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Auf dieser Fläche Am Ladehof soll die Jugendfreizeitanlage gebaut werden.

Jugendfreizeitanlage Am Ladehof 

Gemeinderat klagt an: Jugendmeile wird eingezäunt wie Alcatraz

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Nach jahrelanger Planung hat der Marktgemeinderat die Entwürfe für die neue Jugendmeile abgesegnet. Für Debatten sorgte wieder der Zaun. SPD-Mann Putzer verglich die Anlage mit einem Gefängnis.

Holzkirchen – Nach langem Anlauf hat die Marktgemeinde Holzkirchen ein Projekt auf die Zielgerade gebracht, auf das die Jugendlichen im Ort seit gut fünf Jahren sehnlichst warten: die Jugendfreizeitanlage Am Ladehof. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung sind die Gremiumsmitglieder der Empfehlung des Hauptausschusses gefolgt und haben die Entwürfe einstimmig abgesegnet. Allerdings nicht ohne zuvor noch zwei Details zu diskutieren, die schon in der Vorberatung hochgebrodelt waren: das teure WC-Häuschen und ein zusätzlicher Meter Zaun.

Letzterer war auf Wunsch der Jugendbeauftragten, die in die Planung mit einbezogen worden waren, in die Entwürfe mit aufgenommen worden. Statt eines ein Meter hohen Zauns grenzt das Areal zur Straße ein zwei Meter hoher Zaun ab. Zum Unverständnis von Hans Putzer (SPD). Er bemängelte auch mit Blick auf den sechs Meter hohen Fangzaun, der zur Bahnstrecke hin im Bereich der Ballsport-Flächen montiert werden muss: „Das ist doch eine Jugendanlage, nicht Alcatraz.“

Während die Mauern und Zäune des Insel-Gefängnisses in der Bucht von San Francisco die Insassen an der Flucht hindern sollen, hat der Zaun an der Holzkirchner Jugendmeile die gegensätzliche Funktion. Er soll mögliche Randalierer draußenhalten, wie Sebastian Franz (CSU) mit Nachdruck darlegte: „Es geht darum, das Gelände zu schützen, wenn es nachts nicht benutzt wird. Das sind wir auch den Anwohnern schuldig.“ Auch Max Röger, einer der Jugendbeauftragten, stellte klar: „Ich bin komplett dafür, dass der Zwei-Meter-Zaun kommt. Dann sind wir einfach auf der sicheren Seite.“ Gesagt, getan. Der Entwurf wurde, wie von Landschaftsarchitektin Johanna Vogl nochmals kurz vorgestellt, abgenickt. Inklusive des umstrittenen und durchaus kostspieligen WC-Häuschens.

Das schlägt mit knapp 130 000 Euro zu Buche. Ein Preis, den allen voran Martin Taubenberger (FWG) schlicht nicht nachvollziehen kann. „Die Kosten entsetzen mich“, wiederholte er seine Kritik aus dem Hauptausschuss. Josef Sappl (CSU) regte dahingehend an: „Das mit der WC-Anlage würde ich nochmal überdenken.“ Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) registrierte den Einwand, wies jedoch darauf hin, dass sich die Gemeinde an rechtliche Vorschriften zu halten habe. „Wir haben es kapiert“, erwiderte Löwis, als die Klo-Diskussion erneut hochzukochen drohte. „Wir sollen so günstig wie möglich bauen.“

Von der Preisliste gefallen ist dagegen der eigentlich angedachte Lärmschutzwall, den es aus gesetzlicher Sicht jetzt aber nicht mehr braucht. Was die Anwohner wiederum verärgert hat. Doch hier scheinen die Wogen geglättet. In einem persönlichen, „sehr konstruktiven“ Gespräch hat sich Löwis mit Robert Schneider, einem der Anwohner, ausgetauscht. Herausgesprungen ist, in Absprache mit der Architektin, die Erkenntnis, dass eine Lärmschutzwand, kein Wall, nachträglich gebaut werden könnte. „Sollte es Probleme geben“, so Löwis, „können wir nachschieben.“

fp

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