Mithilfe von Autokränen wurden unter anderem Motoren von Ventilatoren ausgetauscht. Die Gemeindewerke führen die alljährliche Sommerrevision durch.
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Mithilfe von Autokränen wurden unter anderem Motoren von Ventilatoren ausgetauscht. Die Gemeindewerke führen die alljährliche Sommerrevision durch.

GEOTHERMIE

Kraftwerk muss zwei Wochen Pause machen

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Holzkirchen – Große Autokräne auf dem Holzkirchner Geothermiegelände – das weckt keine schönen Erinnerungen. Im November war die Tauchkreiselpumpe ausgefallen, die Kräne mussten 900 Meter Rohre aus der Tiefe holen. Tagelang verdiente das Kraftwerk der gemeindeeigenen Geothermie GmbH kein Stromgeld, jeden Tag gingen 15 000 Euro flöten. Jetzt fuhren wieder Kräne vor und tatsächlich steht das Kraftwerk, wie Geschäftsführer Albert Götz bestätigt.

Diesmal aber ist die Pause geplant, die alljährliche Sommerrevision steht an. Die Pumpe jedoch, sie bleibt das große Sorgenkind.

„Jedes Kraftwerk muss einmal im Jahr in Revision“, sagt Götz. Dafür wird abgeschaltet, der TÜV checkt die Sicherheit. Am Montag bereits wurde der Betrieb heruntergefahren. Zwei Wochen sollen genügen, um die Turbine zu warten, sowie Systeme zu überprüfen und gegebenenfalls auch auszutauschen.

Am Donnerstag waren die Autokräne im Einsatz, um die Motoren der 18 mächtigen Ventilatoren auszutauschen; die Luftkondensatoren sorgen dafür, dass das „Arbeitsmittel“, auf das die Thermalenergie über Wärmetauscher übertragen wird, nach dem Turbinendurchlauf wieder abkühlt und flüssig wird. Dieses spezielle Kältemittel (Fluid) verdampft früher als Wasser, was den Wirkungsgrad erhöht. Die 150 Kilo schweren Motoren der Ventilatoren laufen pausenlos, der Verschleiß ist groß. Deswegen erfolgt der vorsorgliche Austausch.

Das größte Kopfzerbrechen bereitet nach wie vor die Spezial-Pumpe in der Förderbohrung, die in 900 Metern Tiefe das Thermalwasser nach oben drückt. „Wir nutzen die Pause, um sie noch einmal rauszuholen“, sagt Götz. Noch läuft sie zwar, doch Götz und sein Team trauen dem Frieden nicht. „Wir haben Vibrationen festgestellt, die uns nicht gefallen.“

Während der Revisionsstillstand in der langfristigen Wirtschaftlichkeitsberechnung eingepreist ist, schlagen die Pumpenausfälle stets unerwartet ins Kontor. „Bei den Pumpen müssen wir besser werden“, weiß der Geschäftsführer. Bei dem Ausfall vom November (wir berichteten) ist allerdings immer noch nicht klar, ob der Schaden ein Garantiefall wird – und vom Hersteller getragen wird – oder ob der Defekt dem normalen Verschleiß zuzuschreiben ist; es geht um über 100 000 Euro.

Götz hofft, dass auch die jetzige Nachschau die Lernkurve verbessert. Bisher zicken die Spezialpumpen etwa alle sechs Monate. „Wir hätten gerne Laufzeiten von über drei Jahren“, sagt der Geschäftsführer. Man stecke noch immer in einem Lernprozess, „einem leider teuren Lernprozess“, seufzt der Geschäftsführer.  

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