Besuch im Weyarner Klosteranger: SPD-Bundestagskandidat Hannes Gräbner (m.) und SPD-Landeschef Florian von Brunn (l.) informierten sich bei einer Tour durch den Landkreis über aktuelle Themen und Projekte. Hier erläutert Gemeinderätin Betty Mehrer das Konzept des Wohnquartiers Klosteranger. Mit dabei waren ebenfalls der Bad Wiesseer Bürgermeister Robert Kühn und der ehemalige Kreisbaumeister Werner Pawlovsky (r.).
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Besuch im Weyarner Klosteranger: SPD-Bundestagskandidat Hannes Gräbner (m.) und SPD-Landeschef Florian von Brunn (l.) informierten sich bei einer Tour durch den Landkreis über aktuelle Themen und Projekte. Hier erläutert Gemeinderätin Betty Mehrer das Konzept des Wohnquartiers Klosteranger. Mit dabei waren ebenfalls der Bad Wiesseer Bürgermeister Robert Kühn (2. v. l.) und der ehemalige Kreisbaumeister Werner Pawlovsky (r.).

Listenplatz könnte gerade so für den Bundestag reichen

SPD-Kreisvorsitzender darf hoffen: Ticket nach Berlin ist zum Greifen nah

  • Andreas Höger
    VonAndreas Höger
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Das Umfrage-Hoch der SPD zwei Wochen vor der Bundestagswahl scheint stabil. So stark ist der Aufwind, dass er auch den SPD-Kreisvorsitzenden Hannes Gräbner nach Berlin tragen könnte. Nach aktueller Prognose reicht sein Listenplatz 25 für einen Einzug in den Bundestag. Er ist nicht der einzige Holzkirchner, für den ein Ticket nach Berlin zum Greifen nahe ist.

Holzkirchen – Kürzlich war Bayerns Co-SPD-Chef im Landkreis. Florian von Brunn klapperte einen Tag lang die SPD-Hochburgen ab (Co-Vorsitzende Ronja Endres war verhindert), ließ sich über Projekte informieren, nahm Themen mit und Anregungen. Die Stimmung war schon deswegen gut, weil der Wahlkampf für SPD-Lokalmatador Hannes Gräbner (54) immer rosigere Aussichten bereit hält. „Es könnte klappen“, sagt der SPD-Kreisvorsitzende und meint damit, über die SPD-Landesliste in den Bundestag einzuziehen.

Was das Direktmandat für den Wahlkreis 223 Miesbach/Bad Tölz-Wolfratshausen anbelangt, um das sich Gräbner ebenfalls bewirbt, dürfte es schwer werden, CSU-Kandidat Alexander Radwan (57) den Wiedereinzug ins Parlament streitig zu machen – auch wenn Umfragen herbe Verluste für die CSU prophezeien. Gräbners Hoffnung ruht auf der SPD-Landesliste.

Laut Kantar (Emnid)-Umfrage vom 9. September steht die SPD in Bayern bei 18,6 Prozent. Geht man davon aus, dass die CSU fast alle Direktmandate holt (laut Kantar und Allensbach derzeit 40 von 46), entstehen unter Umständen Überhangsmandate für die CSU, die der Bayern-SPD etliche Ausgleichsmandate bescheren. Voraussetzung: Das Zweitstimmen-Ergebnis der SPD ist so gut wie es die Prognosen versprechen.

Am Wahlabend erwartet Gräbner eine „aufregende Rechnerei“

„Das wird eine aufregende Rechnerei am Wahlabend“, glaubt Gräbner. Er steht auf Listenplatz 25 von 46 der Bayern-SPD. Das Internet-Portal mandatsrechner.de sieht den Holzkirchner damit, basierend auf der Allensbach-Prognose, gerade noch im Bundestag; eine Forsa-Erhebung vom 7. September geht sogar davon aus, dass es 31 Genossen aus dem Freistaat nach Berlin schaffen. Kantar (Emnid) errechnete am 9. September, dass die ersten 27 ihre Tickets nach Berlin lösen. „Ich bin sehr gespannt, ob sich die Umfragen bewahrheiten“, sagt Gräbner, der mit 15 Jahren SPD-Mitglied wurde und seit 2015 den Kreisverband anführt.

Bei der Landkreis-Tour mit Florian von Brunn erntete der SPD-Tross nach eigenen Angaben viel Zuspruch von Passanten. „Ich spüre, dass die Leute eine Bundesregierung unter Führung der SPD wollen“, sagt Gräbner. Erste Station der Tour mit dem Landeschef war der Weyarner Klosteranger. Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier und Gemeinderätin Betty Mehrer erläuterten das Konzept des Wohnquartiers. Diskutiert wurde, wie bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. Genossenschaftliches Bauen oder Wohnungstauschkonzepte könnten aus Sicht der SPD Lösungsansätze sein.

Auf Wahlkampftour mit SPD-Landeschef Florian von Brunn

In Otterfing informierte Bürgermeister Michael Falkenhahn über das geplante Bürger-Windrad und wies auf die Corona-Herausforderungen für Gemeinden hin, etwa bei der Digitalisierung und in den Schulen. Der Lärmschutz entlang der Autobahn spielte bei der Stippvisite in Valley die Hauptrolle. Ortsvorsitzender Christian Schürmann, Angela Falkenhahn und Richard Hillmeier machten klar, dass der Lärm die Lebensqualität vor Ort massiv beeinträchtigt. Letzte Station war Bad Wiessee, wo Bürgermeister Robert Kühn zwei aktuelle Zukunftsprojekte präsentierte – den Badepark und das Jodschwefelbad.

„Ich kämpfe um jede Stimme“, sagt Gräbner. Auf jeden Fall wolle er das SPD-Landkreis-Ergebnis von 2017 (rund elf Prozent) deutlich verbessern. Neben Gräbner darf sich ein zweiter Holzkirchner große Hoffnungen machen, über die Landesliste in den Bundestag einzuziehen: Grünen-Kandidat Karl Bär (36) steht auf einem vielversprechenden Listenplatz. Platz 12 reicht laut mandatsrechner.de locker für ein Ticket nach Berlin.

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