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Schon jetzt gibt es über 600 Schüler am Staatlichen Gymnasium. Mit G9 und einer weiteren Jahrgangsstufe wird es laut Schulleiter Axel Kisters wahrscheinlich zu eng in dem Neubau. 

Weil es für G8 gebaut wurde

G9 stellt Gymnasium vor Probleme - es wird jetzt schon eng

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Bayern kehrt zum G9 zurück. Das stellt das Staatliche Gymnasium Holzkirchen – das zu Zeiten von G8 gebaut wurde – vor neue Herausforderungen. Schon jetzt ist es eng. 

Holzkirchen– Nachdem der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) zum Schuljahr 2004/2005 das Abitur nach acht Jahren eingeführt hatte, liefen viele Eltern und Schüler Sturm. Auch Axel Kisters, Schulleiter des Staatlichen Gymnasiums in Holzkirchen, kennt die Kritikpunkte: Mehr Stress für Schüler, zu wenig Freizeit wegen des Nachmittagsunterrichts, schimpften die Betroffenen. Seine Schule ist ein Kind des achtstufigen Gymnasiums. „Es wurde für Dreizügigkeit im G8 errichtet.“ Für die Klassen fünf bis zwölf.

Jetzt kehrt das G9 nach Bayern zurück. Diejenigen Schüler, die im Schuljahr 2017/18 in die fünfte Klasse kommen, firmieren ab der sechsten als G9 und machen nach der 13. Klasse Abitur. Die Wiedereinführung stellt das Holzkirchner Gymnasium vor neue Herausforderungen. „Mit G9 passt das nicht mehr zusammen“, sagt Kisters. Denn dann komme eine weitere Jahrgangsstufe hinzu – was mehr Schüler bedeutet. Er rechnet mit über 1000. Schon jetzt zwickt es.

Nachdem der Schulbetrieb in dem Neubau mit dem naturwissenschaftlichen-technischen und dem Wirtschaftszweig im Herbst 2014 startete, stieg die Schülerzahl rasant an. Aktuell besuchen laut Kisters 607 Schüler das Gymnasium. Maximal sei das Gebäude für 900 Schüler ausgerichtet. Dabei befindet sich die Schule gerade noch im Aufbau. Die oberen Jahrgangsstufen fehlen noch.

Im Moment werden dort die Klassen fünf bis neun unterrichtet. Es gibt laut Kisters fünf fünfte, sechs sechste, fünf siebte sowie drei achte und drei neunte Klassen. Immerhin: Im neuen Schuljahr 2017/2018 schnallt man den Gürtel enger. Dann sind lediglich vier fünfte Klassen geplant. Es werden nur noch Schüler aus Holzkirchen, Valley, Otterfing und Sauerlacher Geschwisterkinder aufgenommen. „27 Schüler mussten wir abweisen.“

Wie viele weitere Zimmer es bei G9 geben müsste, kann Kisters nicht ausrechnen, weil das immer von der konkreten Nutzung abhängt. Auch mehr Personal sei mit G9 dann sicher nötig.

Man stehe mit dem Landkreis in Gesprächen über die Zukunft. „Ich weiß noch nicht, in welche Richtung es geht.“ Ob es einen Anbau gebe oder ob man künftig noch mehr Schüler aus anderen Landkreisen ablehnen müsse. Eine endgültige Lösung müsste bis 2024 gefunden werden – dann sind alle Jahrgänge da.

Auch der Landkreis als Sachaufwandsträger hat noch keine Lösung in Sicht. „Das Staatliche Gymnasium Holzkirchen wurde nicht für eine bestimmte Schulart wie das G8 oder G9 gebaut, sondern es wurde für eine bestimmte Anzahl von Schülern genehmigt“, meint Behördensprecher Birger Nemitz. Die Genehmigung sehe 800 Schüler vor: „Eine geringfügige Überschreitung könnte man auch langfristig tolerieren.“ Zu der G9-Problematik hätte bereits eine Besprechung zwischen Kisters, Landrat Wolfgang Rzehak und den zuständigen Mitarbeitern im Landratsamt stattgefunden. „Dabei wurde beschlossen, zunächst drei bis vier Jahre zu beobachten, wie sich die Schülerzahlen des Gymnasiums mit einem G9 entwickeln.“

Ein kompletter Neubau einer Schule sei nicht angedacht. „Es gibt bei dem bestehenden Gebäude schon jetzt bestimmte Möglichkeiten der räumlichen Erweiterung“, erklärt Nemitz. Für konkrete Überlegungen für eine Aufstockung sei es noch zu früh.

Laut Nemitz haben Struktur-Reformen bei der einen Schulart immer Auswirkungen auf andere. „Momentan sind im Landkreis die Realschulen sehr gefragt.“ Womöglich auch deswegen, weil das G8 die Schüler vor große Herausforderungen stellt. Andererseits rekrutieren sich die Schülerzahlen der FOS aus der Realschule. „Eine Steigerung der Schülerzahlen am Gymnasium könnte also gleichzeitig einen Rückgang an der FOS bedeuten.“ Dadurch könnten an der benachbarten Schule, mit der sich das Gymnasium den Campus und Anlagen teilt, mehr Kapazitäten für die Gymnasiasten entstehen. Kinder aus dem Landkreis Miesbach hätten immer Vorrang vor denen aus dem südlichen Landkreis München, betont Nemitz.

In Tegernsee und Miesbach dagegen können die Gymnasien relativ gelassen in die Zukunft schauen.

mar

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