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Rückschlag für Geothermie-Projekt

Zu viel Gas: Bohrung muss neu ansetzen 

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Holzkirchen - Die ersten 4200 Meter lief alles glatt, doch jetzt muss das Holzkirchner Geothermie-Projekt einen Rückschlag hinnehmen: Weil auf dem planmäßigen Bohrpfad eine unvermutet kräftige Gasschicht angebohrt wurde, muss ein neuer Bohrstrang eröffnet werden.

Dieser „Sidetrack“ mit einer Ablenkung von etwa 15 Grad soll rund 400 Meter neben dem bisherigen Bohrpfad sein Ziel erreichen – und hoffentlich weitere Gas-Reservoirs umfahren. 

Der Umweg kostet vor allem Zeit. „Wir kommen leicht in Verzug“, räumt Albert Götz, Leiter der Gemeindewerke, ein. Der große Zeitplan sei aber noch nicht in Gefahr, zumal die Bohrung bisher gut gelaufen sei. Götz rechnet damit, dass die Endteufe im Mai erreicht wird und kurz darauf Pumpversuche folgen. Wichtig ist, dass noch 2017 das Kraftwerk ans Netz geht, um die maximalen Einspeisevergütungen abgreifen zu können. Dieses Ziel ist laut Götz noch immer erreichbar. 

Die Bohrung in der Alten Au war am 10. März in 4200 Metern Tiefe auf eine Sandsteinschicht getroffen, die mit Gas gefüllt ist (wir berichteten). Das ins Bohrloch strömende Gas wurde oben kontrolliert abgefackelt. Die Flamme schlug teilweise so hoch, dass vorsorglich umliegende Bäume gefällt werden mussten. Um den Gaszufluss zu stoppen, wurde das Bohrloch mit einer Spülung gestopft. Wie die Geothermie Holzkirchen GmbH mitteilt, versiegte das Gas am 14. März, die Fackel erlosch. Mittlerweile verschließen Zement-Pfropfen die Bohrung.

Gasvorkommen im Untergrund könne man nie ausschließen, sagt Geologe Klaus Dorsch, der das Projekt begleitet. „Allerdings haben wir hier nicht mit einem solchen Hochdruck-Gasvorkommen gerechnet.“ Nach Absprache mit Behörden und dem Versicherer entschied sich die Projektleitung für einen „Sidetrack“. Dabei wird der Bohrer etwas zurückgezogen und weiter oben, aus den bereits eingeführten Verrohrungen heraus, in einem neuen Winkel angesetzt. Die Verantwortlichen hoffen, so die gasführenden Bereiche umgehen zu können. 

Die neue Strecke und das neue Zielreservoir im wasserführenden Malmkarst basieren auf einer Auswertung der 3D-Seismik. Hätte man darauf nicht früher kommen können? „Gas als solches ist in der Seismik nicht direkt erkennbar“, erklärt der Geologe. Man habe den Gasfund aber jetzt einem bestimmten Erscheinungsbild der seismischen Wellen zuordnen können. So ließen sich Bereiche finden, in denen eher nicht mit Gas gerechnet wird. (avh)

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