Ortsbus Linie 5 fährt durch Holzkirchen
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Der Holzkirchner Ortsbus soll verbessert werden. Künftig soll es nur noch eine Linie geben. Den Rest wollte die Gemeinde mit einem Rufbus abdecken. Der steht jetzt auf der Kippe.

„Systeme nicht vergleichbar“

FWG bezweifelt Vereinbarkeit von Ortsbus und Anruf-Sammel-Taxi

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die FWG-Fraktion lässt beim gescheiterten Holzkirchner Rufbus nicht locker. Und hat Zweifel bei der Integration in das verbesserte Anruf-Sammel-Taxi.

Holzkirchen – Die Unklarheiten rund um den Holzkirchner Ortsbus bewegen die Gemüter weiter: Die FWG-Fraktion verlangt nun „mehr Transparenz, überparteiliches Zusammenarbeiten und eine enge Abstimmung mit dem Landratsamt“, wie Fraktionssprecher Torsten Hensel in einer Pressemitteilung betont. Die Missverständnisse zwischen Landratsamt und dem Team um Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) wären „vermeidbar“ gewesen.

Wie berichtet, will die Gemeinde ihren Ortsbus durch zwei Elemente verbessern: Zum einen ist eine Reduzierung auf eine Linie geplant. Zum anderen soll ein flexibler Rufbus die übrigen Ortsteile abdecken. Die Gemeinde hatte das Büro door2door damit beauftragt, hiefür ein Konzept zu erstellen. Dieser Rufbus jedoch stieß auf Kritik im Kreis, wo mit Blick auf das verbesserte Anruf-Sammel-Taxi (AST) eine Doppelstruktur befürchtet wird. Es läuft wohl darauf hinaus, dass ein eigener Holzkirchner Rufbus flachfällt, Interessen der Gemeinde aber beim neuen AST berücksichtigt werden. Die plötzliche Wende sorgte bei Holzkirchner Gemeinderäten für Entsetzen.

Wer die Anforderungen des Marktes in das AST integriert haben wolle, müsse sich an Zahlen messen lassen, findet die FWG. Aber: Die Vergleichbarkeit beider Systeme sei in vielen Bereichen nicht erkennbar. So habe door2door beispielsweise 840 Buchungsanfragen pro Woche oder 43 680 pro Jahr allein für Holzkirchen angenommen. Das Landratsamt erwarte im gesamten Landkreis für das AST eine Nutzungszahl von lediglich 9000 pro Jahr. Auch die Fahrpreise divergierten zu stark, das AST sei wesentlich teurer.

„Den Hauptgrund für die derzeitige missliche Situation sehen wir in der ausschließlichen Fokussierung auf das door2door-Modell“, betont die FWG. „Fahrlässig“ sei in Holzkirchen darauf verzichtet worden, alternative Bedarfssysteme auszuarbeiten.

Die FWG zieht folgendes Fazit: „Die monatelangen Diskussionen und das investierte Geld versprechen nicht den erhofften Nutzen.“ Eine echte Verkehrsentlastung sei in den Jahren 2022 bis 2024 nicht zu erwarten. Bei den Buchungszahlen würden Zielvorgaben verfehlt. „Viel Zeit bleibt dem Bürgermeister nicht mehr, um nachzuweisen, dass er ÖPNV kann.“ Die FWG wolle sich weiter für eine bestmögliche Lösung einsetzen.

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