+
Dampf aus der Tiefe: Die zweite Holzkirchner Geothermie-Bohrung bereitet sich auf die Schlussetappe im Malmkarst vor.

Geothermie Holzkirchen 

Schlussetappe schon im heißen Wasser

  • schließen

Jetzt wird’s spannend: Vor wenigen Tagen hat das Holzkirchner Geothermie-Projekt in der Alten Au die vorletzte Sektion geschafft und bereitet sich jetzt auf die Schlussetappe der zweiten Bohrung vor.

Holzkirchen – Der Bohrer stoppte auf der Oberkante des Malms, jener geologischen Schicht, in der das Thermalwasser schlummert. Wie die Geothermie Holzkirchen GmbH mitteilt, sind für die letzte Strecke noch einmal zwei Wochen veranschlagt. Im Malm wird sich zeigen, ob der Bohrer eine der anvisierten Abbruchstellen erwischt hat, in der heißes Wasser in ausreichender Menge zufließt.

Nach dem herben Rückschlag während der dritten Sektion, als zwei bereits erbohrte Pfade aufgegeben werden mussten (wir berichteten), verlief auch die vierte Sektion nicht ideal. „Eisige Kälte und schwierige bohrtechnische Verhältnisse stellten die Bohrmannschaft und alle Beteiligten nochmals vor große Herausforderungen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Ende der vergangenen Woche war das vorletzte Etappenziel aber doch erreicht. Ab der Oberfläche in der Alten Au hat sich der Bohrer damit fast fünf Kilometer in die Tiefe gegraben. Wegen des schrägen Verlaufs – Experten sprechen von „abgelenkter Bohrung“ – beträgt die vertikale, lotrechte Tiefe „nur“ 4600 Meter. Die gut 500 Meter der vierten Sektion sind mittlerweile mit stählernen Futterrohren ausgekleidet (Durchmesser: knapp 18 Zentimeter). Zusätzlich wurde das Gestänge ins Bohrloch einzementiert.

Jetzt gilt’s, denn die fünfte und letzte Sektion steht bevor. Sie muss zeigen, ob die Bohrung „Thermal 2“ fündig ist und ausreichend viel Thermalwasser in der erwarteten Temperatur liefern kann. Zu übertreffen sind die guten Ergebnisse der ersten Bohrung, die rund 60 Liter pro Sekunde mit einer Temperatur von mehr als 140 Grad zur Verfügung stellt. Verspricht Thermal 2 mehr Ertrag, steigt sie zur Entnahme-Stelle auf; falls nicht, dient sie als Rückführungs-Bohrung, über die das Thermalwasser aus der ersten Bohrung – nach Verwertung an der Oberfläche – in den Malm zurückgeschüttet wird.

Der letzte Bohrabschnitt verläuft ausschließlich im wasserführenden Malm. Etwa 1000 Meter sind geplant, was die Gesamtbohrstrecke auf etwa sechs Kilometer verlängern und in eine vertikale Tiefe von rund 5000 Metern führt. Damit möglichst viel Thermalwasser ins Bohrloch hineinströmen kann, wird dieser Bohrabschnitt mit gelochten Rohren ausgekleidet und nicht zementiert.

Gut ein Jahr nach Start der ersten Bohrung in der Alten Au am 27. Januar 2016 steht das Projekt damit vor der entscheidenden Etappe. Zwei Wochen sind für die Erschließung des Malm vorgesehen. Sind die Rohre verlegt, werden Pumptests zeigen, ob Thermal 2 die erste Bohrung übertrumpfen kann.  avh

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Familienspaß mit Lagerfeuer und Torwand
Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für das Kartoffelfest. Am Samstag (23. September) laden der Faschingsverein De Damischen und der ESC Holzkirchen an den …
Familienspaß mit Lagerfeuer und Torwand
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen AfD-Kandidat ein
Die Staatsanwaltschaft München II hat die Ermittlungen gegen den AfD-Direktkandidaten Constantin Leopold Prinz von Anhalt eingestellt.
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen AfD-Kandidat ein
Schnelles Internet erst im Dezember
Das Breitband kommt, hat aber etwas Verspätung. Es wird wohl Dezember werden, ehe die ersten von knapp 700 Otterfinger Haushalten ein deutlich schnelleres Internet …
Schnelles Internet erst im Dezember
Heftiger Streit zwischen Asylbewerberinnen landet vor Gericht
Im Streit um eine Kochstelle in einer Gemeinschaftsunterkunft in Otterfing sind offenbar zwei Asylbewerberinnen heftig aneinandergeraten. Vor Gericht blieb schleierhaft, …
Heftiger Streit zwischen Asylbewerberinnen landet vor Gericht

Kommentare