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Die Parkplätze am Fußballplatz in der Haidstraße in Holzkirchen reichen nicht aus. Gerade bei Spielen weichen viele Autofahrer in die umliegenden Straßen aus – zum Ärger der Anwohner.

Haidroad-Plätze: Nach Aufstieg in Bayernliga 

Parkchaos: Gemeinde trifft Vorkehrungen

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Die Parksituation an der Haidstraße ist schwierig: Spielt der TuS, sind die Straßen rundherum oft wild zugeparkt. Zum Start in die Bayernliga ergreift die Gemeinde nun Maßnahmen.

Holzkirchen– Bei einem Heimspiel des TuS sind die Straßen rundherum oft verstopft: „Die parken auch in dritter Reihe in der Kurve drin“, sagt Jörg Wedekind, der Sportbeauftragte der Marktgemeinde. Von Anwohnern werde er oft wegen der wild parkenden Zuschauer angesprochen. Er selbst wohnt in der Nähe, weiß, worum es geht. Schon bei so manchem Training entstehe ein kleines Chaos. Jeder will nah am Fußballplatz halten. „Die Spieler laufen keine 50 Meter.“ Auch wenn bislang nichts passiert sei, sei der Weg für potenzielle Rettungsfahrzeuge oft versperrt. „Dann kann es sein, dass der Krankenwagen genau die drei Minuten zu spät kommt, die bei einem Herzinfarkt nötig wären.“ Robert Haunschild, Geschäftsleiter der Gemeinde, sagt: „Wir wissen, dass eine Problematik besteht, dass zu wenig Parkplätze zur Verfügung stehen.“ Die vielleicht 300 Meter entfernte Tiefgarage an der Baumgartenstraße nutze kaum ein Zuschauer.

Durch den Aufstieg des TuS, der es Mitte Mai in die Bayernliga Süd geschafft hat – der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte der Fußballer (wir berichteten) –, kommt nun neuer Schwung in diese Debatte.

Nach dem Aufstieg hat es laut Haunschild ein Treffen mit Gemeinde, Sportlern und Polizei gegeben. Ob es tatsächlich mehr Zuschauer werden, ist zwar ungewiss – man möchte aber gewappnet sein. Das Ergebnis: Die Gemeinde errichtet nun bis zum Start der Saison am 15. Juli Schilder, die anzeigen, dass es Parkmöglichkeiten etwa in Tiefgarage, an der Industriestraße oder am Marktplatz gibt. In der Hoffnung, die Sportler und Zuschauer dorthin zu locken. Laut Haunschild soll der TuS den Fußballverband vor Spielen rechtzeitig Infos über die Stellplätze weitergeben. Zudem zeichnet die Gemeinde den Rettungsweg auf Höhe des großen Gatters ein. Damit im Notfall die Einsatzkräfte schnell durchkommen. Die Polizei kontrolliere zwar jetzt schon, meint Wedekind. „Aber richtig konsequent sind die nicht.“ Laut Ernst Größwang, dem Verkehrsexperten der Polizei Holzkirchen, wird bei einem Fußballspiel im Rahmen der Streife die Parksituation überwacht. „Es wird schon aufgeschrieben“, sagt er.

Auch TuS-Vorsitzender Wolfgang Ammer weiß: „Die Parksituation da oben ist nicht erfreulich.“ Fußball-Abteilungsleiter Adrian Saft bestätigt das: „Es ist super eng da oben.“ Bei einem größeren Spiel würden jetzt schon 450 Fans am Rand jubeln. „Aber selbst wenn 150 kommen, reichen die Parkplätze nicht aus“, sagt Saft.

Sportbeauftragter Wedekind sagt daher: „Die Fußballplätze haben verkehrstechnisch keine Zukunft in der Ortsmitte.“ Abgesehen davon seien sie in einem schlechten Zustand. Kleinere Flickereien seien so hilfreich wie „Vitaminkuren für einen 100-Jährigen.“ Eine große Sanierung würde sicher einen „hohen sechsstelligen Betrag“ schlucken. „Wir brauchen eine langfristige Lösung.“

Eine Auslagerung, etwa ans Moarhölzl, geistert seit Jahren durch Holzkirchen. Das Areal dort ist im Flächennutzungsplan als Sportfläche ausgewiesen. Es gebe eine vertragliche Abmachung: Wenn die Gemeinde was mit der Haidstraße vorhabe, müsse sie eine vergleichbare Anlage herrichten. Ein Relikt aus einem Tauschgeschäft von 2003. Der Verein gab der Gemeinde Grund an der Haidstraße und erhielt Flächen am Moarhölzl. Zugleich zahlte die Gemeinde Vereinsheim samt Kabinen. Die Pläne scheiterten bislang am Geld, und: „Rein verkehrstechnisch ist das Moarhölzl extrem ungünstig gelegen“, sagt Haunschild. Es bräuchte eine ordentliche Erschließung von der B 13 aus. Verkehrstechnisch besser gelegen sei ein Standort im Norden des Orts. „Aber der Gemeinde gehört da kein Grund.“ Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Wedekind findet, die Gemeinde könne einen Teil der Haidstraße für Wohnbebauung nutzen – und so die Sportstätten finanzieren. Es müsse ja kein zentrales Sportzentrum für alle sein, das Mobilitätskonzept sieht sowieso eine dezentrale Lösung – sprich Cluster – vor (wir berichteten).

Trotz aller Zukunfts-Pläne gibt es dennoch eine gewisse Bindung an die Haidstraße: „Ich bin da groß geworden an der Haid“, sagt Saft. Ich fühle mich da wohl, finde es schön.“

Zulassung der Fußballplätze

Für Spiele der Bayernliga ist der Fußballplatz an der Haidstraße geeignet (wir berichteten). „Wir haben eine Zulassung für die Bayernliga vom Verband bekommen“, erklärt Adrian Saft, Fußball-Abteilungsleiter im TuS. Aber er betont: „Noch eine Liga aufsteigen, geht da nicht.“ Diese Auflagen würde der Platz nicht mehr erfüllen. Auch der gemeindliche Sportbeauftragte Jörg Wedekind bezweifelt, dass der Platz für die Regionalliga eine Zulassung bekommen würde.

Ein kleines Problemeck an der Haidstraße gebe es dennoch bereits auf Ebene der Bayernliga. Auf einer Seite des Platzes befinde sich keine Bande, keine optische Trennung zwischen Publikum und Spielfeld, erklärt Saft. Eine solche sei zwar keine „Muss-Vorschrift“. Aber aus Sicherheitsaspekten sinnvoll. „Damit kein Zuschauer aufs Spielfeld rennen kann.“ TuS-Vorsitzender Wolfgang Ammer ergänzt: „Der Fußballverband ist da strenger geworden.“ Das sei jedoch noch nicht endgültig geklärt. Auf Testbasis könne die Saison, die am 15. Juli losgeht, auch ohne einen solchen Schutz starten. Dann schaue sich der Verband die Situation vor Ort nochmals an. Darüber hinaus müsse dann geklärt werden, ob die Bänke mit einer Bande dann zu niedrig wären und ob man dann nachrüsten müsse. Die Kosten sind noch unklar.

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