1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. Holzkirchen

Gymnasium Holzkirchen: Schülerzeitung geht digital ins Netz

Erstellt:

Kommentare

Schüler fragen, Lehrer antworten: „Wie würden Sie schauen, wenn...“ zählt zu den wiederkehrenden Rubriken auf dem „Holzblog“ der Schülerzeitungsredaktion des staatlichen Gymnasiums Holzkirchen. Screenshot: sie
Schüler fragen, Lehrer antworten: „Wie würden Sie schauen, wenn...“ zählt zu den wiederkehrenden Rubriken auf dem „Holzblog“ der Schülerzeitungsredaktion des staatlichen Gymnasiums Holzkirchen. Screenshot: sie © Heidi Siefert

Der „Holzwurm“ wird zum „Holzblog“: Die Schülerzeitung des Gymnasiums Holzkirchen geht digital ins Netz.

Holzkirchen – Die Coronazeit mit Lockdowns und Distanzunterricht hat auch die Schülerzeitung am staatlichen Gymnasium Holzkirchen ausgebremst. Eingeschlafen ist der „Holzwurm“ aber nicht. Engagierte Nachwuchsjournalisten haben der Schülerzeitung neues Leben eingehaucht und auch ein neues Format gegeben: als Blog.

Gymnasium Holzkirchen: Schülerzeitung geht digital ins Netz

Schüler, die vor der Pandemie schon dabei waren und dem Schulalter noch nicht entwachsen sind, waren gleich dabei, als sie Lehrer Simon Paule auf den wieder aktivierten Wahlkurs Schülerzeitung ansprach. Schnell wuchs der harte Kern auf eine achtköpfige Redaktion an, und während in anderen Jahren mit Blick auf die Ferien die Manuskripte in die Druckerei gingen, ging diesmal der neue „Holzblog“ online.

„Keine gewöhnliche Schülerzeitung“, so haben die Zehntklässler Henrike Jacobi, Sarah Mohr, Lukas Czahlik, Antonia Zechel und Patrick Conrad als der harte Kern des Teams das neue Format überschrieben. Nicht ahnend, dass sie mit ihrer digitalen Ausgabe tatsächlich noch zu den Pionieren in der bayerischen Schülerzeitungs-Landschaft zählen. Entsprechend viel gilt es, gerade im technischen Bereich, sich selbst zu erarbeiten.

Ihren Enthusiasmus bremst das nicht. Zumal sie von Anfang an viel positive Rückmeldung und Unterstützung bekamen. Und nicht zuletzt mussten sie sich auch nicht mehr um Anzeigenaquise, Finanzierung und Druck kümmern. Die echte Herausforderung sei nun die Datenschutzthematik gewesen, da sind sich Lehrer und Lernende einig. Dafür eröffnet ihnen das neue Medium zahllose Möglichkeiten, Bilder und Videos einzusetzen und die Schule einzubinden.

Noch ist holzblog.schule in der Anlaufphase, weil es ohne Routine aufwendig ist, die reichlich vorhandenen Ideen technisch umzusetzen, und so verbringen die Nachwuchsredakteure noch viel Zeit mit YouTube-Tutorials und Ausprobieren. „Gut, dass wir unseren Technikfreak Lukas haben“, sind sich die Schüler einig. Während sich Antonia und Patrick vornehmlich ums Layout kümmern und Henrike und Sarah die Inhalte im Blick haben, ist er der Mann für Kameraperspektiven, Videos und technische Finessen. „Ich mach das auch in meiner Freizeit gern“ sagt Lukas und erklärt damit gleich das Prinzip, nach dem sie nach einer ersten Ideensammlung Teams bildeten und Aufgaben verteilten: „Jeder sollte tun, was er gern macht.“

Resultat sind ebenso gut wie witzig gemachte Beiträge. Unter anderem erzählt der neue stellvertretende Schulleiter Ernst Hollweck von seinem „Verweis wegen Zerstörung des Schuhwerks einer Lehrkraft“ und davon, wie furchtbar ein Leben ohne Lachen wäre. Neben aktuellen Themen gibt es feste Rubriken, wie die Lehrkräfte-Umfrage „Wie würden Sie schauen, wenn...“ sowie eine monatliche Schüler-Befragung.

Simon Paule wird auch im kommenden Schuljahr den Wahlkurs anbieten. Ein paar Fünft-, Siebt- und Achtklässler haben schon Feuer gefangen, und das Quintett aus der 10. Klasse hofft, sein Engagement auch in der doch zeitintensiveren Q11 nicht ganz aufgeben zu müssen. Auch da spielt ihnen das digitale Format in die Hände, bei dem Termine weniger strikt einzuhalten sind als für ein gedrucktes Heft.

Dass sie auch ohne regelmäßige Treffen im großen Kreis effektiv arbeiten können, haben die Holzblogger schon bewiesen. Aus den ursprünglich angedachten Redaktionsrunden alle zwei Wochen wurden unregelmäßige Zusammenkünfte, wie es Schulaufgabenpläne erlaubten und Termine erforderten. Sie treffen sich schon mal privat, das erste Layout etwa entstand daheim in den Weihnachtsferien. Für Fotos und Drehs verwenden sie aktuell noch ihre Handys. Man wolle aber technisch aufstocken und die Voraussetzungen an der Schule schaffen, stellt Lehrer Paule in Aussicht.

Was die Inhalte angeht, hätten sie noch einiges in der Pipeline, erzählen die Schülerzeitungs-Köpfe. Dennoch animieren sie auch ihre Mitschüler, über die Feedback-Funktion Themen vorzuschlagen. Die Resonanz sei bisher gewaltig gewesen. „Gleich die ersten drei Tage hatten wir mehr als 2000 Aufrufe“, freuen sie sich. Wenn das keine Motivation ist.

Auch interessant

Kommentare