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Die Schranke geht runter: Am Staatlichen Gymnasium in Holzkirchen wird der Platz knapp.

Kapazitätsgrenze erreicht

Gymnasium Holzkirchen: Zu wenig Platz für Valleyer und Warngauer

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Das Gymnasium Holzkirchen hat keinen Platz mehr. Weil heuer besonders viele neue Fünftklässler einen Platz in der Einrichtung haben wollten, vermittelte diese selbst Valleyer und Warngauer weiter.

Holzkirchen – Wenn Axel Kisters daran denkt, wie viele Tränen derzeit in Valleyer und Warngauer Kinderzimmern wegen seiner Schule vergossen werden, wird dem Leiter des Staatlichen Gymnasiums Holzkirchen schwer ums Herz. „Wir leiden mit den Kindern“, sagt er. Ändern kann er ihr Schicksal aber nicht: Weil heuer besonders viele Schüler die neuen 5. Klassen des Gymnasiums besuchen wollten, muss Kisters erstmals auch Kinder aus den beiden Gemeinden im Landkreis-Norden an andere Schulen verweisen.

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Gymnasium Holzkirchen: Zu wenig Platz für Valleyer und Warngauer

In den vergangenen Wochen haben sich 159 Schüler am Staatlichen Gymnasium Holzkirchen angemeldet. Verglichen mit dem Vorjahr (125 Anmeldungen) hätte Kisters sechs statt vier Eingangsklassen gebraucht, um sie alle unterzubringen. Dafür fehlt ihm der Platz. Das Gymnasium habe „die Kapazitätsgrenze komplett erreicht“. Erstmals musste Kisters deswegen nicht nur Bewerber aus anderen Landkreisen und Weyarn weiterverweisen. Auch für 16 Schüler aus Valley und Warngau hatte er keine Stühle mehr. Per E-Mail und Telefon klagen Eltern Kisters ihr Leid. Eine Mutter hat ihm berichtet, dass sich ihre Kinder nach der Ablehnung im Kinderzimmer einschlossen.

Denn die Plätze am Gymnasium werden anhand der Entfernung vom Wohnort zur Schule vergeben. Einige Warngauer und Valleyer hatten dabei das Nachsehen. Wer aber Geschwister am Gymnasium hat, bekommt ein Vorrecht. Das öffnet einigen Valleyern und Warngauern doch die Tür – und reißt Freundschaften auseinander. „Sie haben den Übertritt geschafft, und dann ist es nicht die Schule der Wahl“, sagt Kisters. „Das tut uns weh.“

Axel Kisters (48), Schulleiter Gymnasium Holzkirchen

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Der Druck auf das Gymnasium ist Kisters zwar nicht neu. Schon in den vergangenen Jahren musste er Anwärter aus dem Landkreis München und Weyarn ablehnen. Der sprunghafte Ansprung in diesem Jahr hat ihn aber überrascht. Er hatte schon lange vor der Anmeldung bei den Grundschulen nach den Jahrgangsstärken gefragt. Die seien vergleichbar mit dem Vorjahr gewesen. Trotzdem hätten sich aus manchen Gemeinden nun doppelt so viele Schüler wie im vergangenen Jahr beworben. „Damit war nicht zu rechnen.“ Eine Erklärung habe er nicht.

Kisters hat die Abgewiesenen an neun Schulen vermittelt – acht Kandidaten aus dem Landkreis an das Gymnasium Miesbach, fünf an das Gymnasium Tegernsee. Einer hat sich für eine Realschule entschieden, die anderen kommen anderswo unter.

„Wir können noch aufnehmen, Tegernsee auch“, sagt Schulleiter Rainer Dlugosch in Miesbach. In zwei Jahren würden die Schülerzahlen aber steigen. Dann bestehe „dringender Handlungsbedarf“ beim Schulausbau. „Die Situation zeigt deutlich, dass wir insbesondere im Landkreis-Norden zu wenig Gymnasien haben.“ Der Druck aus dem Norden, der Zuzug – alles verlange Kapazitäten.

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