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Albert Götz ist Geschäftsleiterder Gemeindewerke.

Im Interview

Götz macht Ausbildung zum Landwirt: „Ich kann eine Kuh melken“

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Albert Götz (45), Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen, hat sich zum Landwirt ausbilden lassen. Im Gespräch verrät er, warum er das gemacht und wie er abgeschnitten hat.

Holzkirchen - Herr Götz, Gratulation, Sie haben Ihre Prüfung zum Landwirt geschafft. Kehren Sie jetzt den Gemeindewerken den Rücken?

Götz: Nein, ich habe das aus reinem Interesse gemacht. Außerdem gibt es viele Überschneidungen mit meinem Beruf: Die Themen Trinkwasser, Wald und Energie etwa. Der Bereich Ernährung interessiert mich privat. Ich habe keinen Hof daheim.

Dafür haben Sie die ganze Paukerei auf sich genommen?

Götz: Ja, ich habe die Ausbildung auch zur Entspannung und als Ausgleich zu meinem Beruf gemacht. Gerade als die Bohrphase der Geothermie lief, musste ich 24 Stunden erreichbar sein und konnte nicht weg fahren. Natürlich hätte ich auch lieber eine zehnstündige Bergtour unternommen – aber da wäre ich nicht ständig erreichbar gewesen.

Trotzdem. Ihr Job bei den Gemeindewerken ist stressig. Geothermie, Hallenbad, Eisstadion und mehr. Es gibt viel zu tun. Lässt sich da eine Zusatzausbildung einfach so nebenbei machen?

Götz: Ich habe an der Ausbildung über die Almakademie am Grünen Zentrum in Holzkirchen teilgenommen. Das kann man berufsbegleitend, viele Nebenerwerbslandwirte nehmen das in Anspruch. Und die Ausbildung ist top.

Respekt. Wie lief das konkret ab?

Götz: Die Kurse liefen in Blöcken. Ganz in der Früh bin ich in die Gemeindewerke, dann ins Grüne Zentrum und anschließend wieder in die Gemeindewerke. Da haben meine Kollegen ganz schön geschwitzt (lacht). Abends habe ich dann gelesen und gelernt.

Für welchen Bereich mussten Sie am meisten pauken?

Götz: Für die ganzen Tiere. Die inneren Funktionen eines Wiederkäuers, die Haltungsformen, die Biolandwirtschaft zum Beispiel. Die Einblicke sind schon gigantisch. Dass es so vielseitig ist, hätte ich nicht erwartet.

Waren Sie nervös vor der Prüfung?

Götz:  Die Theorie ist Lernsache, hier eher nicht. Aber man war auch praktisch gefordert, da sah die Sache schon anders aus.

Sie mussten also in den Stall?

Götz: Ja, ich kann jetzt eine Kuh melken. Ob die Kuh daran Gefallen findet, kann ich nicht sagen.

Gab’s gleichaltrige Mitschüler oder gehörten Sie zum älteren Semester?

Götz: Ich habe schon zu den Älteren gehört, aber die Bandbreite ist groß.

Und welche Note haben Sie geschafft?

Götz: Die Note ist ganz gut. Ich war nicht der Beste, aber auch nicht der Schlechteste.

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