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Die gemeindlichen Wohnblöcke an der Baumgartenstraße sind in einem schlechten Zustand. 

SPD fordert konkretes Handeln

Günstiger Wohnraum im Fokus

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Günstigen Wohnraum in Holzkirchen haben alle Parteien im Wahlkampf versprochen. Jetzt soll es konkret werden, fordert die SPD. 

Holzkirchen – Im Wahlkampf haben alle Parteien vom günstigen Wohnen gesprochen. Nachdem der ganze Trouble jetzt vorbei ist, fragt sich SPD-Gemeinderat Wolfgang Huber: „Wer kümmert sich konkret um bezahlbaren Wohnraum in Holzkirchen?“ Gemeinsam mit Fraktionskollegin Elisabeth Dasch hat er nun das Thema in der Gemeinderatssitzung angestoßen. Eine rege Diskussion entstand im Oberbräu-Festsaal. 

„Es gibt neue Fakten“, meinte Huber, der ein bisschen „gallisches Dorf“ spielen wollte. Der demografische Wandel schreite voran, es gebe immer mehr ältere Menschen. Neue Wohnformen müssten angedacht werden, auch junge Leute wie Lehrlinge und Azubis mit wenig Geld benötigen Wohnraum. Daher wäre es interessant zu wissen, „was wir für Wohnungen brauchen“, welche Grundlagen vorliegen. Huber regte einen Runden Tisch Wohnen an, um Einzelprojekte von verschiedenen Akteuren zu koordinieren. Diese Idee fand Simon Ammer (SPD) gut. Quasi als Ergänzung zur Verwaltung. 

Laut Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) kümmert sich ein Mitarbeiter im Rathaus um die Vermietung der gemeindlichen Liegenschaften. „Da sind erste Schritte getan.“ Das Hauptproblem aber sei: „Die Gemeinde verfügt nicht über so viele nachverdichtbare Flächen.“ 

Vor gut zwei Jahren stellte die Kommune zwei Mehrfamilienhäuser am Sommerfeld fertig. Alle 16 Wohneinheiten seien bewohnt. Für günstigen Wohnraum sorgt zudem ein weiterer Akteur, namentlich die Baugenossenschaft mit 219 Wohnungen. 

Ein zentrales Projekt seien die fünf Wohnblöcke mit insgesamt 63 Wohnungen an der Baumgartenstraße, die der Gemeinde gehören und laut Schmid aus den 1950er Jahren stammen. „Da machen wir uns Gedanken, was hier entstehen soll“, so Schmid. Der Zustand dieser Mehrfamilienhäuser sei schlecht, ein Gebäude daher nicht mehr bewohnt. Der Rest ist günstig vermietet. Der Gemeinderat habe eine Willensbekundung getätigt, dass „da was geschehen muss“. Doch die Details für das circa 8000 Quadratmeter große Grundstück sind noch offen. Im Moment stünden die Häuser „verschwenderisch herum“, mit viel Grünflächen dazwischen, wie Schmid auf Anfrage berichtet. Das sei zwar schön, angesichts der Wohnraumnot aber nicht mehr zeitgemäß. 

Eine denkbare Variante wäre laut Schmid, das Maximale rauszuholen, mit Tiefgaragen. Das würde aber die Mieten in die Höhe treiben. Eine zweite Möglichkeit wäre, einen Teil der Häuser zu sanieren und durch Anbauten zu erweitern. Oder man macht es ganz anders. Hinzu komme das Problem, wo die Mieter während der Bauarbeiten leben. 

Robert Wiechmann (Grüne) erinnerte daran, dass gemeindliches Engagement nur ein Faktor sei. Man könne an anderen Schrauben drehen, die auf den ersten Blick nicht mit günstigem Wohnraum in Verbindung gebracht werden. So sei zum Beispiel der Stellplatzschlüssel relevant. Laut Schmid arbeitet die Verwaltung daran, die Stellplatzsatzung zu verändern. Damit Bauwerber zum Beispiel in Bahnhofsnähe nicht mehr so viele Parkplätze nachweisen müssen. Auch weitere Zugeständnisse an private Investoren seien denkbar, etwa wenn sich die Gemeinde in Immobilien einkauft. 

Josef Sappl senior (CSU) brachte in Hinblick auf die Überalterung eine Erweiterung des Caritas-Altenheims St. Anna ins Spiel. Ihm geht es darum, „unsere Leute bei uns unterzubringen“. Das Heim stehe auf Gemeindegrund, nebenan besitze die Kommune weitere Flächen, so Schmid. Aktuelle Pläne gebe es nicht. 

Karl Bär (Grüne) beendete die Diskussion abrupt mit einem Antrag zur Geschäftsordnung. Huber passte das gar nicht, aber die Mehrheit stimmte dafür. „Wir haben das Thema weiter auf der Agenda“, versprach Schmid.

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