Trambahnen kollidieren: Bayerstraße momentan teilweise gesperrt

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Schnelle Verbindung: Der geplante Gehweg zwischen Wilhelm-Liebhaber-Straße und Krankenhausstraße soll das dortige Wohngebiet durchlässiger machen.

Zu teuer, nur gut für Rentner und Einbrecher

Geplanter Radweg nervt Anlieger - und Gemeinderäte

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Die Gemeinde will einen Radweg durch ein Wohngebiet zwischen Wilhelm-Liebhaber- und Krankenhausstraße bauen. Den Anwohnern schmeckt das gar nicht. Den Gemeinderäten auch nicht.

Holzkirchen – Wie durchlässig müssen Wohngebiete sein? Sollte man jede Chance nutzen, um Wohnstraßen mit Geh- und Radwegen zu verbinden? Die Marktgemeinde Holzkirchen will 2018 einen solchen Weg in der Haid bauen, zwischen Wilhelm-Liebhaber-Straße und Krankenhausstraße. Kosten: 35.000 Euro oder mehr. Im Verkehrsausschuss war das Projekt umstritten. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) sieht die Gemeinde indes in der Pflicht, der Empfehlung des Integrierten Mobilitätskonzepts zu folgen und das Geh- und Radwegenetz zu stärken.

Schon im Jahr 2004 war der Weg geplant gewesen; er führt in Verlängerung der Rat-Müller-Straße unmittelbar vorbei an fünf Vorgärten, auf der anderen Seite liegt eine Wiese. Das erste Teilstück wird als private Grundstückszufahrt genutzt; die für den Weg nötigen Flächen gehören aber der Gemeinde. Laut Bauamt ist eine Breite von 2,0 bis 2,50 Meter möglich. Der Weg wird asphaltiert.

Aufgrund der erklecklichen Kosten und Einwänden von Anliegern war das Projekt vor 13 Jahren nicht realisiert worden, wie ein Mitarbeiter des Technischen Bauamts im Ausschuss berichtete. Irmi Ammer (SPD) hatte das Thema jüngst beim Runden Tisch Radlfreundliches Holzkirchen wieder aufgewärmt. Der Runde Tisch hielt den Weg für „nicht unbedingt notwendig“, wie der Bauamtssprecher betonte. Trotzdem kam das Projekt – auf Wiedervorlage – in den Ausschuss. Schon im Vorfeld hatten sich erneut Anlieger im Rathaus gemeldet und ihre ablehnende Haltung bekräftigt.

„Auch ich sehe die Notwendigkeit für so einen Weg nicht“, erklärte Martina Schweighofer (CSU) im Ausschuss; nur 200 Meter weiter gebe es doch einen „Durchstich“. Der Weg würde private Gärten besser erreichbar machen, was Einbrechern die Arbeit erleichtern könnte. Nicht zuletzt, so Schweighofer, käme der Bau zu teuer.

Martin Taubenberger (FWG) jedoch gefiel der Vorschlag. Er geht davon aus, dass viele Bewohner und Besucher des nahen Altenheims St. Anna die damit neu entstehende Spazierrunde gerne annehmen werden. „Ich kenne viele, die Senioren betreuen“, pflichtete ihm Martina Unverdorben (FWG) bei, „die wären dankbar dafür.“ Sebastian Franz (CSU) verwies jedoch nochmals auf die Kosten: „Sollen wir wirklich für über 30.000 Euro einen Rundweg für Rollatoren bauen?“ Die Planung schieße übers Ziel hinaus. Fraktionskollege Albert Kraml konnte zudem gut nachvollziehen, dass die Anlieger keinen öffentlichen Weg neben ihrem Garten wünschen. „Würde ich auch nicht wollen.“ Er schlug vor, den Weg erst anzugehen, wenn die benachbarte Wiese bebaut wird. Letztlich stimmten alle vier CSU-Mitglieder im Ausschuss gegen den Weg.

Irmi Ammer verwies darauf, dass die Durchlässigkeit von Wohnquartieren von modernen Stadtentwicklern als Qualität erkannt sei. „Für Radler und Fußgänger soll es möglichst einfach sein, von A nach B zu kommen.“ Eine erhöhte Einbruchsgefahr sehe sie nicht, auch die Kosten seien gerechtfertigt: „Die Gemeinde hat wenig gebaut für Fußgänger und Radler.“ Und die Flächen seien von der Gemeinde ausdrücklich gekauft worden, um einen Weg zu realisieren.

„Braucht es diesen Weg wirklich?“ Der Bürgermeister räumte ein, darüber längere Zeit nachgedacht zu haben, gerade angesichts der zu erwartenden Kosten. Letztlich sei es aber wichtig, hier ein Zeichen zu setzen. „Wir wollen unser Geh- und Radwegenetz ausbauen – dann sollten wir es auch tun“, sagte Löwis. Auf seinen Vorschlag hin beschloss der Verkehrsausschuss mehrheitlich, nächstes Jahr die Haushaltsmittel für den Bau des Wegs bereitzustellen.

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