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Der Neubau der Mittelschule gehört zu den vier großen Kernprojekten, die die Marktgemeinde finanzieren und realisieren will.

Gemeinderat stimmt geschlossen für Zahlenwerk

„Sehr erfreulich“: Viel Lob für Holzkirchner Haushalt 2020

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Gute Puffer aus der Vergangenheit und eine hohe Gewerbesteuer: Der Haushalt 2020 der Gemeinde Holzkirchen gefällt den Gemeinderäten. Die vier Kernprojekte können wohl finanziert werden.

Holzkirchen – Holzkirchens Kämmerer Dominik Wendlinger kommt im Gemeinderat gut an. Er ist kompetent, freundlich und schnell. Und er schafft es, komplizierte Zahlenwerke prägnant und verständlich darzustellen.

Doch noch besser gefiel den Gemeinderäten der Haushalts- und Finanzplan für 2020, den Wendlinger ihnen jetzt in der Sitzung präsentierte. „Den halte ich für sehr erfreulich“, schickte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) voraus. „Wenn der Kämmerer von einem strapazierfähigen Haushalt spricht, ist das ein gutes Zeichen.“ Die solide Basis der Vergangenheit käme der Kommune gerade in der Corona-Krise zugute. Nach dem Motto: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“

Im Wesentlichen gebe es vier große Kernprojekte, erklärte Schmid. Dazu gehören die Auslagerung des Bauhofs, der Neubau der Mittelschule, die Erweiterung der Kita Kinderland sowie die Ertüchtigung der gemeindlichen Wohnblöcke an der Baumgartenstraße. Und mit deren Finanzierung sieht es gut aus.

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Viel Geld in die Gemeindekasse spült die Gewerbesteuer. Während die Einnahmen 2019 noch bei 22,7 Millionen Euro lagen, sind für 2020 immerhin 18,1 Millionen Euro veranschlagt, berichtete Wendlinger. Drei große Firmen machen mit insgesamt 11,8 Millionen rund 65 Prozent der Gewerbesteuer aus. Wegen Corona gebe es derzeit keine Ausfälle, so der Kämmerer. Es handle sich lediglich um Zahlungsverschiebungen.

Solider Finanzpuffer erlaubt Investitionen für 16,4 Millionen Euro

Der solide Puffer erlaubt der Gemeinde eine Reihe an geplanten Investitionen in Höhe von insgesamt rund 16,4 Millionen Euro. So gab es zum Beispiel Geld für die Aufrüstung der EDV-Anlage im Rathaus. Wegen Corona und Homeoffice kaufte die Kommune Notebooks und rüstete die Software auf, berichtete Wendlinger. Für die geplante Rathaus-Erweiterung sind 150.000 Euro vorgemerkt, weitere 4500 Euro fließen in die Sanierung der Toiletten im Keller der Gemeindeverwaltung. Die Feuerwehren Holzkirchen und Föching bekommen jeweils ein neues Löschfahrzeug. Dank einer gemeinsamen Bestellung mit Feldkirchen-Westerham habe man sich 10.000 Euro pro Fahrzeug „über den kleinen Dienstweg gespart“, erklärte Schmid.

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Die Fraktionsvorsitzenden zeigten sich zufrieden. „Der Hauhalt 2020 ist ein glücklicher Haushalt, weil wir auch in der Krisenzeit viel Geld haben“, sagte Ulrike Küster (Grüne). Die vier Kernthemen könne die Gemeinde erfüllen und auch die Kreisumlage leicht bezahlen, was gerade in Zusammenhang mit Corona wichtig sei. Denn zum Beispiel würde so das Krankenhaus mitfinanziert. Aber Küster hob auch mahnend den Zeigefinger: „Geld allein reicht nicht.“ Es brauche ebenso genug Personal. Daher werden sich die Grünen für eine funktionierende Verwaltung stark machen, sagte sie mit Blick auf die Rathaus-Erweiterung. „Die Grünen stimmen dem Haushalt leichten Herzens zu.“

Gute Steuereinnahmen „ein Verdienst der Holzkirchner Bürger“

Ebenso erfreut zeigte sich Torsten Hensel (FWG): „In Holzkirchen scheint die Sonne“, sagte er. Die gute Gewerbe- und Einkommenssteuer „ist nicht unser Verdienst, sondern das der Holzkirchner Bürger“. 2173 Betriebe seien eine ansehnliche Zahl. Die FWG begrüße eine „Politik der Ortsteile“. Seine Fraktion wolle zum Beispiel den Leerstand im alten Schulhaus Hartpenning angehen. Auch die FWG könnte „guten Herzens zustimmen“.

Sebastian Franz (CSU) fand den Begriff „Sonne“ noch bescheiden angesichts des positiven Haushalts. Fast alle Wünsche der Bürger seien darin berücksichtigt. „Der Haushalt ist zu begrüßen.“ Elisabeth Dasch (SPD) meinte: „Holzkirchen steht unter einem glücklichen Stern.“ 2019 habe die Gemeinde in diese komfortable Situation gebracht. Die oftmals kritisierte Gewerbeansiedlung habe sich gelohnt.

Dirk Kreder (FDP) lobte, dass bei so einem „unglaublichen Haushalt“ nicht nur Glück, sondern „solides Wirtschaften“ dabei sei. Trotzdem warnte er davor, für die kommenden Jahre die Prognosen allzu positiv einzuschätzen. Auch bei den Großprojekten würde er „auf Sicht fahren“. Am Ende stimmte der Gemeinderat geschlossen für den Haushalt.

mar

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