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Die Pendler-Karawane schiebt sich durch Holzkirchen, wobei mehr Beschäftigte ein- statt auspendeln.

Pendelbewegungen in Holzkirchen 

Gegen den Strom: Diese Pendler-Wahrheit überrascht alle Holzkirchner

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Verkehrte Welt in Holzkirchen: Was die Pendelbewegungen angeht, ist die Marktgemeinde ein echtes Unikat im Landkreis. Eine überraschende Pendlerzahl und ihre Folgen.

Holzkirchen – Gearbeitet wird in der Landeshauptstadt, gewohnt außerhalb. Das Umland dient München als steter Zulieferer für Arbeitnehmer. Eine unumstößliche Regel. Nicht so in Holzkirchen. In der Marktgemeinde haben sich die Pendlerströme seit über einem Jahrzehnt gegensätzlich entwickelt. Immer mehr pendeln ein als aus.

„Früher waren wir eine Schlafstätte für die, die nach München gependelt sind“, sagte Bürgermeister Olaf von Löwis kürzlich bei der Bürgerversammlung. Die Zeiten haben sich geändert. In Zahlen übersetzt, bedeutet das: 6719 Einpendlern (2006: 4417) standen voriges Jahr 4836 Auspendler (2006: 3846) gegen über. Das geht aus den Daten des Äußeren Planungsverbandes München hervor. Interessant: Im gleichen Zeitraum sind – trotz Bevölkerungszuwachs – die Pendelbewegungen nach München stabil geblieben – es zieht aber immer mehr Münchner zum Arbeiten in den Markt (1751).

Hauptursache dieses Umschwungs ist der Boom der örtlichen Wirtschaft. Anfang März sind so viele Gewerbebetriebe wie noch nie in der Marktgemeinde gemeldet – laut Rathausverwaltung 2185. Einhergehend ist die Zahl der Arbeitsplätze seit 2006 um über 1000 gestiegen. Das alles macht sich wiederum auch finanziell bemerkbar. Voriges Jahr sprudelten rund 13,9 Millionen Euro an Gewerbesteuern auf das Gemeindekonto; ein „gutes Niveau“, auf dem man sich inzwischen eingependelt habe, sagt Kämmerer Dominik Wendlinger. Noch sei das Potenzial nicht vollends ausgeschöpft. Das Gewerbegebiet Nord ist weitgehend entwickelt, wohingegen es in den Gebieten Ost und West noch freie Gewerbeflächen in privater Hand gibt.

Doch der wirtschaftliche Aufschwung hat eben auch eine verkehrliche Kehrseite. Denn fast 80 Prozent aller rund 8000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze (Stand 2016; mittlerweile 8500) in der Marktgemeinde werden laut Planungsverband von Menschen besetzt, die nicht in Holzkirchen wohnen. Und diese Pendler kommen größtenteils eben nicht per Bahn oder Bus, sondern mit dem Auto. Einem Verkehrsgutachten zufolge machen Pkw zu den Stoßzeiten knapp 90 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens aus. Die Hauptverkehrsadern ächzen unter der Belastung.

Ein Anstieg der Pendler da, florierende Wirtschaft dort. „Es ist ein zweischneidiges Schwert“, befindet Rathauschef Löwis. Während die wachsende Gewerbezahl mit Wohlwollen beäugt wird, verfolgt man die Verkehrsentwicklung mit besorgtem Blick. Entlastung soll her. Ideen, wie das funktionieren kann, gibt es. Das Carsharing etwa soll Fahrt aufnehmen. Ebenso der Ortsbus. „Teilweise fahren die noch leer rum“, räumt Löwis ein. An Zeiten und Routen müsse man deswegen feilen.

Radler tun sich derweil schwer, im Ort eine geeignete Route in die Gewerbegebiete zu finden. Die sind „autogerecht angelegt“, heißt es in einem Gutachten. Neue Radwege, inner- wie außerorts (Teufelsgraben), würden „lange unterschätztes“ Potenzial bieten, so Löwis, „wenn sie denn ausgebaut sind. Damit auch Menschen im Anzug trocken in die Arbeit kommen.“

Die größten Hoffnungen ruhen auf dem Ausbau des ÖPNV. Gemeinsam mit anderen kommunalpolitischen Vertretern führt Löwis „Gespräche auf höchster Ebene“. Seine Vision: die Ausweitung des MVV. „Das kostet sehr viel“, sagt er, würde aber auch viel bewirken. Immerhin: Anders als bei den Pendelbewegungen schwimmt Holzkirchen beim ÖPNV-Ausbau mit, nicht gegen den Strom.

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fp

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