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Sautrog-Skipper in der Arena: Acht Teams traten heuer zur inoffiziellen Weltmeisterschaft im Sautrogrennen auf dem Hartpenninger Dorfweiher an. 

Stimmung in Hartpenning

Das Dorffest kürt die Sautrog-Weltmeister 

Die Hartpenninger Ortsvereine haben beim Dorffest Hunderte Besucher mit griabiger Stimmung angelockt. Weniger griabig ging’s beim Höhepunkt am Samstag zu: Acht Teams traten zur Sautrog-WM an. Freilich gingen dabei wieder einige Kapitäne baden.

Hartpenning– Die Arena beim 14. Hartpenninger Dorffest ist gefüllt bis auf den letzten Platz. Und am Rand des Großhartpenninger Dorfweihers steht die „Weltelite“ bereit für ihren großen Auftritt. Wird es den Titelverteidigern gelingen, den Pokal erneut zu holen? Haben Neulinge eine Chance? In der Luft liegt eine freudig-gespannte Stimmung. Bis Sebastian Beil das erste Rennen eröffnet. „Drei, zwei, eins“ – aus dem an sich ruhigen Weiher wird nun ein wildes Gewässer, in dem die acht Teilnehmer des diesjährigen Sautrogrennens um den Pokal planschen. Und das Publikum feiert die Hobbykapitäne frenetisch.

„Mit gefährlichen Strudeln muss man immer rechnen“, warnt Beil mit einem Augenzwinkern. Leicht ist die Durchquerung des Weihers sicher nicht. Die Holzkisten, in denen Teams wie „Ente Süß-Sauer“, das „Red Bull Racing Team“ oder „M & M“, sitzen, füllen sich schnell mit Wasser. Und wer es nicht schafft, geradeaus entlang der Markierung zu rudern, läuft Gefahr, ins Schilf zu steuern. Für die routinierten Ruderer des „Red Bull Racing Teams“ etwa bedeutet dies das Ende einer vielversprechenden Fahrt.

Am schwierigsten gestaltet sich aber der Einstieg ins Gefährt. Das muss auch das Team „Leberkas-Junkies“ erfahren: Von ihrem Sturz ins wilde Wasser des Hartpenninger Weihers erholen sie sich nicht mehr und scheiden in der Vorrunde aus. Das Publikum quittiert die mühsamen Versuche der beiden Ruderer, in den Sautrog einzusteigen, mit viel Gelächter. Aber auch einer Spur Mitleid.

Sautrogrennen am Dorffest Hartpenning: Brodelnde Stimmung in der Arena, kalte Dusche für die Sieger

Unterdessen wird am Rande der Rennarena heftig gefachsimpelt. „Wichtig ist, ganz sanft zu paddeln“, meint Jochen Müller, der dem Spektakel schon mehrfach beiwohnte. Andere Zuschauer fordern die Sautrog-Skipper lautstark auf, sie sollten kräftig „ziehen“.

Einen verkorksten Start legen die Titelverteidiger vom Team „Überholspur“ hin. Liegt das an einem Fluch, an dem Weltmeister auch anderer Disziplinen leiden? Simon Mayer, der schon das fünfte Mal an der „inoffiziellen Sautrogweltmeisterschaft“ teilnimmt, sieht die Sache eher nüchtern. „Die Balance hat uns gefehlt“, resümiert er. „Aber aus Fehlern lernt man“, so pflichtet ihm sein Sohn Tino bei. Das Vater-Sohn-Gespann wird später ins Finale einziehen. Weil es in der Vorrunde knapp zuging, müssen die Schiedsrichter vom Hartpenninger Burschenverein zuvor noch zwei Duelle ansetzen, um die Teilnehmer des Halbfinales zu ermitteln. Dabei haben die „Speedos“ gegen „Ente Süß-Sauer“ das Nachsehen. Der „Leithen Express“ muss sich den Titelverteidigern geschlagen geben.

Vor dem Finale geht durch die Hartpenninger Arena eine La-Ola-Welle. Die Stimmung ist am Überkochen. Mayer und Mayer vom Team „Überholspur“ können schließlich in einem spannenden Duell die „Haubentaucher“ schlagen. Ihre Zeit: 1:37 Minuten - nicht so rasant wie ihr Finish im vergangenen Jahr. „Das Gewichtsverhältnis hat gepasst“, so erklärt sich Vater Mayer den Sieg. Beeindruckt ist er von der Kulisse und der Stimmung, die in Großhartpenning Jahr für Jahr anzutreffen sei. Auch Bernhard Meier vom Burschenverein zeigt sich sehr zufrieden mit dem Rennen. „Wir hatten zwar wenig Teams“, so Meier. Dennoch sei er aber sehr positiver Stimmung.

Beim Wiagsogschneidn waren Gefühl und Augenmaß gefragt. Und natürlich Teamwork.

Während sich die Sieger einer Sektdusche hingeben, versuchen sich Sepp Noderer und Philip Kaiser im Wiagsogschneidn. Konzentriert sägen die beiden eine Scheibe Holz von einem Baumstamm ab. Die Scheibe soll möglichst 1111 Gramm wiegen, erläutert Georg Jörg vom Hartpenninger Sportverein. Wie das geht? Schorsch Bader, von Beruf Zimmerer, kennt das Geheimnis: „Auf das Gefühl kommt es an.“ Und natürlich auf das richtige Augenmaß. Mit ihrem ersten Versuch sind Noderer und Kaiser nicht zufrieden und versuchen es gleich noch einmal. Mit Erfolg: Die Scheibe wiegt 1116 Gramm. „Das kann man ja fast nicht mehr toppen“, kommentiert eine Passantin. In Großhartpenning findet sich an diesem Wochenende offenbar nicht nur die Weltelite im Sautrogrennen ein. Auch die Großmeister im Wiagsogschneidn sind im Oberland zu finden. 

Andreas Wolkenstein

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