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Gemeinsam Züge unter Strom setzen

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Von: Andreas Höger

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Ortstermin mit Ministerin und Landtagspräsidentin: Am Holzkirchner Bahnhof organisierte die CSU eine hochkarätige Runde zum Thema ÖPNV mit (v. l.) Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, der Stimmkreisabgeordneten Ilse Aigner, Bürgermeister Christoph Schmid sowie (v.r.) Bundestags-Direktkandidat Alexander Radwan und Landrat Olaf von Löwis.
Ortstermin mit Ministerin und Landtagspräsidentin: Am Holzkirchner Bahnhof organisierte die CSU eine hochkarätige Runde zum Thema ÖPNV mit (v. l.) Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, der Stimmkreisabgeordneten Ilse Aigner, Bürgermeister Christoph Schmid sowie (v.r.) Bundestags-Direktkandidat Alexander Radwan und Landrat Olaf von Löwis. © Thomas Plettenberg

Ausflügler, Pendler, Einheimische und Durchreisende: Der Verkehr im Landkreis wächst und wächst. Was ist zu tun? Eine hochkarätige CSU-Runde mit Ministerin und Landtagspräsidentin tauschte sich jetzt in Holzkirchen zum Thema ÖPNV aus. Dabei zeichnete sich ein Schlüsselprojekt ab.

Holzkirchen – Warum nicht Gondeln? Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) setzt bei der Mobilität der Zukunft auch auf luftige Lösungen. Als Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) am Mittwoch (18. August) bei einem Wahlkampf-Termin, der die regionale ÖPNV-Kompetenz des CSU-Direktkandidaten Alexander Radwan ins Schaufenster stellte, vom umstrittenen Plan berichtete, die Gewerbegebiete Ost und Nord (Föching) mit einer neuen Straße zu verbinden, verwies die Ministerin auf das Schwebebahn-Konzept des Taufkirchner Startups Ottobahn. „Da wird bald eine Teststrecke gebaut, schaut auch die an, die wäre auch als Verbindung zwischen Gewerbegebieten denkbar.“

Die Gondeln freilich blieben ein Sidekick. Bus und Bahn, speziell die Elektrifizierung des Oberland-Netzes prägten das Treffen, zu dem die CSU-Ortsverbände Holzkirchen und Valley an den Verkehrsknoten Holzkirchen eingeladen hatten, einer Nahtstelle zwischen dem ländlichen Oberland und der Metropolregion München. Ministerin Schreyer war gekommen, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Landrat Olaf von Löwis, Bürgermeister Schmid und einige CSU-Gemeinderäte.

Bürgermeister räumt ein: „Wir müssen uns mehr trauen“

Rederunden gab es vor dem Holzkirchner Bahnhof und im Gebäude der Athos KG im Gewerbegebiet Föching. Dort gesellten sich auch benachbarte Unternehmer und Valleys Bürgermeister Bernhard Schäfer (FWG) dazu. Aus den Reihen der Firmenchefs kam der Hinweis, dass die Politik mutiger sein dürfe, Infrastruktur vorausschauend zur Verfügung zu stellen – und nicht erst Firmen zu fragen, was sie brauchen. Schmid nickte: „Wir müssen uns mehr trauen.“

Einig waren sich die CSU-Politiker aller Ebenen, bei der Elektrifizierung des Oberland-Netzes gemeinsam anzuschieben. Schreyer wies darauf hin, dass der Bund das Projekt derzeit aufgrund des schlechten Kosten-Nutzen-Faktors nicht angehen will. Bekanntlich übernahm der Freistaat auf eigene Faust die Vorplanung; erste Ergebnisse, verbunden mit einem groben Kostenrahmen, sollen 2022 vorliegen.

„Eine kluge Entscheidung“, sagte BRB-Chef Fabian Amini, der ebenfalls an der Runde teilnahm, „das spart viel Zeit.“ Er machte deutlich, dass „das Oberland-Netz das einzige rund um München ist, das nicht elektrifiziert ist.“ Wasserstoff-Züge oder Batterie-Systeme seien im Oberland mit seinen Steigungen technisch kaum machbar und weder wirtschaftlich noch ökologisch nachhaltig.

Elektrifizierung: Radwan rechnet mit Widerstand

„Wir brauchen Elektrozüge, um die zweite Stammstrecke in München nutzen zu können“, betonte Radwan. Auch Ilse Aigner warnte davor, mit anderen Techniken auf eine Insellösung zu setzen, die sich schwer an andere Netze anbinden lässt. Radwan ließ durchblicken, dass die Verdrahtung der Oberland-Linien nicht nur finanzielle Hürden zu nehmen habe: „Es gibt Initiativen, die das torpedieren wollen.“ Bei einem Planfeststellungsverfahren rechne er durchaus mit Widerstand.

Zunächst gehe es aber darum, im Bund Druck zu machen, um die Finanzierung zu sichern, betonte Ministerin Schreyer. Die boomende Metropolregion München brauche perspektivische Verkehrspolitik, dazu gehöre die Oberland-Elektrifizierung und ein verbessertes ÖPNV-Angebot – auch um die Klimakrise besser bewältigen zu können. „Wir brauchen keine Verkehrswende, sondern attraktive Angebote, damit mehr Leute umsteigen“, sagte die Ministerin.

Wenn das Oberland-Netz neu ausgeschrieben wird –der Vertrag mit der BRB läuft Ende 2026 aus – will Radwan die Elektrifizierung mit drin haben, ebenso den zusätzlichen Haltepunkt in Oberlaindern. „Sonst verlieren wir 14 bis 16 Jahre.“

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