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Überraschte Preisträger: Staatssekretärin Carolina Trautner (l.) und Christof Prechtl (r.) vom Wirtschaftsverband vbw gratulierten der Holzkirchner Delegation mit (ab 2. v. l.) Andreas Lauer (stellvertretender Schulleiter), Carolin Hauber (Unterstufenbetreuerin), Christiane Heiland (Fachbetreuerin Englisch), Gebhard Mohr (Mittelstufenbetreuer), Joachim Widmann (Elternbeiratsvorsitzender), Axel Kisters (Schulleiter) und Christian Bonev (Schülersprecher).

Preis für das Schulprofil

Gymnasium Holzkirchen: Vorbild für Bayern?

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Der Gong erklingt nur kurz vor Ende der Pause, und auch sonst unterscheidet sich das Holzkirchner Gymnasium von anderen Schulen. Dafür gab‘s nun einen Preis.

Holzkirchen – Eine Schule ohne Stegreifaufgaben, die Schüler kalt erwischen? Unterricht ohne Gong? Schüler und Eltern werden regelmäßig gefragt, ob sie mit ihrem pädagogischen Dienstleister zufrieden sind? Gibt’s nicht? Gibt’s doch. Das junge Staatliche Gymnasium Holzkirchen, gestartet erst vor vier Jahren, wagt ungewöhnliche, moderne, partnerschaftliche Wege – und gewinnt.

Die Jury des bayernweiten Wettbewerbs „Innere Schulentwicklung und Schulqualität“, ausgelobt von der Stiftung Bildungspakt Bayern, würdigte das ambitionierte Profil der Holzkirchner Schule und speziell das damit verbundende „Qualitätsmanagement“ mit einem Innovationspreis. Bei der Preisverleihung im Münchner Literaturhaus staunte die Holzkirchner Delegation, dass es sogar der 1. Preis wurde. Das Preisgeld beträgt stolze 10 000 Euro.

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„Wir hätten nicht gedacht, dass wir als junge Schule gleich im ersten Anlauf mit unserem Konzept so gut ankommen“, sagt der stellvertretende Schulleiter Andreas Lauer. Einen Tag lang hatte sich die Jury, die auch aus Vertretern der bayerischen Wirtschaft bestand, an der Schule umgesehen und Gespräche geführt. Was ihnen auffiel, fasste Florian Schwegler, Landesschülersprecher der Gymnasien, in seiner Laudatio zusammen. „Lehrkräfte und Schüler pflegen ein angstfreies und vertrauensvolles Miteinander“, lobte Schwegler. Es gibt nur angekündigte oder freiwillige Leistungsnachweise. Nicht die Klassen, sondern die Lehrer haben ihre festen Zimmer, was dem Unterricht zugute kommt. Man einigte sich sogar darauf, auf nervige Gongs zu verzichten, damit individueller Rhythmus möglich ist. „Nur einen Gong wollten die Schüler erhalten: Er zeigt fünf Minuten vor Ende der Pause an, dass es wieder losgeht“, sagt Lauer.

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Was passiert und was nicht, das bestimmen zu gleichen Teilen Schüler, Eltern und Lehrer. Kernstück der Schulentwicklung ist die umfassende Befragung der Schulfamilie. „Partizipation ist die Maxime“, heißt es in der Laudatio. Die Lehrer suchen bei ihren Schülern nicht nach Defiziten, sondern versuchen, die Schätze der Persönlichkeiten zu heben; das Gleiche gelte für den Umgang der Schulleiter mit den Lehrern.

Die jüngste Befragung ergab, dass das Gymnasium Holzkirchen auf dem richtigen Weg ist: 90 Prozent der Schüler und 97 Prozent der Lehrer fühlen sich in der Schule wohl. Die nächste Befragung steht 2019 an. Staatssekretärin Carolina Trautner, Vorstandsvorsitzende der Bildungspakt-Stiftung, würdigte die Holzkirchner als „Vorreiter der Schulentwicklung“.

So viel Lob ist Verpflichtung, das gemeinsam erarbeitete Niveau zu halten. Noch läuft das Holzkirchner Gymnasium mit seinen 717 Schülern nicht unter Volllast, die Ältesten sind Zehntklässler. Erst 2020 steht das erste (G 8)-Abitur an. Dann gilt’s, auch im harten Abiturnoten-„Battle“ zu bestehen.

Bleibt die Frage: Was passiert mit den 10 000 Euro Preisgeld? „Das wird natürlich gemeinsam entschieden“, sagt Lauer. Er könne sich vorstellen, einen Teil der Summe in eine Boulder-Wand zu investieren.

Der Wunsch besteht schon länger. Lesen Sie hier: Gymnasium wünscht sich Boulderbogen - Spender gesucht

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