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Rund 15 000 Euro fehlen noch für die Kirchturmsanierung. 

Evangelische Segenskirche 

Glockenturm wird abgebaut und neu aufgestellt

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Der marode Glockenturm der Segenskirche wird komplett abgebaut – um wieder neu aufgebaut zu werden. Diese Sanierung kostet rund 110 000 Euro. Baubeginn ist in den Pfingstferien. 

Holzkirchen – Sie frohlocken bei Taufen, Hochzeiten und Festtagen, sie weinen bei Beerdigungen. Die Glocken des Turms der evangelischen Segenskirche in Holzkirchen begleiten die Gläubigen durch das Leben. Damit das auch in Zukunft so bleibt, lässt die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde nun den maroden Glockenturm sanieren. Inzwischen steht sogar der Zeitplan fest.

„Baubeginn ist voraussichtlich in den Pfingstferien“, sagt Pfarrer Wolfgang Dörrich. In der Zeit sei der Kindergarten nebenan geschlossen, und es herrsche insgesamt weniger Betrieb auf dem Gelände. Da störe es auch nicht so, wenn Baufahrzeuge den Hof blockieren. Dörrich schätzt, dass die Bauarbeiten rund drei Wochen dauern. Für die Gottesdienstbesucher werde es während der Bauphase „keine Einschränkungen“ geben, meint der Pfarrer.

Die vier morschen Lärchenholzstützen des Turms werden dabei – nach Anraten von Architekten und Statikern – durch robustere Stahlrohrstützen ersetzt. Die Maßnahmen sind recht aufwendig: „Der Turm wird komplett abgebaut und dann wieder neu aufgebaut“, erklärt der Pfarrer. Aus Sicherheitsgründen. Er vermutet, dass das Bauwerk liegend zusammengefügt und dann im Ganzen mit einem Kran aufgestellt wird. „Vor dem Abbau wird die Glockenstube mit einem Autokran rausgeholt“, berichtet der Geistliche. Sie kommt danach wieder rein. Der Turm soll seine alte Höhe behalten. „Man sieht ihn ja jetzt schon nicht so leicht.“ Die Ausschreibung für das Projekt müsse erst noch erfolgen, beschlossen sei es aber schon.

Die Gesamtkosten liegen nach ersten Schätzungen bei rund 110 000 Euro. Die gute Nachricht: Die Landeskirche – die den Finanzierungsplan schon genehmigt habe – übernimmt laut Dörrich 50 Prozent der Summe. „Das ist mehr als üblich“, ergänzt er. Immerhin sei ein Kirchturm doch so etwas wie ein Prestigeprojekt. Ein sichtbares Bauwerk im Ort. „Das ist was anderes als zum Beispiel bei einem Jugendkeller.“

Die restlichen Kosten müsse die Kirchengemeinde allerdings selber stemmen, und dafür hat sie schon fleißig Spenden gesammelt. Viele Privatleute und Stiftungen hätten dankenswerterweise Geld gegeben. „Jetzt brauchen wir noch circa 15 000 Euro.“ Die Kirchengemeinde selbst habe keine finanziellen Rücklagen, im Gegenteil. „Wir haben noch 250 000 Euro Schulden“, sagt der Pfarrer. Diese stammen unter anderem noch aus dem Umbau der damaligen Apostel Thomas Kirche zum Gemeindezentrum Thomashaus. Dieses wurde 2009 eröffnet.

Wie berichtet, muss der Glockenturm dringend saniert werden. Dabei ist er noch keine 20 Jahre alt. 1998 wurden die neugebaute Kirche und der freistehende Turm eingeweiht. Der Neubau verschlang rund 3,1 Millionen Mark, davon mussten die Holzkirchner damals selbst 1,1 Millionen stemmen. Den Turm sponserten Erika und Peter Schilffarth aus Warngau. Er kostete 130 000 Mark. Erbauer war das Münchner Architekturbüro Lichtblau. Bereits zwei Jahre später waren erste Risse am Turm zu erkennen. Zwischendrin wurde mit Silikon geflickt, allerdings nicht fachgerecht. Die Geschichte zog sich, am Ende verhängte das Landratsamt ein Zwangsgeld, weil Wartungsbescheide ausgeblieben waren.

Jetzt aber ist für die Kirchengemeinde, zu der rund 4900 Mitglieder zählen, eine Lösung in Sicht. Bis diese umgesetzt wird, kann der Betrieb normal weiterlaufen. Nach Aussagen des Statikers herrsche derzeit keine Einsturzgefahr, betont Pfarrer Dörrich. „Wir dürfen auch noch die Glocken läuten.“

Spenden

für den Glockenturm sind unter dem Vermerk „Glockenturm“ möglich auf folgendes Konto: Begünstigter: Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Holzkirchen; IBAN DE29 7016 9410 0200 003069.

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