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In Doppelfunktion war Christoph Schmid zur Entlassfeier am Freitag gekommen – als Holzkirchner Bürgermeister und als Vater einer Absolventin. 

Entlassfeier im Staatlichen Gymnasium 

Die Ersten gehen: Pionier-Schüler haben ihr Abi in der Tasche

Auch wenn Corona den Rahmen setzte: Bei der Entlassfeier für die ersten Abiturienten des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen im Pausenhof schwangen viele Emotionen mit. Und als die Besten des Jahrgangs geehrt wurden, rieben sich viele die Augen.  

Holzkirchen – Den ersten Abiturjahrgang wegen Corona ohne würdige Feier einfach so ziehen lassen? Auf keinen Fall. Nachdem sich abgezeichnet hatte, dass zur offiziellen Zeugnisvergabe am 17. Juli viele Absolventen nicht mehr in Holzkirchen sein werden, zog das Staatliche Gymnasium den Festakt vor – und fand dafür am Freitag einen schönen Rahmen, um mit Abiturienten, Eltern, Lehrern und vielen Emotionen Rückschau zu halten.

Sogar die Gewitterwolken, die sich drohend über dem Pausenhof aufbauten, entluden sich erst, als alles gesagt war. Zumindest das, was unter gegebenen Umständen möglich war. Vieles habe man nicht machen können, erklärte Direktor Axel Kisters entschuldigend.

Deko-Luftballons platzten einer nach dem anderen

Dennoch: Die erste Entlassfeier des Gymnasiums geriet zu einer besonderen Mischung aus feierlichem Rahmen und heiterer Sommerfeststimmung – und verströmte mehr Atmosphäre, als sie eine Aula zugelassen hätte. Dafür nahmen die Redner gerne das in der Hitze temperierte Wasser und Musiklehrerin Susanne Eckstein, die für den musikalischen Rahmen sorgte, heiße Klaviertasten in Kauf, während die Luftballon-Deko Stück für Stück dahin platzte.

Es war ein emotionaler Nachmittag, an dem Oberstufenkoordinator Manfred Reber als Conférencier öfters tief berührt ins Stocken kam. Bürgermeister Christoph Schmid ließ die sechs Jahre seit der Eröffnung Revue passieren, die er als Vater einer Schülerin der ersten Stunde besonders intensiv begleiten konnte. Das Abitur verglich er mit einer Hotelkarte, die ein Zimmer auf einem langen Flur öffnen würde. Aber welches? Das richtige zu finden, dafür wünschte er Mut, Neugierde, Leidenschaft und den sicheren Rückhalt von Eltern und Freunden.

Das Gespür für Strömungen

Auch der Direktor musste zunächst den Kloß im Hals wegschlucken, ehe er an sein „Ahoi“ anknüpfte, mit dem er die Siebtklässler einst willkommen geheißen hatte. „Jetzt konnte der Anker geworfen werden.“ Auf ihre ersten Absolventen, von denen sich viele sehr für das Schulschiff engagierten, würden die Kapitäne immer besonders stolz sein. Den nun ausgebildeten Matrosen wünschte er Weitsicht, das Gespür für Strömungen, klare Aussagen hinsichtlich des Kurses und stets die richtigen Entscheidungen.

Nur junge Männer unter den Jahrgangsbesten

Landrat Olaf von Löwis sprach von einem großen Tag und erinnerte an die Eröffnung der Schule. Für die Jahrgangsbesten – mit Noyan Bölükbasi, Leonardo Gabrielli, Thomas Engel, Nico Erdösi, Alexander Lenz und Jacob Schaal allesamt junge Männer – hatte er eine Ehrengabe des Kreises dabei. Augenzwinkernd stellte er in den Raum, ob die überdurchschnittlich guten Noten dem besseren Lernklima im „Homeschooling“ geschuldet seien? „Aber keine Angst, liebe Lehrer, wir brauchen sie schon noch.“

Einen Schulsozialpreis rief der Förderverein ins Leben. Angesichts einer Vielzahl engagierter Absolventen sei die Wahl schwer gefallen, wer zum ersten Mal Urkunde und Silbertafel erhalten sollte. Die Wahl fiel auf Lotte Ammann, Christian Bonev, Anna-Lynn Kreder, Olivia Seiler und Benjamin Wittmann. Mit einem von den Lehrern in den Bullaugen signierten Bausatz für ein Schiff wurden die Abiturienten verabschiedet.

Umgekehrt hatten auch die Absolventen ein Geschenk dabei. Mit einem „Wir wollen uns an der Schule noch etwas länger halten“ überreichten sie Kisters für ihr Schulschiff einen Rettungsring mit Bildern von allen. HEIDI SIEFERT

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