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Bitte weiterfahren: Die Anschlussstelle Holzkirchen-Süd Richtung Salzburg ist derzeit wegen umfassender Bauarbeiten seit einer Woche gesperrt. Erst jetzt aber wurde die Baustelle in den Verkehrsinfokanal eingepflegt.

Geräte lenkten alle immer auf Holzkirchen zu

Gesperrte Ausfahrt A8: Navis wussten davon lange nichts

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Theoretisch wissen moderne Navis, wo es Staus und Sperren gibt in Echtzeit. Von der gesperrten A8-Ausfahrt Holzkirchen wussten sie lange nichts. Das hat seinen Grund.

Miesbach - Wer mit dem Navi fährt, folgt erfahrungsgemäß dessen Anweisungen – vor allem, wenn Baustellen den direkten Weg blockieren. Der Computer berechnet eine neue Route, um das Hindernis zu umgehen. Doch dazu muss das Hindernis dem Gerät bekannt sein. Im Fall der gesperrten A8-Anschlussstelle Holzkirchen ist das erst diese Woche am Mittwochabend um 19.19 Uhr passiert. Dabei sind Zu- und Ausfahrt bereits seit 26. April dicht, weil dort die Autobahndirektion Südbayern bis voraussichtlich 13. Mai ein sechs Kilometer langes Teilstück in Fahrtrichtung Süden gründlich saniert (wir berichteten).

Eingespeist werden verkehrsrelevante Informationen von der Verkehrsmeldestelle im Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. „Wir sind für die Verkehrsinfos aus ganz Bayern zuständig“, erklärt Leiter Michael Bungert. 24 Stunden ist diese Stelle besetzt, die das Standardsystem – den Traffic Message Channel (TMC) – bestückt. Ausgestrahlt wird dieses Signal vom Bayerischen Rundfunk (BR) und von Antenne Bayern und erreicht so die Geräte auf den Straßen.

Aktualisiert wird laut Bungert mindestens alle 15 Minuten – je nach Menge der zu verschickenden Meldungen. „Damit ein Navigationsgerät eine aktuelle Meldung anzeigen kann, muss es diese zweimal unverändert empfangen“, erklärt der Experte. Je schneller ein fahrzeug unterwegs ist, desto anfälliger werde die Übertragung. Auch Funklöcher können dazu beitragen, dass eine Meldung erst verzögert im Navi einläuft.

Den Weg einer Meldung ins System beschreibt Bungert so: „Geht ein Notruf in der Einsatzzentrale der Polizei ein, wird die Nachricht nicht nur einsatztaktisch weiterverarbeitet, sondern sie geht auch als Meldung an die Verkehrsmeldestelle.“ Dort werde sie umgehend verarbeitet und abgeschickt. Auch die Verkehrsfunkzentralen von Radiosendern wie BR und Antenne Bayern haben darauf Zugriff und können schnell Infos senden – „mit etwa einer Minute Differenz“.

Problematisch wird es dagegen bei Baustellen wie der gesperrten Anschlussstelle Holzkirchen-Süd. „Wir haben keine zentrale Stelle, der alle Baustellen gemeldet werden“, sagt Bungert. „Damit fehlt uns ein Ansprechpartner, der uns diese mitteilen könnte.“ Die Folge: Wichtige Informationen schaffen somit nicht den Weg in den Infokanal. Zwar arbeite die Oberste Baubehörde am Bayerischen Innenministerium an einer solchen Plattform, doch diese erfasse nur Autobahnen sowie Bundes- und Staatsstraßen. Kreis- und Gemeindestraßen blieben außen vor.

Doch auch Vorab-Anzeigen sind laut Bungert schwierig: „Die Baufirmen haben meistens Zeitfenster, innerhalb derer sie Baustellen einrichten. Damit steht vorher selten fest, ab wann genau eine Stelle gesperrt ist.“ In der Praxis melde die Polizei vor Ort relevante Baustellen an die Verkehrsmeldestelle weiter.

ddy

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