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Langfristige Planung: Weil die Betreiber den Erbpacht-Vertrag verlängerten, wollen sie in Holzkirchen investieren. Was sie genau bauen dürfen, wird ein Raumordnungsverfahren klären. Das dauert mindestens zwei Jahre.

„Baumarkt mit gehobenen Ansprüchen“

Hagebau Holzkirchen: Neubau am alten Standort - Das sind die Pläne

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Holzkirchen bekommt einen deutlich größeren Hagebaumarkt – am alten Standort. Abgerissen wird der alte Bau und das Nachbargebäude, in dem der „Sportpark“ zuhause war. 

Holzkirchen Die Pläne sind frisch. „Wir sind in einem sehr frühen Stadium“, sagt Geschäftsführer Joachim Ricker, „aber es gibt ein klares Konzept für einen neuen Hagebaumarkt an der Industriestraße.“ Ricker ist einer von zwei Geschäftsführern, die sich bei der in Ingolstadt beheimateten Firmengruppe Mayer um 19 angeschlossene Hagebaumärkte kümmern. Holzkirchen ist einer davon – und hier hat die Firmengruppe Großes vor.

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Hagebau Holzkirchen: Neubau am alten Standort

Möglich sind die Pläne, weil endlich ausreichend Fläche zur Verfügung steht. Wie Ricker bestätigt, gelang es dem Unternehmen, den Erbpacht-Vertrag für die alte Fläche langfristig zu verlängern. Entscheidend aber war, dass 2017 auch der Zugriff auf das abgewirtschaftete Nachbargebäude gelang, in dem der „Sportpark Holzkirchen“ zuhause ist. Nicht mehr lange allerdings: Sportpark-Chef Harry Suplie informierte seine Mitglieder vor wenigen Tagen, dass der Sportpark das Gebäude räumt und Ende August nach Miesbach umzieht (siehe Kasten).

Auch für die neue Fläche, etwa 2000 Quadratmeter, schloss die Firmengruppe Mayer einen stabilen Erbpacht-Vertrag ab. „Wir investieren Millionen, dafür brauchen wir langfristige Sicherheit“, sagt Ricker. Klar ist, dass alle Altgebäude weichen müssen. „Da bleibt nichts übrig, das wird ein Komplettabriss.“ Angedacht ist kein Riesenmarkt, wie etwa in Brunnthal, sondern ein vergleichsweise mittelgroßer Standort mit rund 6000 Quadratmetern Grundfläche. Ricker verspricht einen „modernen Baumarkt mit gehobenen Ansprüchen“. Man wolle die Auswahl sowie die Sortimentstiefe deutlich verbessern.

Mit der Marktgemeinde habe es ein erstes Sondierungsgespräch gegeben, berichtet der Geschäftsführer. Wie Eva-Maria Schmitz von der Standortförderung im Rathaus erklärt, ermöglicht der gültige Bebauungsplan einen großflächigen Bau-, Garten- und Heimwerkermarkt. „Nicht zentralrelevante Warensortimente“, also etwa Lebensmittel, Blumen, Textilien, Bastelmaterial, sind nur zulässig, wenn sie „in ihrer Gesamtheit nur ein untergeordnetes Randsortiment darstellen“.

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Hagebaumarkt Holzkirchen: Das sind die Pläne für den Neubau

Was genau auf der Fläche möglich ist, muss laut Ricker ein Raumordnungsverfahren klären, das man demnächst bei der Regierung von Oberbayern beantragen werde. Zwei Jahre etwa werde das wohl dauern, „wenn’s gut läuft“. Steht die Baugenehmigung, wolle man den Bau möglichst innerhalb von neun Monaten realisieren.

Hagebau hat in Holzkirchen eine lange Tradition. Am Bahnhof, dem heutigen Ladehof, gab es seit den 80er Jahren einen Markt, der 1997 in die ehemaligen Tennishallen an die Industriestraße umsiedelte. Das Sortiment drängt sich auf 1500 Quadratmetern, die Geschäftsführung hatte in den Tennishallen kaum Spielräume. Es entwickelte sich ein „Gemischtwaren-Laden“, der in manchen Bereichen den Flair von Ein-Euro-Shops versprüht.

2013 trug sich Hagebau, damals unter anderer Leitung, angesichts teurer Pachtpreise mit dem Gedanken, auf ein freies Feld im Gewerbegebiet-Ost umzusiedeln. Gleichzeitig tauchte Konkurrent Obi auf und machte Anstalten, die alten Hagebau-Hallen zu übernehmen. Zwei Jahre später wurde dafür sogar eine Bebaungsplan-Änderung angestoßen, schon damals sollte das Fitnesscenter überplant werden.

Die Obi-Pläne jedoch platzten ebenso wie der neue Hagebau-Standort. Der Hagebau blieb, wo er war, wechselte aber in die Obhut der Firmengruppe Mayer. Jetzt startet, gestützt auf langfristige Erbpacht-Verträgen, ein neuer Anlauf am alten Standort.

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Sportpark zieht nach Miesbach

Nach zwölf Jahren schließt der „Sportpark Holzkirchen“ seine Pforten. Inhaber Harry Suplie (56) informierte jüngst die Mitglieder, dass das Fitness-Studio Ende August die alten Räume an der Industriestraße neben dem Hagebaumarkt verlässt. 

Suplie zieht zum 1. September mit seinen Geräten, darunter die EMS-Stationen, im Sportpark Miesbach (Oskar-von-Miller-Straße 2-4) ein, wo beide Organisationen zusammengelegt werden. „Ich hoffe, dass viele Holzkirchner Mitglieder den Sprung nach Miesbach mitmachen“, sagt Suplie. Betroffen sind einige hundert Fitnessfreunde. 

Ende 2007 hatte der Schlierseer den damals führungslosen Sportpark Holzkirchen übernommen. „Rund 170 000 Euro habe ich ins Studio gesteckt“, sagt der 56-Jährige. Zuletzt litt das Gebäude aber zunehmend unter Bauschäden. Da der Abbruch beschlossen ist (siehe Haupttext), investierte der neue Besitzer kaum noch in das Gebäude. „Das konnte ich den Mitgliedern nicht mehr zumuten, also habe ich die Reißleine gezogen“, sagt Suplie. 

Betroffen sind nicht zuletzt etwa zehn Mitarbeiter. Alle werden nicht nach Miesbach wechseln, „es wird einige Kündigungen geben“, bedauert der Schlierseer.

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