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Fast voll ist das Gewerbegebiet Holzkirchen Nord. Die Bosch Engineering GmbH (vorne r.) hat sich noch eine Optionsfläche Richtung Föching gesichert, 2018 muss sie sich entscheiden, ob sie die Lücke füllen will.

Im Norden Holzkirchens 

Gewerbegebiet fast voll: Bürgermeister will Fläche verdoppeln

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Das Gewerbegebiet Holzkirchen Nord ist fast voll. Der Bürgermeister denkt über eine große Erweiterung nach. Doch die ist im Gemeinderat umstritten.

Föching – Die Fläche sollte viele Jahre vorhalten. Doch die Parzellen am Gewerbegebiet Holzkirchen Nord bei Föching gingen weg wie warme Semmeln – zum Preis von 220 Euro pro Quadratmeter. 2012 startete die Vermarktung, inzwischen ist eigentlich alles voll. Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) denkt über eine Erweiterung nach, die einer Spiegelung, sprich Verdoppelung, der jetzigen Fläche Richtung Südwesten entspräche. „Die Konjunktur ist so großartig, dass man darüber nachdenken muss.“ Und: „Es gibt viele Anfragen für Gewerbeansiedlungen.“ Doch der große Wurf ist im Gemeinderat umstritten. Als es in der jüngsten Sitzung um den Haushalt ging (wir berichteten), ploppte am Rande die Erweiterung des Gewerbegebiets auf. Dabei ist es vor allem die Spiegelung, die einigen Gemeinderäten Bauchweh bereitet. 

Zunächst werden Lücken im bestehen Gewerbegebiet gefüllt, was weitgehend akzeptiert wird. Zum einen hat sich Bosch per Vertrag eine 43 000 Quadratmeter große Erweiterungsfläche Richtung Föching reserviert, berichtet Löwis. Bosch-Sprecherin Annett Fischer sagt: „Wir sind aktuell in Gesprächen mit der Marktgemeinde.“ Bosch habe bis Anfang 2018 Zeit, eine Entscheidung zu fällen. Ebenfalls zwei kleinere Optionsflächen vorgemerkt haben sich zwei weitere bestehende Unternehmen. Werden die drei Flächen 2018 verkauft, rechnet die Gemeinde mit einem Erlös von insgesamt rund 10,8 Millionen Euro, der Großteil geht auf das Konto von Bosch. Davon abgesehen überlegte die Waakirchner Firma Biolink nach eigenen Angaben, einen Teil der Fertigung und Weiterverarbeitung nach Holzkirchen auszulagern. Laut Rathaus ist die rund 3000 Quadratmeter Fläche schon verkauft. Jetzt aber stehen die Pläne sowie der Umzug nach Tölz auf dem Prüfstand, nachdem der Klebebandspezialist verkauft wurde.

Karl Bär (Grüne) plädierte dafür, das Gewerbegebiet „nicht immer noch größer zu machen“. SPD-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Dasch sah die große Spiegelung kritisch – trotz der guten Konjunktur. Holzkirchen müsse sich überlegen, wo es hin will. „Für uns steht eine Erweiterung nicht zur Diskussion“, sagt Grünen-Fraktionssprecher Robert Wiechmann auf Anfrage zur Spiegelung. Bereits das jetzige Gewerbegebiet sei in einem Tempo gewachsen, das Holzkirchen nicht vertrage. Immerhin müsse die Gemeinde mit Infrastruktur, mit Wohnraum und Kitaplätzen nachziehen. 

Für die Spiegelung sieht Wiechman „keine Mehrheit im Gemeinderat“. Auch die FWG werde nicht zustimmen, kündigt Fraktionssprecherin Birgit Eibl an. „Wir wollen auf die Bremse drücken.“ Anders sieht es die CSU: Laut Fraktionsvorsitzendem Christoph Schmid ist man sich im Grundsatz über die Entwicklung einig. „Das Gewerbegebiet ist eine Erfolgsgeschichte.“ Er befürworte die Spiegelung auch aus einem ökologischen Aspekt heraus: Man schaffe wohnhortnahe Arbeitsplätze, nachdem die Infrastruktur Richtung München ersticke. Bislang ist die gemeindeeigene Fläche für die Spiegelung Grünland (so steht es im Flächennutzungsplan), das an Landwirte verpachtet ist. Im Kaufvertrag steht laut Löwis, dass dort eines Tages Gewerbe angesiedelt wird. Eine Veränderung benötige „lange Schritte“.

mar

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