Gefährlicher Verkehr in Holzkirchen: Gemeinde kämpft um Sofortmaßnahmen
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Vier Brennpunkte in Holzkirchen, verkehrstechnisch...
Gefährlicher Verkehr in Holzkirchen: Gemeinde kämpft um Sofortmaßnahmen
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Brennpunkt Großhartpenning: Ein Kreisel am Ortseingang soll den Durchgangsverkehr einbremsen.
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Brennpunkt Moarhölzl: Die Gemeinde will sich dafür einsetzen, dass hier wieder Tempo 70 gilt.
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Brennpunkt Tölzer Straße: Eine Blitzerampel könnte Rotsünder disziplinieren und Kinder schützen.
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Brennpunkt Münchner Straße: Wenigstens bergauf würde ein Schutzstreifen den Radlern helfen.

Mobilitätskonzept

Gefährlicher Verkehr in Holzkirchen: Gemeinde kämpft um Sofortmaßnahmen

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Klingt wichtig – aber bringt’s auch was? Das Integrierte Mobilitätskonzept der Marktgemeinde geriet zuletzt in den Verdacht, als Papiertiger zu enden. Ein falscher Verdacht, wie der Bürgermeister betont. 

Holzkirchen Um Antworten zu finden auf den einerseits überbordenden Verkehr und andererseits auf das Bedürfnis der Bürger auf Ruhe und saubere Luft ließ die Gemeinde ein „Integriertes Mobilitätskonzept“ erstellen. Umfassend, analytisch, auch nicht ganz billig.

Tatsächlich empfahlen die Experten, namentlich der renommierte Verkehrsplaner Ralf Kaulen, auch einige Sofortmaßnahmen und skizzierten einen Königsweg: Direkter Zugriff der Gemeinde auf die Ortsdurchfahrt durch einen Straßentausch mit dem Freistaat. Die Staatsstraße 2573 (Münchner Straße) soll auf die Nordspange gelegt werden. Das Straßenbauamt indes bremste die Euphorie. Sinnvoll und umsetzbar sei so ein Tausch nur, hieß es aus der Behörde, wenn der Staatsstraßen-Verkehr flüssig auf die B 318 und zur B 13 weitergeleitet wird – was eine Südspange voraussetzt, die nach wie vor umstritten ist und in den Sternen steht.

Auch andere Empfehlungen Kaulens schienen im Bürokratiesumpf zu versinken, ja sogar rechtlich unmöglich zu sein, wie zuletzt im Verkehrsausschuss zu hören war. „Das kam unglücklich rüber“, betont Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) auf Anfrage. Sehr wohl seien viele Maßnahmen umsetzbar, man müsse politische Bretter bohren. „Es gibt zwar in Bayern gewisse Erlasse“, sagt Löwis, „die sind aber durchaus veränderbar.“ Er habe da jüngst ein gutes Gespräch gehabt mit Bayerns Verkehrs-Staatssekretär Gerhard Eck (CSU). „Wir als Gemeinde geben Vollgas, das ist Chefsache“, betont Löwis, „aber es geht halt nicht so schnell wie wir uns das wünschen würden.“ Hier ein paar Beispiele:

Kreisel Hartpenning

Ein Kreisverkehr am nördlichen Ortseingang von Großhartpenning könnte den Durchgangsverkehr einbremsen, empfiehlt Kaulen. Dafür werde die Straße nach Sufferloh, der einzige zusätzliche Ast eines solchen Kreisels, zu wenig genutzt, wenden die Straßenbauer ein. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagt Löwis, „es wird hier bald einen Ortstermin geben.“ Klar ist: Bezahlen müsste den Kreisel – wie alle anderen Maßnahmen – die Gemeinde selber. Ganz ausgeschlossen sei aber nicht, dass sich noch Fördertöpfe auftun, hofft der Rathauschef. In Großhartpenning sei auch die Installation eines Dauerblitzers denkbar, der Temposünder diszipliniert.

Blitzer-Ampel

In Holzkirchen missachten besonders Pendler gerne die rote Ampel am Fußgängerüberweg in der Tölzer Straße (Holzstraße/Hirschbergstraße) und gefährden so Schulkinder (wir berichteten). Der Bürgermeister will hier für eine Blitzer-Ampel kämpfen. „Wir sprechen mit unserem Zweckverband, was dort möglich ist.“ Eventuell sei eine solche Blitzerampel auch weiter vorne sinnvoll, am Kleeblatteck unweit des Marktplatzes.

Tempo 70 Moarhölzl

Nachdem am Moarhölzl, südlich von Holzkirchen, die Traglufthalle abgebaut worden war, verschwand auch die von den Behörden vorübergehend akzeptierte Beschränkung auf 70 km/h. Das Limit sollte den Übergang zum Rad- und Fußweg, der von vielen Traglufthallen-Bewohnern genutzt wurde, sicherer machen. „Wir wollen Tempo 70 dort wiederhaben“, sagt Löwis. Sein Argument: Der Bike-Park im Moarhölzl erfreut sich bei Kindern wachsender Beliebtheit.

Radschutzstreifen

Um Radeln im Ort attraktiver zu machen, schlägt Kaulen Radschutzstreifen auf der Münchner Straße vor. Da die Straße zu eng ist, um solche Streifen beidseitig einzurichten, könnte so ein Streifen wenigstens bergauf in Richtung Oskar-von-Miller-Platz den Radlern helfen. „Die Behörden sagen, das ist gefährlich, weil Radler diesen Streifen fälschlicherweise nutzen könnten, um bergab in die falsche Richtung zu fahren“, sagt Löwis. Also lieber gar keinen Streifen. Hier will die Gemeinde nachhaken.

Krankenhaus-Ampel

Der morgendliche Bringverkehr zur Privatschule in der Krankenhausstraße sorgt öfter für Chaos. Durch eine „optimierte Programmierung“ der Ampelphasen an der Einmündung in die Ortsdurchfahrt, gezielt vor Schulbeginn, soll laut Löwis ein größerer Rückstau verhindert werden.

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