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Leer gepumpt: Das große Becken auf dem Bohrplatz wird derzeit zerlegt, die Folie verteilt.

„Mehr Energie als gedacht“

Geothermie: Kraftwerksbau startet in Kürze

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Die aufwendigen Bohrungen haben sich gelohnt - und jetzt soll die Energie des Holzkirchner Geothermieprojekts auch genutzt werden. So sieht der Zeitplan für den Kraftwerksbau aus.

Holzkirchen – Nach außen hin ist alles ruhig am Geothemie-Bohrplatz in der Alten Au in Holzkirchen. Der Bohrturm und die Nebenanlagen sind verschwunden, derzeit wird das leer gelassene Wasserbecken zerlegt. Doch hinter den Kulissen tut sich einiges.

Die Ausschreibung für das Stromkraftwerk laufe bereits, erklärt Albert Götz, Geschäftsführer der Geothermie Holzkirchen GmbH. Heuer im Herbst könne man vielleicht schon mit kleineren Fundamentarbeiten starten. So richtig los gehe es aber erst im Frühjahr 2018, „sobald es schneefrei ist“.

Auf jeden Fall heuer im Herbst will die GmbH noch das Heizkraftwerk hochziehen, zumindest dessen Hülle. „Im Winter können wir dann den Innenausbau machen“, erklärt Götz. In Betrieb gehen könne die Heizzentrale voraussichtlich erst im Herbst 2018. „Wir brauchen dafür unter anderem die Thermalwasserpumpe.“ Bis diese startklar ist, dauere es. Etwas später, wahrscheinlich im Januar 2019, soll das Stromkraftwerk ans Netz gehen. Denn das Geothermie-Projekt soll bekanntlich Wärme und Strom liefern.

Götz erklärt, wie das Thermalwasser später zu Strom wird: Im Holzkirchner Fall greife man auf einen sogenannten ORC-Prozess zurück, kurz für Organic Rankine Cycle. Als Betriebsmittel dienen hier organische Stoffe wie Pentan oder Butan, die schon bei geringeren Temperaturen als Wasser in Dampf übergehen, was wirtschaftlicher ist. Vereinfacht gesagt wird das Wasser in einen Wärmetauscher geschickt, wo es die Temperatur an den Vermittlerstoff abgibt. Das Gas treibt dann die Turbine und damit den Generator an, der Strom erzeugt. Die Stoffe befinden sich in einem geschlossenen Kreislauf und gelangen nicht in die Umwelt.

Das Stromkraftwerk wird eine elektrische Leistung von rund drei Megawatt haben. „Mehr als gedacht“, sagt Götz. Aber: „Den ganzen Ort können wir damit nicht versorgen.“ Etwa ein Drittel würde in Spitzenzeiten abgedeckt.

Das Heizkraftwerk kann laut Götz über 20 Megawatt thermisch ausspielen. Zum Vergleich: Die bestehenden Anlagen liefern in etwa zehn Megawatt. Diese bleiben bestehen, springen etwa bei technischen Störungen ein.

Das Interessante: „Strom und Wärme stehen in Konkurrenz zueinander.“ Trotzdem verteilt sich dieser Wettbewerb gut auf die Jahreszeiten: Im Winter werde eher die Wärme bedient. „Im Sommer werden wir mehr Thermalwasser ins Stromkraftwerk schicken.“ Das Gute: Die Energie bleibt somit nie ungenutzt.

Die Ergebnisse der Bodenanalysen liegen ebenfalls vor. Diese untersuchten, ob die Tragfähigkeit des Bodens am Bohrplatz ausreicht, um die großen und schweren Kraftwerksgebäude zu tragen. „In Teilen ist Lehm im Boden“, erklärt Götz. Das führe dazu, dass die Last nicht an allen Stellen ausgehalten werden kann. Daher ersetze man die Lehmschichten in einigen Bereichen mit Kies, um den Untergrund zu stabilisieren.

Auch mit der Infrastruktur müssen die Gemeindewerke nachziehen: Die Ausschreibungen für die Anbindung laufen. Heuer wolle man damit starten. Als Erstes werden Gewerbegebiet Ost, Industriestraße, der Bereich von HEP und Polizei und die Au-
straße bis hin zum Staatlichen Gymnasium angedockt, so Götz.

Ferner müssen die Gemeindewerke auch ihre personelle Infrastruktur nachrüsten. „Zum Teil gibt es Engpässe“, berichtet Götz. Allein zehn Leute seien regelmäßig mit Geothermie beschäftigt. „Wir kriegen viele Bewerbungen rein.“ Etwa ein bis zwei Mitarbeiter mehr könnten Linderung verschaffen. Auch Götz ist ein viel beschäftigter Mann. Einen offiziellen Stellvertreter hat er nicht. Allerdings gebe es in jeder einzelnen Sparte Mitarbeiter, die ihn vertreten, sagt er. Das reiche aus.

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