanziert Probst. Viel lobendes Feedback aus der Bevölkerung werte er als Zeichen dafür, „dass wir nicht viel falsch gemacht haben.“ Nachfolgerin Elisabeth Proisl, die der Bereitschaft seit 2004 angehört, will den Schwung mitnehmen. Sie hat sich vorgenommen, „Kameradschaft zu pflegen, das Material zu erhalten und zu erweitern und viel Energie in Ausbildung zu stecken“.

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