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Auf dem Bohrplatz in der Alten Au soll bald die zweite Bohrung starten.

Bohrplatz in Holzkirchen

Geothermie: „Wir sind fündig“

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Holzkirchen - Es ist geschafft: Die erste Geothermie-Bohrung in Holzkirchen ist erfolgreich. „Wir sind fündig“, sagt Albert Götz, Geschäftsführer der Geothermie GmbH. Bald geht es erneut in die Tiefe. 

Bis zum Schluss blieb es sehr spannend: „Mein Puls ist schon höher gestiegen“, erzählt Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) von seinem letzten Besuch auf dem Bohrplatz. Immer wieder geisterte das gescheiterte Geothermie-Projekt in Gelting durch seinen Hinterkopf, wo nicht die erhoffte Menge heißes Wasser sprudelte. Und selbst der sonst sehr besonnene Albert Götz, Leiter der Gemeinewerke und Geschäftsführer der Geothermie GmbH, sagt: „Bis zum letzten Moment war es schon ein Nervenkitzel.“ Umso erleichterte waren die beiden dann, als die gute Nachricht einschlug: „Wir sind fündig“, sagt Götz. „Das ist eine sehr positive Botschaft“, meint Löwis. Immerhin handle es sich um das größte und teuerste Projekt, das Holzkirchen je hatte. „Das haben mir auch meine Vorgänger bestätigt.“ 

Es ist geschafft: Die erste Bohrung des Geothermie-Projekts in der Alten Au in Holzkirchen ist erfolgreich. Die Temperatur des Thermalwassers beträgt laut Götz über 140 Grad, die Schüttungsrate mehr als 60 Liter pro Sekunde. „Beides liegt im Soll“, erklärt Götz. 

Bald soll die zweite Bohrung nebenan starten. Nächste Woche wolle man damit anfangen, den Bohrturm um rund 7,50 Meter zu verschieben. „In zwei Wochen könnte schon die zweite Bohrung beginnen“, schätzt Götz. „Wir möchten vorwärts kommen.“ Das erste Loch wird vorerst mit einem Stahldeckel abgedeckt. 

In der Zwischenzeit leiten die Gemeindewerke die Daten an die Geldgeber weiter. Bei erfolgreicher erster Bohrung wird die weitere Finanzierung über ein Darlehen gestemmt – so der Plan. Ein Bankenkonsortium ist bereit, 28,6 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. „Das sollte dann zügig vonstatten gehen“, meint Götz. Die Gemeinde steckte bekanntlich rund 10,7 Millionen Euro in das Projekt. „Es ist spitze, dass wir das Geld nicht umsonst ausgegeben haben“, sagt Löwis. 

Geht alles gut, ist die zweite Bohrung laut Götz voraussichtlich im September fündig – hoffentlich. Dann müsse entschieden werden, aus welchem Bohrloch das Wasser später gefördert wird, und in welches die abgekühlte Flüssigkeit wieder nach unten geschickt wird. 

Momentan geht es stark aufwärts: Für Löwis ist die jetzige Fündigkeit die zweite gute Nachricht innerhalb kürzester Zeit. Wie berichtet, hat das Bundeskabinett vergangene Woche eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Sofern die Novelle die notwendige Mehrheit im Bundestag findet, werde die finanzielle Unterstützung seitens des Staates bis Ende des Jahres 2020 – und nicht wie ursprünglich vorgesehen bis 31. Dezember 2017 – ausgeweitet. Ansonsten hätte das Kraftwerk in Holzkirchen bis Ende 2017 ans Netz gehen müssen, um die maximale Einspeisevergütung für Strom einzustreichen; und damit keine Reduzierung um fünf Prozent droht. 

„Dadurch bekommen wir mehr Flexibilität“, sagt Löwis. Der Zeitdruck ist weg. Dann könne sich die Gemeinde erstmal auf die Wärmegewinnung konzentrieren, die technisch leichter zu handhaben sei. Das Kraftwerk für Strom – die eigentliche Geldquelle – kann dann etwas entspannter angegangen werden. 

Löwis ist sehr stolz auf seine Gemeinde: „Wir waren mutig, wir haben uns getraut“, meint er. Auch in Zeiten, in denen es bei anderen Geothermie-Projekten in der Region kriselte und die Entwicklung der Einspeisevergütung noch in der Schwebe hing. Vorerst will er sich nun nochmal genauer mit den Daten auseinandersetzen. „Erst dann lassen wir die Sektkorken knallen“, sagt Löwis.

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