Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Zu instabil: Die Turmspitze der Großhartpenninger Pfarrkirche muss abgenommen werden. 

Und zwar für sehr lange Zeit

Der Hartpenninger Kirchturm hat bald keine Spitze mehr

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Ein Wahrzeichen Hartpennings muss schrumpfen. Die Kirchenverwaltung lässt nächste Woche die Turmspitze der Pfarrkirche entfernen. Und zwar für sehr lange Zeit.

Großhartpenning 42 Meter hoch ist der Kirchturm der Großhartpenninger Pfarrkirche Mariä Heimsuchung. Dort oben tosen die Winde ungebremst, schlagen Löcher und lassen Feuchtigkeit eindringen in Kuppel und Turmspitze. Seit Jahren bereitet das feuchte Gebälk den Verantwortlichen der Kirchenverwaltung große Sorgen. Immer wieder wurde das Tragekreuz repariert und verstärkt. Jetzt aber hat die Fäulnis in der Tragekonstruktion der Turmspitze, die auf der Kuppel sitzt, einen kritischen Punkt erreicht. „Es geht nicht mehr“, sagt Lorenz Knoll, stellvertretender Vorsitzender der Kirchenverwaltung, „die Spitze muss runter“.

Zweimal im Jahr wird der Turm auf Stabilität untersucht, mit dabei ist immer ein Statiker. „Er kann keine Garantie mehr geben, dass die Spitze stabil bleibt“, sagt Knoll. Das heißt: Im ungünstigsten Fall kann die acht Meter hohe Spitze abknicken und beim Aufschlag 40 Meter weiter unten Schäden anrichten. „Die B 13 ist nur 20 Meter entfernt, Schulkinder sind dort unterwegs – diese Verantwortung will niemand übernehmen“, sagt Knoll.

Nächste Woche bereits wird die Turmspitze mitsamt Kreuz und vergoldeter Wetterkugel bis zur Plattform oberhalb des Turmhelms abgenommen. Laut Knoll beginnen die Arbeiten am kommenden Montag, 24. Juli, und dauern voraussichtlich bis Mittwoch, 26. Juli. An diesen Tagen sind Friedhof und Parkplatz von 7.30 bis 17.30 Uhr gesperrt.

Um das dann offene Plateau zu verschließen, bekommt die Kuppel als Notsicherung eine Abdeckung aus Kupferblech. „Die Kuppel selbst ist noch stabil“, sagt Knoll. Klar ist aber, dass nicht nur die Tragekonstruktion der Zwischenplattform morsch ist, sondern auch Spitze und Kuppel dringend saniert werden müssten. Die letzte größere Reparatur fand vor dem Zweiten Weltkrieg in den 30er-Jahren statt. Knoll rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von rund 350 000 Euro. „Wann das Ordinariat die Mittel bewilligt, weiß ich nicht“, sagt Knoll. Derzeit stapeln sich etwa 600 Bauanträge im Bauamt der Erzdiözese. „Es wird wohl zwei Jahre dauern“, schätzt Knoll. Bis dahin wird die acht Meter hohe Spitze eingelagert.

Die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung zählt zu den Urpfarreien des Landkreises. An dem Ort, an dem sich heute noch die Kirche befindet, entstand im 15. Jahrhundert aus einer Holzkirche ein spätgotischer Tuffquaderbau. Die jetzige Turmkonstruktion stammt in ihren Grundzügen aus den Jahren nach 1735.

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