Richter: „Seine Waffe ist die Faust“

Haushamer prügelt brutal auf wehrloses Opfer ein - Gefängnis

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Weil ein Haushamer bei zwei Auseinandersetzungen die Faust sprechen ließ, stand der 23-Jährige nun vor dem Amtsgericht Miesbach. Doch von Reue keine Spur. Im Gegenteil...

Holzkirchen/Hausham – Dass der Angeklagte Konflikte vor allem in alkoholisiertem Zustand lieber mit der Faust als mit Worten regelt, das zeigen schon diverse Vorverurteilungen des 23-Jährigen. So auch dieses Mal: Jeweils ausgelöst durch Provokationen seines Gegenübers ließ sich der Haushamer in beiden Fällen zu Körperverletzungen hinreißen. Für diese muss er nun schwer büßen.

Der erste Fall ereignete sich im vergangenen Jahr im Nachgang des Holzkirchner Frühlingsfestes. Gemeinsam mit einer dreiköpfigen Gruppe von Italienern aus Oberhaching wollte der Angeklagte eigentlich etwas trinken gehen. Seine Gefolgschaft aber ließen die Türsteher einer Kneipe im Bahnhofsbereich nicht hinein. Wie genau der Konflikt dann entstand, daran wollte sich keiner der Zeugen so recht erinnern.

Draußen vor dem Eingang der Bar soll einer der Italiener versucht haben, den Angeklagten zu schlagen. Der taumelte zurück, nahm dann die Verfolgung auf und schlug dem Geschädigten mit der Faust ins Gesicht. Dieser erlitt einen Nasenbeinbruch und eine Gehörgangvorderwandfraktur. Da der 19-Jährige, der derzeit eine Gefängnisstrafe verbüßt, aber bereits zuvor einen Faustschlag von einer anderen Person hatte einstecken müssen, konnte das Gericht keine Kausalität nachweisen. Dennoch sicherte der Angeklagte zu, dem Geschädigten im Zuge eines Täter-Opfer-Ausgleichs ein Schmerzensgeld von 500 Euro zukommen zu lassen.

Wesentlich brutaler agierte der Haushamer im zweiten Fall im November. Seinen Lauf nahm der Konflikt erneut in besagter Kneipe. Der spätere Geschädigte, ein 26-Jähriger aus Valley, warf dem Angeklagten vor, er würde sich Mädchen mithilfe von Betäubungsmitteln gefügig machen. Zudem, so die Aussage des Haushamers, habe er ihn als „Labersack“ bezeichnet. Das wollte der Angeklagte, der zu diesem Zeitpunkt sowohl unter dem Einfluss von Alkohol, als auch von Kokain stand, nicht auf sich sitzen lassen: Nachdem der Valleyer auf mehrmaliges Nachfragen nicht preisgab, wie er zu dieser Überzeugung gelangt war, forderte ihn der Haushamer auf, ihm zum Bahnhof zu folgen.

Dort streckte der ehemalige Boxer den stark alkoholisierten 26-Jährigen mit einem Faustschlag ins Gesicht nieder. Als dieser bereits am Boden lag, bückte sich der Angeklagte über ihn und verpasste ihm, laut eigener Aussage, fünf bis sechs weitere Faustschläge ins Gesicht. Der Geschädigte wollte sich zwar an Fußtritte erinnern, das Gericht jedoch hielt dies für unwahrscheinlich. „Seine Waffe ist die Faust“, erklärte Leitner, der den Angeklagten bereits aus vorherigen Verhandlungen kennt. Reue zeigte der Angeklagte in diesem Fall nicht: „Warum soll ich mich für etwas entschuldigen, was mir nicht leid tut?“

Dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, im ersten Fall auf Körperverletzung und im zweiten auf gefährliche Körperverletzung zu entscheiden, folgte das Gericht mit seinem Urteil nicht: Statt der gefährlichen entschied Leitner auf vorsätzliche Körperverletzung. Zu Gunsten des Angeklagten spreche der Täter-Opfer-Ausgleich und die Entschuldigung gegenüber dem ersten Geschädigten sowie seine „brutale Ehrlichkeit.“ Eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung, so Leitner, müsse er aber aufgrund der Vorverurteilungen und deiner offenen Bewährung dennoch verhängen. Richter Walter Leitner verhängte eine 13-monatige Gefängnisstrafe.

hb

Rubriklistenbild: © dpa

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