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Eine Adresse für neuen Wohnraum: Im Sommerfeld baut auch die Gemeinde selbst zwei Mehrfamilienhäuser.

3,6 Millionen Euro für zwei Häuser - „gigantischer Preis“

Gemeindewohnungen werden vielen viel zu teuer

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Holzkirchen – Die Gemeinde baut zwei Mehrfamilienhäuser in Neuerlkam im Bereich Im Sommerfeld. Doch die hohen Kosten von 3,6 Millionen Euro stießen jetzt im Gemeinderat auf Kritik.

Der Wohnungsmarkt in Holzkirchen ist überhitzt. Um Druck aus dem Kessel zu nehmen, baut die Gemeinde in Neuerlkam auf eigene Kosten zwei Mehrfamilienhäuser mit 15 Parteien samt Tiefgarage. Bereits Ende November hatte der Gemeinderat die Grundlagenermittlung genehmigt (wir berichteten). Dabei rang sich das Gremium dazu durch, beide Häuser in Holzbauweise zu errichten und mit Aufzügen barrierefrei zu gestalten – obwohl das teurer wird.

Jetzt tauchte das Thema erneut in der Gemeinderatssitzung auf. Herbert Wagenpfeil vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Hausham und Kollege Daniel Pförtsch stellten die Vorplanung samt Kostenschätzung und grober Terminplanung vor.

Demnach gibt es etwa 900 Quadratmeter Wohnfläche. In einem Haus wird es auch Ein-Zimmer-Wohnungen mit gut 42 Quadratmetern geben. Der Rest sind Zwei-Zimmer-Wohnungen, mit 42 bis 60 Quadratmetern, und Drei-Zimmer-Wohnungen mit rund 76  Quadratmetern.

Das Neue: Entgegen der ursprünglichen Kostenannahme von 2,7 bis 3 Millionen Euro standen jetzt rund 3,6 Millionen Euro im Raum. Laut Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, ist der Preis „im Verhältnis zur Geschossfläche“ tatsächlich relativ hoch. Das liege daran, dass der Bebauungsplan „kein drittes Vollgeschoss erlaubt“. Nur Parterre, Erster Stock und Dachgeschoss. Das stieß im Gemeinderat auf Kritik.

Den Betrag könne man anderswo besser einsetzen, wo man höher und mehr Wohnungen bauen dürfe, meinte Birgit Eibl (FWG). Sepp SapKpl senior (CSU) sagte: „Das ist ein gigantischer Preis für Wohngebäude.“ Herbert Gegenfurtner (CSU) riet, „auf die Kostenbremse zu steigen“. Schließlich sollen es Wohnungen für den kleinen Geldbeutel werden, keine Luxusbauten. Hubert Müller (FWG) nickte: „Der Bau wird zu teuer.“

Dass das Projekt wegen der mangelnden Höhe relativ teuer werde, habe man gewusst, entgegnete Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). „Ich würde das Rad ungern stoppen.“ Eine Alternative wäre nicht so schnell greifbar. „Das können wir uns nicht erlauben.“ Außerdem erinnerte er an die 30 Prozent Förderung von der Bayerischen Staatsregierung. Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG) hatte trotzdem Bedenken: „Am Schluss bleiben die Nebenkosten bei den Mietern hängen.“ Sappl senior legte nach: „Ich kämpfe dafür, dass wir Wohnungen bauen.“ Allerdings würde ein Privatmann wirtschaftlicher denken und nicht so teuer bauen wie nun die Gemeinde mit öffentlichem Geld, meinte er. Löwis wehrte sich: „Wir geben uns Mühe, so zu denken, als ob es unser eigenes Geld wäre.“

Martina Neldel (Grüne) fragte sich, warum immer nur die Maxime „billig, billig, billig“ gelte. Man wolle keine reine „Aldi-Gesellschaft“. Christoph Schmid (CSU) verstand die Aufregung nicht. „Wir haben ja bereits einen grundsätzlichen Beschluss gefasst.“

Man wolle den Kniestock anheben, was eine zusätzliche Wohnfläche von rund 50 Quadratmetern brächte, erklärte Pförtsch. Das Landratsamt habe signalisiert, dass eine Befreiung machbar sei.

Diskutiert wurde auch die Frage, ob die Häuser eine Holz- oder Putzfassade bekommen. Erstgenannte wäre teurer. Ein Mitarbeiter aus der Bautechnik äußerste seine persönliche Meinung: Es handle sich um einen Holzbau. „Das sollte man auch nach außen präsentieren.“ Aus architektonischer Sicht. Sappl senior plädierte indes für die verputzte Version. Er möchte nicht, „dass in Holzkirchen überall Holzschupfn stehen.“ Schmid begrüßte ebenso die verputzte Variante. Neldel war für eine Holzfassade: „Wenn wir mit Holz bauen, warum zeigen wir es dann nicht auch?“, fragte sie. Das Argument der umgebenden Bebauung wollte sie nicht zählen lassen. „Darf man nicht mal auffallen?“

Am Ende machte ein Kompromiss das Rennen: Eine Putzfassade, bei der nur das oberste Stück aus Holz ist – dafür stimmte die Mehrheit im Gemeinderat. Der Gesamtbeschluss für die Vorplanung fiel einstimmig aus. Pförtsch rechnet damit, dass der Bau im Herbst 2017 startet.

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