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Die FWG-Gemeinderäte Birgit Eibl (v.l.), Martina Unverdorben, Martin Taubenberger und Hubert Müller zeigen auf dem oberen Bild Pläne mit einer von ihnen vorgeschlagenen Alternativroute.

Quer durch den Wald an Warngau vorbei

FWG hat angeblich kürzere Alternative für Südumfahrung entdeckt

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Holzkirchen - Weil sie mit der jetzigen Planung nicht einverstanden ist, schlägt die FWG eine Alternativroute zu Südspange und den Umfahrungen von Großhartpenning und Kurzenberg vor.

Die FWG war überrumpelt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Bundesverkehrswegeplan so früh verabschiedet wird“, sagt Fraktionsvorsitzende Birgit Eibl. Die Einwände, die sie und Bürger eingereicht haben, seien nicht berücksichtigt worden. „Das ist bitter“, meint sie. „Wir sind der Meinung, dass eine alternative Trasse geprüft werden sollte.“

Daher schlägt die FWG Holzkirchen eine Route vor, die eine Alternative zu den im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) verankerten Trassen für die Holzkirchner Südspange und die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg sein soll. Eine solche stellt sich die FWG mitten im Wald südlich von Holzkirchen vor. Sie hat eine Karte erstellt, durch die sie eine Trasse – die die B 13 mit der B 318 verbindet – gezogen hat. Diese Variante würde sich im Süden von der jetzt eingereichten Südspange erstrecken – die selbst zwischen Thann und Sufferloh verläuft. Und südlich der ortsfernen Trasse am nördlichen Waldrand, die einst aus Naturschutzgründen scheiterte.

Die Alternativroute der FWG verläuft quer durch den Wald (blaue Trasse) und südlich von der jetzt angemeldeten Variante. Nach eigenen Berechnungen der FWG wäre ihre Umfahrung mit 5700 Metern kürzer als die angemeldete Strecke (8350 Meter). Daher glauben die Mitglieder, dass sie billiger wäre.

Die FWG will eine Südspange, um das Verkehrsproblem in den Griff zu bekommen. „Aber wir sind mit der jetzigen Planung nicht einverstanden“, sagt Eibl. Zum einen deshalb, weil der BVWP nur die Südspange im vordringlichen Bedarf vorsieht. Die Umfahrungen für Hartpenning und Kurzenberg stehen im weiteren Bedarf mit Planungsrecht.

Die FWG will die vom Verkehr geplagten Anwohner der kleinen Orte nicht im Regen stehen lassen. „Wir wollen eine Lösung aus einem Guss“, sagt Hubert Müller. So könne man im Gemeinderat nicht darüber entscheiden: „Jetzt müssten wir über eine halbe Straße abstimmen“, sagt Martin Taubenberger. Ohnehin hätte das Votum des Gemeinderats zwar einen wichtigen, aber keinen endgültigen Einfluss: „Wenn der Gemeinderat nein sagt, ist die Straße nicht zwingend gestorben“, sagt Christian Rehm, Leiter des Straßenbauamts Rosenheim. Es handle sich um ein Bundesprojekt.

Ein weiteres Argument der FWG: Das Nutzen-Kosten-Verhältnis der Südspange beträgt einen geringen Wert von 3,8. „Die Kosten für die Südspange sind viel zu hoch“, sagt Eibl. Elf Millionen Euro sind veranschlagt. Hinzu kommen 13,8 Millionen für den vierspurigen Ausbau der B 318 und die Ausgaben für Großhartpenning (10,1 Millionen) und Kurzenberg (3,7 Millionen). Ihre Route wäre billiger, so die FWG. Weil sie nach eigener Berechnungen kürzer wäre. Obendrein würde ihre Route mehr von der Bevölkerung akzeptiert, weil sie nicht so nah an den Orten dranklebt. Schließlich diene die Umfahrung als Transitstrecke von Tölz zur Autobahn. Taubenberg: „Es ist ein überregionales Problem. Das kann man nicht auf eine Gemeinde schieben.“

Dass der Wald für eine Straße tabu ist, wollen die Landwirte Taubenberger und Martina Unverdorben nicht gelten lassen. „Die Wiese ist aus Sicht der Landwirte wichtiger als der Wald“, sagt sie. „Wir wissen nicht, ob schützenswerte Tiere in dem Wald leben“, gesteht Eibl. Das müsse man prüfen. Sie marschierte durch den Wald. „Er ist bewirtschaftet, kein Nationalpark.“

Rehm erklärt: Im Zuge der Variantenprüfung würde seine Behörde den Vorschlag durchaus prüfen. Vorausgesetzt er werde offiziell eingereicht. Allerdings hält er es nicht für wahrscheinlich, dass die Route zum Tragen kommt. In Waldgebieten würden oft naturschutzrechtliche Gründe dagegen sprechen. „Aber ausschließen kann ich es zum jetzigen Zeitpunkt nicht.“ 2017 erweitere das Straßenbauamt die Raumwiderstandskarte, die die Umweltverträglichkeit angibt. „Die Bereiche für Großhartpenning und Kurzenberg sind noch nicht erfasst.“ Genauso wenig der Wald. „Wir konzentrieren uns auf konfliktarme Korridore.“ Bei den angemeldeten Trassen handle es sich um Platzhalter.

Die FWG setzt jetzt auf die politische Schiene über den Runden Tisch Verkehr im Oberland, will hochrangige Politiker für die Route begeistern. Ganz neu sei die Idee nicht, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). Sie kam von Bürgerseite, und kürzlich habe CSU-Gemeinderat Sepp Sappl senior ebenfalls eine Trasse durch den Wald erwägt. „Ich bin skeptisch, ob das gelingen wird im Wald.“ Aber: „Es ist gut, wenn man den Blick in die andere Richtung lenkt.“ Daher versuche er, den Runden Tisch dazu einzuberufen.

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