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Lob vom Bürgermeister: Olaf von Löwis (r.) bedankte sich bei den rund 60 Mitgliedern des Holzkirchner Helferkreises Asyl für deren Engagement und Durchhalte-Willen.

Treffen des Helferkreises Asyl

92 Schützlinge bleiben in Holzkirchen

Ihr Einsatz ist unbezahlbar: 60 Gemeindebürger engagieren sich als ehrenamtliche Asylhelfer in Holzkirchen. Sie brauchen aber einen neuen Sprecher, der die acht Gruppen koordiniert, zusammenhält und nach außen vertritt.

Holzkirchen Sie opfern Freizeit, spenden Trost und helfen gerne: Am vergangenen Donnerstag durften sich die Holzkirchner Asylhelfer einmal zurücklehnen und genießen. Bei Rinderbraten und Zander tauschten sie sich im Thomashaus der evangelischen Kirchengemeinde aus. Eingeladen hatte die Marktgemeinde. Bürgermeister Olaf von Löwis würdigte die Energie und das Durchhaltevermögen der Helfer. Dass das Miteinander der Flüchtlinge größtenteils friedlich und freundschaftlich verlaufe, führe er zu einem Großteil auf die Arbeit der Ehrenamtlichen zurück.

Allerdings gilt es, einen neuen „Chef-Koordinator“ zu finden. Rudi Brand, Interimssprecher des Helferkreises, wird sein Amt aus privaten Gründen niederlegen. „Bis ein Nachfolger gefunden ist, bleibe ich aber auf meinem Posten“, versicherte er den versammelten Helfern.

Wie berichtet wurde der Helferkreis zuletzt von Personalproblemen gebeutelt. Maria Korell und Eva Krause legten Ende vergangenen Jahres ihre Ämter als Integrationsbeauftragte nieder (wir berichteten). Der 60-köpfige Helferkreis stellte sich mithilfe der Gemeinde neu auf. Unter einem Dach sind nun acht Gruppierungen zusammengefasst, die sich um die Belange der Asylbewerber kümmern. Die einzelnen Gruppen konzentrieren sich jeweils auf die Bereiche Sprache, Asylverfahren, Arbeit, Gesundheit, Bedürfnisse, Begegnungen, Schule- und Bildung sowie Unterstützung von anerkannten Flüchtlingen. Rudi Brand stellte bei dem Treffen die Leiter der einzelnen Gruppen vor. Claudia Schmid, Leiterin der Sprachgruppe Asyl, war angetan von dem Treffen: „Es begeistert mich zu sehen, wie sehr sich alle untereinander vernetzen. Wir konnten viele neue Pläne schmieden.“

Als Zeichen der Wertschätzung verteilte der Bürgermeister gemeinsam mit Franz Lutje, dem Ansprechpartner für die Koordination und Qualifizierung von Ehrenamtlichen in den Asyl-Helferkreisen des Landkreises, Medaillen an die Helfer. „Wir sind stolz, dass so viele Helfer trotz einiger Probleme immer noch mithelfen und nicht aufgegeben haben“, waren sich die beiden einig.

Vor allem die Situation in der Traglufthalle war nicht immer leicht zu meistern gewesen. Ein Jahr lang lebten dort rund 180 junge Männer unterschiedlicher Herkunft und Religion. Jetzt wird die Halle abgebaut, die verbliebenen Bewohner müssen umziehen. 35 von ihnen durften sich im ehemaligen Holzkirchner Polizeigebäude (Frühlingsstraße) einrichten; 49 Personen bezogen die renovierten Wohncontainer an der Erich-Kästner-Straße und weitere acht Flüchtlinge sind in einer neu angemieteten Doppelhaushälfte in der Breitensteinstraße untergekommen. Der Rest wurde auf Unterkünfte im Landkreis verteilt, einige mussten nach Penzberg umziehen. 92 Flüchtlinge blieben damit in der Obhut der Holzkirchner Helferkreise.

Bei der Verteilung der Traglufthallen-Bewohner half der Holzkirchner Helferkreis mit einer Vorschlagsliste im Sinne einer sinnvollen Verlegung. Einige Asylbewerber seien bereits stark in Holzkirchen verwurzelt, betonte Löwis, sie hätten hier Jobs oder Paten gefunden. „Ein anderer Ort würde für diese Flüchtlinge einen kompletten Neuanfang bedeuten.“ Leider seien nicht alle Vorschläge berücksichtigt worden, bedauerte der Bürgermeister. „Aber wir sind noch in die Entscheidungsprozesse eingebunden und hoffen, in einigen Fällen sinnvoll anpassen zu können.“

Die Firma Paranet, Eigentümerin der Traglufthalle, wird in der ersten April-Woche mit dem Abbau der Halle beginnen. kasu

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