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Bürgermeister Olaf von Löwis fürchtet einen Präzedenzfall beim Kuhglockenstreit.

Nachbar hat auch Gemeinde Holzkirchen verklagt

Gemeinde wegen Kuhglocken angeklagt: Bürgermeister fürchtet Präzedenzfall

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Ein Anwohner einer Viehweide will alle Kühe von der Weide klagen. Auch die Gemeinde Holzkirchen sitzt auf der Anklagebank. Bürgermeister Olaf von Löwis fürchtet Schlimmes - und bleibt hart.

Holzkirchen – Der Streit um die Kuhglocken in Erlkam hängt in der Warteschleife. Die Verhandlung vor dem Landgericht München II am Donnerstag ging ohne Urteil aus. Das Gericht wird nun am 14. Dezember entscheiden, wie es weiter geht. „Man konnte noch keine Tendenzen raushören“, meint Bürgermeister Olaf von Löwis. Löwis saß neben der Föchinger Bäuerin Regina Killer ebenfalls auf der Anklagebank. 

„Es waren viele Besucher aus Föching da“, berichtet er. So viele, dass gar nicht alle im Gerichtssaal Platz hatten. Diese hätten sich „ganz brav“ verhalten. Enttäuscht, dass er ohne Ergebnis wieder nach Hause fahren musste, ist Löwis nicht. Er habe nicht gleich mit einem Urteil gerechnet. „Ich bin da ohne Erwartungen hingefahren.“ Zwei Monate warten sei nicht schlimm, zumal im Winter die Kühe eh nicht draußen stünden. 

„Mehr ist für uns nicht drin“: (v.l.) Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis mit Anwältin und Landwirtin Regina Killer mit ihrer Anwältin.

Die Richterin habe sich sehr um einen weiteren Vergleich, eine gütliche Einigung bemüht. Aber: „Beide Seiten waren sehr unbeweglich.“ Der Gemeinde wäre es am liebsten, wenn der bestehende Kompromiss – wonach die Weidehaltung mit Glocken nur auf einer Seite der Wiese erlaubt ist – bleiben würde. „Mehr ist für uns nicht drin“, betont Löwis. Andernfalls befürchte die Kommune, einen Präzedenzfall zu schaffen. Dann könne man künftig auch andere landwirtschaftliche Flächen unter Umständen nur mit Einschränkungen verpachten – finanzielle Einbußen drohen. 

Aus Sicht der Gemeinde handle es sich in dem als Dorfgebiet ausgewiesenen Bereich um ordnungsgemäße Landwirtschaft. Die Weidehaltung sei erlaubt, die Glocken sind laut Killer notwendig. „Erlkam ist ein ländlicher Ortsteil“, sagt Löwis. „Wenn wir da die Landwirtschaft in Frage stellen, fühlen sich Landwirte bedrängt.“ Notfalls könne er „eine Vermittlerrolle übernehmen“. 

Wie berichtet, flatterte der Bäuerin Killer im Sommer 2015 eine einstweilige Verfügung ins Haus. Erwirkt durch ihren Nachbarn, den die Kuhglocken störten. Diese würden Schlaflosigkeit und Depressionen verursachen. Nach Killers Widerspruch einigte man sich vor dem Amtsgericht auf einen Vergleich. Die Weidehaltung mit Glocken sollte sich fortan auf den südlichen Teil der Wiese beschränken. Jetzt traf man sich erneut vor Gericht: Der Nachbar klagte gegen Killer und die Gemeinde, will die Weidehaltung komplett verbieten.

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