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Förderpumpe erneut defekt

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Von: Bettina Stuhlweißenburg

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Wärme und Strom aus der Tiefe: Die Geothermieanlage in der Alten Au in Holzkirchen ging im Dezember 2018 in Betrieb. Nun ist zum dritten Mal die Pumpe defekt.
Wärme und Strom aus der Tiefe: Die Geothermieanlage in der Alten Au in Holzkirchen ging im Dezember 2018 in Betrieb. Nun ist zum dritten Mal die Pumpe defekt. © Archiv tp

Bereits zum dritten Mal seit Inbetriebnahme der Geothermieanlage Holzkirchen im Dezember 2018 muss die Förderpumpe wegen eines Schadens ausgetauscht beziehungsweise repariert werden.

Holzkirchen - Das teilten die Gemeindewerke Holzkirchen mit. Die Schadensursache sei noch unbekannt, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage. Zur Ermittlung müsse die Tauchkreiselpumpe erst geborgen und begutachtet werden. Die Pumpe ist rund 900 Meter tief im Bohrloch montiert.

Den Gemeindewerken zufolge besteht der Schaden bereits seit Mitte Dezember. Doch erst am vergangenen Mittwoch begannen zwei Kranfahrzeuge damit, die defekte Pumpe aus der Tiefe zu holen. Wegen der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage sowie wegen der wenigen Firmen mit entsprechendem Know-how auf diesem Sektor sei das nicht früher möglich gewesen. Mitte Januar soll dann der Austausch erfolgen. Dabei lassen die Gemeindewerke dieses Mal das Gerät eines anderen Herstellers einsetzen – in der Hoffnung auf ein robusteres Exemplar.

Gemeindewerke-Geschäftsführer Albert Götz ist enttäuscht über den erneuten Ausfall. „Wir haben ein ausgezeichnet laufendes Kraftwerk mit sehr guten Produktionswerten, für die uns die gesamte Branche Respekt zollt“, erklärte er. „Ausgerechnet die Förderpumpe, auf die wir technisch am wenigsten Einfluss haben, hat sich jetzt erneut als Achillesferse erwiesen.“

Die an das Fernwärmenetz angeschlossenen Haushalte müssen derweil nicht frieren: Bei einem Ausfall wie diesem greift ein Automatismus, der eine Ersatz-Versorgung durch die gasbetriebenen Blockheizkraftwerke und Heizkessel sicherstellt. Diese sind für den Schadensfall oder wartungsbedingte Stillstände der Geothermie in den drei bestehenden Heizzentralen in Holzkirchen installiert. Der Strom, den das Werk erzeugt, fließt ohnehin in das allgemeine, aus mehreren Quellen gespeiste Netz, weshalb Endverbraucher auch hier nichts von dem Ausfall zu spüren bekommen.

Wie berichtet, war die gesamte Geothermieanlage Anfang 2019 schon mal still gestanden – nur wenige Wochen nach der Inbetriebnahme des neuen Werks. Damals war ein Kabel kaputt, das die Tauchkreiselpumpe mit Strom versorgt. Es folgten Ausbau, Reparatur und die Wiederinbetriebnahme.

Im Oktober 2020 dann der erneute Stillstand: Die elektrisch betriebene Pumpe hatte die zur Gewinnung des Thermalwassers notwendige Förderleistung nicht mehr erreichen können. Damals hatte Götz erklärt, dass die Pumpe, die das Thermalwasser aus der Tiefe pumpe bei allen Geothermie-Projekten ein empfindliches Teil sei. Die Technik sei hier eben noch nicht ausgereift.

Wie lange der Mitte Januar beginnende Austausch der defekten Pumpe dauere, sei derzeit noch offen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage.

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